Die Sprache des Weines kennt viele Begriffe, die – zumindest in ihrer fachspezifischen Bedeutung – nicht allen geläufig sind. Die gebräuchlichsten Termini beschreibt und erklärt das Glossar.

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DAC
Districtus Austriae Controllatus

Herkunftstypische Qualitätsweine (DAC): Auf Basis des bisherigen österreichischen Qualitätswein Systems sind DAC-Weine solche Weine, die vor allem geschmacklich unverkennbar typisch für ein heimisches Weinbaugebiet sind. Damit folgt Österreich nunmehr den Appellationssystemen von renommierten Weinbaugebieten in Italien (Chianti, Soave), Frankreich (Bordeaux, Burgund, Chablis) oder Spanien (Rioja). Dort lauten die Bezeichnungen DOCG/DOC, AOC/AC oder DOCa/DO. Der große Vorteil des österreichischen Systems ist, dass alle Weine, die nicht den DAC-Bestimmungen des Gebietes entsprechen weiterhin Qualitätsweine bleiben, jedoch am Etikett die Herkunft der übergeordneten Weinbaugebietes tragen (Niederösterreich, Burgenland, Steiermark und Wien). Damit bleibt die Vielfalt der österreichischen Weinlandschaft auch auf Qualitätsweinebene gesichert. Bis dato wurden 13 DAC-Gebiete per Verordnung des Landwirtschaftsministers definiert:

  • Weinviertel DAC
  • Mittelburgenland DAC
  • Traisental DAC
  • Kremstal DAC
  • Kamptal DAC
  • Leithaberg DAC
  • Eisenberg DAC
  • Neusiedlersee DAC
  • Wiener Gemischter Satz DAC
  • Rosalia DAC
  • Vulkanland Steiermark DAC
  • Südsteiermark DAC
  • Weststeiermark DAC
    Dauben
    Holzbretter

    Gebogene Längsbretter aus Holz eines Fasses

    Deckwein
    Farbverstärker

    Wein, der zur Verstärkung der Farbintensität eingesetzt wird; teilweise erfüllt die Sorte Blauburger bei uns diese Funktion

    degorgieren
    Entfernen des Hefesatzes

    Entfernen des Hefesatzes aus der Flasche beim Schaumwein bei der klassischen Methode.

    Degustation
    Verkostung

    Weinbeurteilung und Weinanalyse auf Basis der sinnlichen Wahrnehmungen von Farbe, Geruch und Geschmack; oft in Verbindung mit Weinbewertung.

    Dekanter
    Karaffe

    Karaffe zum Dekantieren von Wein

    dekantieren
    umgießen

    Der Wein wird vor dem Servieren aus der Flasche in eine Karaffe (Dekanter) umgegossen, um ihn vom Depot zu trennen. Hat der Wein kein Depot und braucht er nur Luft zum Entwickeln, nennt man dies Belüften.

    Dekantierkorb

    Zur Erleichterung des Dekantiervorganges werden meist Dekantierkörbe eingesetzt.

    Depot
    Lager

    Der Begriff kommt aus dem Französischen und bedeutet absetzen. Gemeint ist der Bodensatz, der sich speziell bei Rotweinen im Laufe der Alterung in der Flasche gebildet hat; er besteht aus abgestorbenen Hefen und Farbstoffen.

    Dessertwein
    Prädikatswein

    Weinkategorie im österreichischen Weingesetz; die Trauben müssen besonderen Anforderungen entsprechen und sind nach dem Mostgewicht aufgebaut:

    Spätlese (mindestens 19° KMW)

    Auslese (mindestens 21° KMW)

    Strohwein, Eiswein, Beerenauslese (jeweils mindestens 25° KMW)

    Ausbruch, Trockenbeerenauslese (mindestens 30° KMW)

    Die Restsüße von Prädikatsweinen darf ausschließlich durch Gärungsstillstand oder durch Gärungsunterbrechung, nicht jedoch durch Süßreserve, erlangt werden.

    dezent

    Ein Wein, der fein und zart ist, wird als dezent bezeichnet

    dicht

    Ein Wein, der intensiv und kräftig ist, wird als dicht bezeichnet; bei Rotwein auch auf dunkle Farbe bezogen.

    Digestif
    Getränk nach dem Essen

    Alkoholisches Getränk, das nach dem Essen zum Zweck der Verdauungsförderung getrunken wird; meist werden Spirituosen als Digestif eingesetzt.

    Dionysos
    Griechischer Gott

    Griechischer Gott, auch für Wein und Weinbau „zuständig“.

    Direktträger
    nicht veredelte Reben

    Unter diese Bezeichnung fallen Rebsorten, die nicht veredelt wurden; auch Kreuzungen aus Amerikanerreben und europäischen Rebmaterial sowie Hybriden fallen unter diesen Begriff.

    Domäne
    Weingut

    Deutsche Bezeichnung für Weingut; auch in Österreich verwendet.

    Doppel-Magnum
    Angabe zur Flaschengröße

    Flaschengröße mit 3 l Inhalt, die manchmal auch als Jeroboam (speziell in der Champagne) bezeichnet wird.

    Doppler
    2 Liter Flasche

    Traditionelle österreichische Flaschenform mit 2 l Inhalt; volkstümlich auch als „Austro-Magnum“ bezeichnet.

    Dosage
    Begriff aus der Schaumweinbereitung

    Nach dem Degorgieren bzw. vor der Flaschenfüllung wird dem Schaumwein der endgültige Restzuckergehalt verliehen. Bei der Flaschengärung unterscheiden wir zwischen Fülldosage („liqueur de tirage“) und Versanddosage (liqueur d`expédition). Erstere ist ein Wein-Zucker-Hefe-Gemisch, um die zweite Gärung zu starten, die Versanddosage legt den endgültigen Geschmackstypus fest und fällt oft unter das Betriebsgeheimnis.

    Drahtrahmenerziehung
    Kulturform im Weingarten

    Art der Gestaltung von Rebstöcken im Weingarten. Die wichtigsten Erziehungsformen in Österreich ist die Drahtrahmenerziehung; eine Spezialform davon ist die Hochkultur nach Lenz Moser, die die einst weitverbreitete Stockkultur ablöste.

    drüber

    Wein, der nicht mehr genussfähig ist, wird umgangssprachlich als „drüber“ bezeichnet.

    Drucktank
    Stahltank

    Stahltank vorwiegend für die Schaumweinbereitung.

    dry
    trocken

    bei Schaumwein ein Restzuckergehalt von 17 – 35 g/l

    Duft

    Positive, angenehme Geruchskomponenten, die von der Traubenfrucht herrühren. Die unterschiedlichen Aromakomponenten (blumig, fruchtig, würzig etc. sind im Aromarad aufgelistet. Von Bedeutung sind nicht nur die Geruchseindrücke durch die Nase, sondern auch die retronasale Wahrnehmung durch den Nasen-Rachenraum. Im Englischen wird dieses Zusammenspiel als „flavour“ bezeichnet. Wir unterscheiden Primär-, Sekundär- u. Tertiäraroma; auch Primär-, Sekundär- und Tertiärbukett benannt. Primäraromen sind jene Substanzen, die bereits in der Traube enthalten sind und schon beim Kosten einer Beere mit den Aromen im späteren Wein verglichen werden können. Wir sprechen von weinigen und traubigen Aromen. Dieser Charakter der Traubensorte kann den Duft nach Beeren, Früchten, Blüten oder Blumen aufweisen (z. B. Rosenduft beim Traminer). Unter Sekundäraromen versteht man aromabestimmende Substanzen, die erst durch Traubenverarbeitung, Gärung und Ausbau entstehen. Man kann auch vom Gärbukett sprechen. Dazu gehören erwünschte Aromatisierungen, wie z. B. Röstaromen, Toasting oder Vanille, die vom Barrique in den Wein übergehen, aber auch so manche Weinfehler, wie z. B. Böckser. Die Tertiäraromen oder das Tertiärbukett ist das Lagerbukett und entsteht nach der Gärung erst während der Lagerung, während des Reifeprozesses. Ein typisches Aroma ist hier der Petrolton beim Riesling, ein klassischer Reifeton. Aber auch Weinfehler gehören wieder dazu, deren häufigster der Korkgeschmack ist.

    duftig

    Wein mit eleganter, feiner Blume bzw. floralen Noten wird als duftig bezeichnet.

    dumpf

    Wein mit leicht unsauberem Geruch und Geschmack; oft auch als maskiert bezeichnet.

    dünn

    Körperarmer Wein mit wenig Extrakt und Alkohol.

    durchgegoren
    Der im Most enthaltene Zucker wurde (fast) gänzlich in Alkohol umgewandelt.

    Der Begriff wird bei betont trockenen Weinen verwendet, wo geschmacklich kein Restzucker wahrnehmbar ist.

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