Roséwein erfreut sich dank seiner Frische, seiner duftigen bis würzigen Aromen und seiner animierenden Farbe zunehmender Beliebtheit. Den Ruf als „nicht Fisch, nicht Fleisch“ hat er längst überwunden. In Österreich entstehen besonders feine, aber auch charakterstarke Vertreter – einige davon sogar herkunftsgeschützt!

Alleskönner: Aperitif, Terrassenwein, Speisenbegleiter

Österreich ist noch ein kleiner Geheimtipp für Freunde dieses Weintyps. Jene, die ihn kennen, möchten ihn am liebsten weiterhin geheim halten, um in Ruhe seine Vielfalt entdecken zu können. Denn wofür Österreichs Rot- und Weißweine bekannt sind, das gilt auch für den Rosé: eine einzigartige Balance aus Frucht, Körper und Frische. Damit sind die heimischen Roséweine nicht nur gewinnende Solo-Player als Aperitif oder am Abend auf der Terrasse, sondern begleiten auch gerne lokale sowie exotische Köstlichkeiten.

Hervorragende Rosés kommen aus allen Weinbaugebieten des Landes und präsentieren sich in vielerlei Gestalt: vom charmanten Jungwein über frische Vertreter aus Zweigelt und St. Laurent aus Niederösterreich bis hin zum rassigen Schilcher aus der Weststeiermark oder zu würzigem Blaufränkisch- oder Zweigelt-Rosé aus dem Burgenland.

Die Tradition reicht in manchen Gebieten sogar so weit, dass ihre roséfarbenen Köstlichkeiten durch das DAC-System herkunftsgeschützt sind. Sieht man auf einem Etikett den Namen des Weinbaugebietes gefolgt vom Kürzel „DAC“ kann man sich sicher sein, einen Wein typisch für dieses Gebiet in der Hand zu halten.

Zu sehen ist das Ried Buchgraben im Gebiet Rosalia.

Rosalia DAC Rosé

Das burgenländische Weinbaugebiet Rosalia (benannt nach dem Rosaliengebirge) war das erste Gebiet Österreichs, das in die Reihe seiner herkunftstypischen Weine Roséweine aufnahm. Seit dem Jahrgang 2017 gibt es also neben Rosalia-DAC-Rotwein aus Blaufränkisch oder Zweigelt auch Rosalia DAC Rosé aus einer oder mehreren roten Qualitätsweinrebsorten. Warmes pannonisches Klima, sandige Böden sowie die hingebungsvolle Arbeit der Winzer lassen einen Roséwein mit Charme, Frucht, Frische und Würze entstehen.

Mehr Informationen zum Weinbaugebiet Rosalia.

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Zu sehen ist die Landschaft der Weststeiermark.

Weststeiermark DAC Schilcher

In der Weststeiermark hat der Blaue Wildbacher eindeutig die Krone auf. Diese einheimische Rebsorte wächst dort auf zwei Dritteln der Fläche und ist die Basis für einen Roséwein mit jahrhundertealter Tradition: dem Schilcher. Einst ein rustikaler Bauernwein, hat er sich aufgrund des stetigen Qualitätsstrebens der lokalen Winzer zu einem feinen, fruchtigen Getränk (Erdbeer-, Ribisel- und Cassisaromen) mit animierender Säure entwickelt. Als einziges Gebiet der Steiermark darf die Weststeiermark neben den typischen steirischen Weißweinsorten auch den Schilcher mit seiner geschützten Ursprungsbezeichnung versehen.

Mehr Informationen zum Weinbaugebiet Weststeiermark.

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Zu sehen ist ein Glas mit Rosésekt im Freien.

Rosésekt

Sekt kann in Österreich auf eine 175-jährige Geschichte zurückblicken. Neben dem klassisch weißen und seltenen roten Sekt gewinnt der Rosésekt immer mehr an Bedeutung. Wem auch bei prickelndem Genuss die Regionalität wichtig ist, greift am besten zu Sekt g.U. (mit geschützter Ursprungsbezeichnung). Die rot-weiß-rote Banderole auf der Kapsel garantiert, wie bei Qualitätswein, höchste Güte aus Österreich.

Mehr Informationen zu Sekt g.U.

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Aromen

Rosé verbindet nicht nur optisch, sondern auch geschmacklich das Beste aus Rot- und Weißwein: Frische und Struktur, Fruchtigkeit und Würze. Je nach Rebsorte und Herstellungsmethode ist er einmal leichter, einmal kräftiger, einmal fruchtiger oder auch würziger. Im Allgemeinen können Roséweine aber folgende Aromen aufweisen:

Zu sehen sind die Roséaromen: Kirschen, rote und dunkle Beeren, Zitrus , florale Noten, Würzigkeit, Kräuternoten

Produktion

Eines vorweg: Roséwein ist kein Mix aus Weiß- und Rotwein, sondern wird aus blauen Trauben hergestellt. Die österreichischen Sorten Zweigelt, St. Laurent, Blaufränkisch und Blauer Wildbacher (für Schilcher) werden hierzulande besonders gern verwendet. Es kommen sowohl reinsortige Weine als auch Cuvées in die Flasche.

Es gibt verschiedene Methoden, um Roséwein zu gewinnen, ihnen allen gleich ist die kurze Zeitspanne, in der der Saft in Kontakt mit den Traubenschalen ist. Denn: je kürzer die Maische steht, desto weniger Farbe und Aroma (v.a. Gerbstoffe) werden aus den blauen Beerenhäuten gezogen.

Saignée-Methode

Bei der Saignée-Methode (frz. „la saignée“ = „Aderlass“) ist der Roséwein ein Teilprodukt der Rotweinbereitung. Die Trauben für den Rotwein werden gekeltert, und nach einer Standzeit von einigen Stunden bis zu einem Tag werden ca. 10–20 % des Mostes abgezogen – die Maische wird sozusagen zur Ader gelassen. Der gewonnene Saftabzug wird zu Roséwein weiterverarbeitet, die übrige Maische zu Rotwein. Dieser weist aufgrund des reduzierten Verhältnisses Saft zu Schalen eine intensivere Farbe und mehr Tannin auf.

Direkte Pressung

Die Trauben werden nach der Ernte angequetscht und verbleiben anschließend so lange wie notwendig und so kurz wie möglich auf der Maische. Je länger dieser Kontakt andauert, umso dunkler wird der Rotton, aber auch desto intensiver der Geschmack des Rosés. Daraus ergeben sich die vielen unterschiedlichen Farbnuancen bei dieser sehr bewussten Art der Rosé-Herstellung.

Nachdem der Saft von der Maische gezogen wurde, erfolgt die weitere Bereitung analog zu jener von Weißwein.

Da bei dieser Methode im Gegensatz zum Saignée-Verfahren bereits im Weingarten auf Roséwein hingearbeitet wird (z. B. weniger Entblättern und frühere Lese, um weniger Gerbstoff und eine gute Säurestruktur zu erhalten), entstehen im Vergleich meist feinere, raffiniertere und hochwertigere Roséweine.

Schilcher wird aus einer Flasche in ein Glas eingeschenkt, das Glas hat die Aufschrift "Schilcherland"
© ÖWM / Blickwerk Fotografie

Glas & Service

Für Roséweine eignet sich ein Glas mit nicht zu breitem und sich nach oben hin verjüngendem Kelch, das die Duftnoten des Weines konzentriert. Ein solches Glas mit oder ohne Kante garantiert auch einen präzisen Fluss des Rosé-Weins auf die Geschmackszonen der Zunge, wodurch sein feines Frucht- und Säurespiel betont wird.

Die ideale Serviertemperatur liegt bei 8–11 °C, die Trinktemperatur entsprechend 2 °C darüber. Je kräftiger und komplexer der Wein, desto höher ist die Serviertemperatur, um eine optimale Entfaltung der Aromen in der Nase und am Gaumen zu ermöglichen.

Eine Flasche Roséwein kann durchaus lagerfähig sein und von einer gewissen Reife profitieren. Wie bei Weiß- und Rotwein kommt es dabei ganz auf die Machart an: komplexe, strukturierte Weine eignen sich grundsätzlich besser für den Keller als leichte, frische Weine. Diese kommen besser früher ins Glas. Im Zweifelsfall einfach den Weinbauern direkt fragen, welche Empfehlung zu Lagerung und Trinkreife er abgeben kann.

Eine große Auswahl an hochwertigen Weingläsern und praktischem Verkostungszubehör finden Sie im Österreich Wein Institut (ÖWI).

 

Rosézubehör

Lamm Biryani in Topf mit einem Glas Schilcher
Lamm Biryani © ÖWM / Blickwerk Fotografie

Rosé & Speisen

Dank ihrer frischen Struktur und aromatischen Vielfalt sind Roséweine aus Österreich herrliche Speisenbegleiter, beim Kombinieren sind quasi keine Grenzen gesetzt: vom gebratenen Geflügel, gegrillten Fisch und Meeresfrüchten über pikante Salate und geschmortes Gemüse mit mediterraner Würze, besonders, wenn Olive, Tomaten oder Knoblauch dabei sind, bis zum traditionellen Jausenbrot mit Liptauer, Schmalz oder Verhackert reicht ihr Einsatzgebiet. Sogar in der fernöstlichen Küche von Indien bis China ergeben sich gelungene Paarungen.

Konkret lässt sich eine Einteilung der Weine in leicht und spritzig, fruchtig und würzig sowie kräftig und rassig vornehmen:

  • leicht & spritzig (z. B. Rosésekt):
    Rindercarpaccio, Rohkostsalat, gebackene Frühlingsrollen
  • fruchtig & würzig (z. B. aus der Rosalia):
    Brathendl, Spaghetti Vongole, gegrillter Fisch, indisches Paneer Tikka
  • kräftig & rassig (z. B. Schilcher):
    Schweinsbraten, indisches Lamm Biryani, Brettljause

Mehr Speisen zu Rosé

Rosé-Playlist

Die passende Stimmung zum Wein: Unter dem Motto „Rosé all day“ finden Sie hier eine Spotify-Playlist zum Anhören und Genießen mit einem guten Glas Roséwein aus Österreich. Viel Spaß und Prost!

Links

Österreichs Weinbaugebiete

Das DAC-System

Österreichs Weinstile

Weinsuche: Rosé-Wein

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