Die Sprache des Weines kennt viele Begriffe, die – zumindest in ihrer fachspezifischen Bedeutung – nicht allen geläufig sind. Die gebräuchlichsten Termini beschreibt und erklärt das Glossar.

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e / E
Normzeichen

Normzeichen für das Nennvolumen von Flaschen nach EU-Norm; z.B. e 0,75 l

Echter Mehltau
Pilzkrankheit

Pilzkrankheit des Weinstocks

eckig

Die einzelnen Geschmacksstoffe (speziell Säure und Tannin) treten in ungleicher Intensität hervor, der Wein wirkt unharmonisch.

edel

Wein der nobel und gehaltvoll wirkt.

Edelfäule
Schimmelpilz

Botrytis cinerea, ein Schimmelpilz der für die Edelfäule verantwortlich ist, bewirkt Wasserverdunstung und Konzentration der Inhaltsstoffe der Beeren sowie Geruchs- und Geschmacksveränderung; erfolgt regelmäßig nur in klimatisch bevorzugten Gebieten (z.B. Seewinkel, Rust).

edelfirnig

Erwünschte, geschmacklich positive Art der Firne

Edelreis
Fruchtträger

Oberirdischer Teil der Rebe, der beim Veredeln auf eine reblausresistente Unterlage aufgepfropft wird; das Edelreis bestimmt die Rebsorte und ist der spätere Fruchtträger.

Eichenholz
Holzart

Holz der Baumgattung Eiche (lateinisch Quercus) wird gerne für den Fassbau verwendet; vor allem beim Barrique findet Eichenholz seinen Einsatz. Bekannte Eichenholzarten sind: Allier, Nevers, Tronçais, Limousin, Vogesen, aber auch heimisches Eichenholz, ungarische Eichen, amerikanische und russische Eichen.

Eimer
Maßeinheit

Altes Hohlmaß, meist 56,6 l (ein Eimer), bis zum 1000-Eimer Fass.

einbrennen

Zum Konservieren von Holzfässern wurde früher Schnittschwefel zum Einbrennen verwendet.

Einzellage
Riede

Deutsche Bezeichnung für Ried(e)

Eisenberg
Weinbaugebiet

Das kleinste Weinbaugebiet des Burgenlandes ist ein stilles, landschaftliches Idyll entlang der Grenze zu Ungarn. Auf ca. 500 ha Anbaufläche wachsen exzellente BlaufränkischMehr lesen

Eisenberg DAC

Der gebietstypische Blaufränkisch vom Eisenberg wird in den Kategorien Klassik und Reserve seit dem Jahrgang 2008 angeboten.

Eisheilige
Wetterpatrone

Bis Mitte Mai besteht die Gefahr von Spätfrösten; die Eisheiligen sind: Pankratius, Servatius, Bonifatius und Sophie (12. bis 15. Mai).

Eiswein
Süßwein aus gefrorenem Traubenmaterial

Eine Spezialität aus Österreich und Deutschland; Eiswein wird aus Trauben erzeugt, die bei der Lese und beim Presse auf natürliche Weise gefroren sein müssen (je nach Zuckergradation ca. minus 6 bis minus 10° C); das Mindestmostgewicht beträgt 25° KMW. In Österreich vor allem im Weinviertel, am Wagram und im Burgenland angestrebt.

Eiweißschönung
Schönungsmethode

Um das wärmelabile Eiweiß im Wein zu entfernen und eventuelle Eiweißtrübungen zu verhindern, wird hauptsächlich Bentonit zur Eiweißschönung eingesetzt.

Eiweißtrübung
Trübung durch Eiweiß

Bei höherem Eiweißgehalt im Wein und zu warmer Lagerung kann Eiweiß ausflocken und zu Trübungen führen.

elegant
fein

Feiner, ausgewogener, harmonischer Wein

en primeur

Verfahren der Vorbestellung von hochwertigen Weinen, die sich meist noch in der Phase des Fassausbaus befinden.

entrappen

Das Abbeeren (so der deutsche Ausdruck) bzw. Trennen der Beeren von den Stielen vor dem Pressen.

Entsäuerung
Säurekorrektur

Bei ungenügender Reife kann die Säure im Most bzw. im Wein unharmonisch hoch sein; folgende Möglichkeiten der Säurekorrektur (Entsäuerung) bieten sich an: Kalkentsäuerung, Doppelsalzentsäuerung, Weinsteinausscheidung, biologischer Säureabbau.

entschleimen
Der Jungwein wird vom Geläger getrennt

Das Abziehen des geklärten Weines aus einem Tank bzw. Fass vom Geläger. Der Wein wird dadurch von den Trubstoffen (grobe Hefe) befreit.

entwickelt

Ein ausgebauter, reifer Wein wird als entwickelt bezeichnet.

Entwicklung
Reife

Die Gesamtheit der Reife und Alterungsprozesse beim Wein, sowohl beim Fassausbau als auch die Reife in der Flasche.

Enzyme
Proteine, die biochemische Reaktionen katalysieren

Enzyme bewirken chemische Reaktionen; alle relevanten Enzyme sind bereits in der Natur vorhanden (in den Beeren, in den Hefen und Bakterien), können aber auch künstlich dem Most oder Wein zugesetzt werden.

erdig
ausgeprägter Bodenton im Wein

Allgemeiner Ausdruck für Weine mit ausgeprägtem Bodenton, z.B. Lehm, Löss; manchmal auch negativ für leicht modrige Weine verwendet.

Ernte
Weinlese

Einbringen der (reifen) Weintrauben; in Österreich meist in den Monaten September und Oktober; wir unterscheiden Vorlese, Frühlese, Hauptlese, Spätlese, Maschinenlese, Handlese etc.

Erosion
Witterungsbedingte Abtragung des Bodens

Insbesondere durch starke Regenfälle aber auch durch Wind kann Weinbergboden abgetragen werden.

Erste Lage
Lagenklassifikation

Die Österreichischen Traditionsweingüter schufen 2010 eine umfassende Lagenklassifikation. Dabei wurden klassische Einzellagen (klassifizierte Lagen) und Top-Lagen als Erste Lagen festgelegt. Die Wort-Bild-Marke gilt für die Mitgliedsbetriebe, die im Donauraum (Kamptal, Kremstal, Traisental, Wagram) angesiedelt sind.

Ertrag
Erntemenge

Erntemenge bzw. Ausbeute, die als Trauben (Gewicht) oder Most bzw. Wein (Volumen) angegeben wird, z.B. hl/ha.

Erzeuger
Produzent

Weinbaubetriebe oder Vereinigungen (Winzergenossenschaften), welche die Trauben von eigenen Weingärten verarbeiten, dürfen am Etikett die Bezeichnung Erzeuger bzw. Erzeugerabfüllung verwenden.

Erziehung, Erziehungsformen
Art der Gestaltung von Rebstöcken im Weingarten

Die wichtigsten Erziehungsformen in Österreich ist die Drahtrahmenerziehung; eine Spezialform davon ist die Hochkultur nach Lenz Moser, die die einst weitverbreitete Stockkultur ablöste.

Essenz
Konzentrat

In Österreich verwendet für hochgradige, edelsüße Weine, speziell beim Ruster Ausbruch; die Bezeichnung geht auf die Tokajer Eszencia zurück.

Essigstich
Weinfehler

nach Essig riechender Wein (flüchtige Säure)

Ester
chemische Verbindung aus Alkohol und Wein

Der im Wein am häufigsten vorkommende Ester ist das Äthylazetat.

Ethanol
Alkohol im Wein

häufigster im Wein vorkommender Alkohol

Etikett
Flaschenbeschriftung

Die Visitenkarte des Weines; beim österreichischen Qualitätswein müssen folgende Pflichtangaben in einem Sichtbereich aufscheinen: Produzent/Abfüller/Vertreiber, Herkunft (Weinbaugebiet), Österreich, Qualitätsstufe (z.B. Qualitätswein), staatliche Prüfnummer, Alkoholgehalt, Restzucker (trocken, halbtrocken, lieblich, süß), Füllvolumen, enthält Sulfite. Zusätzlich erkennt man österreichischen Qualitätswein auch an der rot-weiß-roten Banderole.

EU-Weingesetz

Wein (früher Tafelwein) ist im EU-Weingesetz geregelt. Für Qualitätswein gibt die EU Rahmenbedingungen vor, wobei die einzelnen Weinbauländer, wie auch Österreich, strengere Richtlinien erlassen können.

extra brut
extra trocken

Nach EU-Weingesetz Geschmacksrichtung für Schaumweine mit einem Restzuckergehalt bis 6 g/l.

extra trocken

Auch extra dry bezeichnet; nach EU-Weingesetz Geschmacksrichtung für Schaumweine mit einem Restzuckergehalt von mindestens 12 bis maximal 20 g/l.

Extrakt
Die Summe aller nichtflüchtigen Inhaltsstoffe des Weines

Zucker, Farbstoffe, Tannine, Säuren, Mineralstoffe, Eiweiß, Glyzerin, etc. Wird der Zucker davon abgezogen, spricht man vom zuckerfreien Extrakt. Die Angabe erfolgt stets in g/l.

extraktsüß

Fruchtsüße auf Grund hoher Extraktwerte und Reife, anders wahrnehmbar als analytisch überprüfbar.

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