Die Sprache des Weines kennt viele Begriffe, die – zumindest in ihrer fachspezifischen Bedeutung – nicht allen geläufig sind. Die gebräuchlichsten Termini beschreibt und erklärt das Glossar.

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BA
Beerenauslese

Österreichischer Prädikatswein aus überreifen Trauben; lt. österreichischem Weingesetz beträgt das Mindestmostgewicht dafür 25° KMW.

Babo
Gründer der Weinbauschule Klosterneuburg

August Wilhelm Freiherr von Babo, Gründer und erster Direktor der Weinbauschule in Klosterneuburg (1860), Erfinder der Klosterneuburger Mostwaage (KMW).

Bacchus
Römischer Weingott

ebenso Name einer Rebsorte (Neuzüchtung in Deutschland).

Bag-in-Box
Getränkeverpackung

Englisch „Beutel in der Schachtel“, Getränkeverpackung, die aus einer Kartonhülle mit eingearbeitetem Kunststoffbeutel besteht.

Balance
Harmonie

Geschmackliche Harmonie; meist optimales Alkohol-, Zucker- und Säureverhältnis.

balsamisch
dezente Aromen

Bezeichnung für dezente Aromen, die beruhigend und wohlriechend sind bzw. an Balsamöl erinnern.

Balthasar
12 Liter Flasche

Flaschengröße mit zwölf Liter Inhalt, entspricht einem Volumen von 16 Normalflaschen.

Banderole
rot-weiß-rote Flaschenkapsel

Optisches Kennzeichen für österreichischen Qualitätswein; die rot-weiß-rote Banderole ist in die Flaschenkapsel bzw. in den Schraubverschluss integriert und ersetzt die ehemalige Papierbanderole.

Bar
Druckeinheit

Druckeinheit für alle Schaumweine

Barrique
Eichenfass

Kleines Eichenfass mit 225 Liter Fassungsvermögen; beeinflusst den Weinausbau durch Toasting bzw. Luftdurchlässigkeit. Auch größere Einheiten (z.B. 300 l) werden unexakter Weise als Barrique bezeichnet. Barriqueweine zeichnen sich durch röstige Noten sowie Aromen nach Vanille, Schokolade, Kakao, Kokosnuss, Leder und Selchspeck aus.

Bâtonnage
Aufrühren der Hefe

Französische Bezeichnung für das Aufrühren der Hefe im Fass.

Beere
Weintraube

Frucht der Weintraube, bestehend aus Beerenschale, Fruchtfleisch und Kernen.

Begrünung
Aussaat von Grünpflanzen zwischen den Rebzeilen

Maßnahme der Bodenpflege im Weinbau; zwischen den Rebzeilen werden flachwurzelnde und stickstoffhältige Grünpflanzen ausgesät, um u. a. Erosionsschäden zu vermeiden.

belüften
Umgießen des Weines in eine Karaffe

Kräftige, verschlossene Weine werden vor dem Servieren aus der Flasche in eine Karaffe umgegossen, um diesen mit Luft eine raschere Entwicklung zu ermöglichen; auch das Ausgießen eines Glases aus der Flasche erhöht den Luftsauerstoff.

Bentonit
Tonerde

Tonerde zur Schönung des Weines, um Eiweißausscheidungen vorzubeugen.

Beregnung
künstliche Bewässerung

Künstliche Bewässerung für Weingärten mit zu wenig natürlichem Niederschlag, z.B. durch Tröpfchenbewässerung.

Bergland
Weinbauregion

Österreichische Weinbauregion, in der die Weinbaufläche der Bundesländer Oberösterreich, Salzburg, Kärnten, Tirol und Vorarlberg zusammengefasst ist.

Bergwein
Wein aus Terrassen- und Steillagen

Wein aus Trauben von Terrassen oder Steillagen mit einer Hangneigung von mindestens 26 %.
 

Bestäubung
Befruchtung

Befruchtung der weiblichen Blütenteile.

Bewässerung
Zufuhr von Wasser

Künstliche Bewässerung für Weingärten mit zu wenig natürlichem Niederschlag, z.B. durch Tröpfchenbewässerung.

Bewertung

Die römische Formel hieß COS (Color-Odor-Sapor) für Farbe, Geruch und Geschmack; auch heute werden Weine noch häufig nach diesen Kriterien beurteilt. In vielen Fällen finden wir auch Bewertungsschemen oder –skalen, um die einzelnen Weine optisch qualitativ leichter vergleichbar zu machen. Früher war die 20-Punkte-Skala gebräuchlich, heute wird von einer Mehrzahl an Magazinen und Fachjournalisten das 100-Punkte-System angewendet. Siehe auch Degustation und Verkostung.

Biodynamischer Weinbau
Sonderform des biologischen Weinbaus

Sonderform des biologischen Weinbaus nach den strengen Richtlinien des Anthroposophen Rudolf Steiner; Überprüfung der Mitgliedsbetriebe erfolgt z.B. durch den Demeter-Bund.

Biologischer Weinbau
Ökologische Sonderform

Auch biologisch-organischer bzw. ökologischer Weinbau; eine Sonderform des Weinbaus, bei der der Schutz der Natur und des Ökosystems im Vordergrund stehen. Die Methoden dafür werden durch diverse Stellen kontrolliert.

Bioveritas
Biowinzervereinigung

Vereinigung der Biowinzer Österreichs

Biowein
biologischer Wein

Aus ökologischem Weinbau stammender Wein.

bissig
dominant

Wein mit dominanter Säure

bitter
gerbstoffreich

Gerbstoffreicher Wein; Ursache können folgende Gründe sein: Traubenkerne, Traubenstängel, Sonnenbrandeffekt bei Weißweintrauben.

Bitterl
unerwünschte Note

Österreichische Bezeichnung für meist unerwünschte Bittergeschmacksnoten im Wein.

Bittermandel
Weinfehler

Geruch und Geschmack nach Bittermandeln; Weinfehler (misslungene Blauschönung).

Blanc de blancs
Grundwein für Sekt und Champagner

Französische Bezeichnung für „Weißer aus weißen (Trauben)“; in der Regel für Sektgrundweine bzw. Champagner, die nur aus weißen Trauben hergestellt wurden.

Blanc de noirs
Grundwein für Champagner

Französische Bezeichnung für „Weißer aus schwarzen (Trauben)“; in der Regel für Sektgrundweine bzw. Champagner, die nur aus Rotweinrebsorten weißgepresst hergestellt wurden.

blank
klar

Klarer, glänzender Wein

blass

Wein mit heller, geringer Farbintensität

Blauburger
Rotweinsorte, Kreuzung Blauer Portugieser x Blaufränkisch

Farbintensive Neuzüchtung aus Klosterneuburg von Prof. Dr. Fritz Zweigelt; Kreuzung aus Blauem Portugieser und Blaufränkisch. Der Blauburger ist in Österreich in allen Weinbaugebieten vertreten; die eher neutralen Weine eignen sich besonders als Cuvéepartner.

Blauburgunder
Pinot Noir, Rotweinsorte, natürliche Kreuzung Schwarzriesling x Traminer, Mitglied der Burgunderfamilie

Sehr altes Mitglied der Burgunderfamilie; Naturkreuzung aus Schwarzriesling x Traminer; die hochwertigen Weine zeichnen sich durch eine hellere, oft bräunliche, Farbe aus, das Aroma erinnert an Beerenkoch, Mandel, Marzipan und Maroni. Die internationale Sorte ist bei uns in „kühleren“ Lagen zu finden, vor allem in der Thermenregion (Burgundermacher).

Blauer Burgunder
Pinot Noir, Rotweinsorte, natürliche Kreuzung Schwarzriesling x Traminer, Mitglied der Burgunderfamilie

Sehr altes Mitglied der Burgunderfamilie; Naturkreuzung aus Schwarzriesling x Traminer; die hochwertigen Weine zeichnen sich durch eine hellere, oft bräunliche, Farbe aus, das Aroma erinnert an Beerenkoch, Mandel, Marzipan und Maroni. Die internationale Sorte ist bei uns in „kühleren“ Lagen zu finden, vor allem in der Thermenregion (Burgundermacher).

Blauer Portugieser
Rotweinsorte, Kreuzung Blaue Zimmettraube x Sylvaner

Der Blaue Portugieser kam bereits im 18. Jahrhundert nach Vöslau (Synonym Vöslauer). Die unkomplizierten tanninarmen Schankweine von der Sorte finden wir nach wie vor in der Thermenregion aber auch im Weinviertel.

Blauer Wildbacher
Autochthone Rotweinsorte, natürlicher Sämling von Heunisch, Basis für Schilcher

Eigentlich ist die Weststeiermark seine Heimat, heute finden wir den Blauen Wildbacher in allen drei steirischen Weinbaugebieten. Die Weine daraus – rosarot bis zwiebelschalenfarbig – werden als Schilcher vermarktet. Charakteristisch ist das ausgeprägte Sortenbukett (Johannisbeere, oft auch grasig) sowie die rassige, fordernde Säure. Ideal auch als Grundwein für Frizzante und Sekt.

Blauer Zweigelt
Rotweinsorte, Kreuzung Blaufränkisch x St. Laurent

Der Schöpfer des blauen Zweigelt, Prof. Dr. Fritz Zweigelt, schuf 1922 aus der Kreuzung Blaufränkisch x St. Laurent die österreichische Erfolgs-Rotweinstory. Bis zu seinem Tod 1964 war die Sorte nur unter der ursprünglichen Bezeichnung Rotburger bekannt. Heute finden wir Klassiker und fruchtige Vertreter mit Kirsch- und Beerenaromen, aber auch hochreife, konzentrierte Spitzenweine, die meist in Cuvées den weiblichen Fruchtcharme einbringen. Mit 13 % der österreichischen Rebfläche ist der Zweigelt mit Abstand die Nummer eins am Rotweinsektor.

Blaufränkisch
Autochthone Rotweinsorte, Kreuzung Blaue Zimmettraube x Weißer Heunisch

Speziell im Burgenland, vor allem im Mittelburgenland (mit DAC-Status), ist diese autochthone Rebsorte zu Hause. Durch die kernige Säure und markanten Tannine entstehen Weine mit herbem Charme und fleischiger Frucht. Die Aromen sind von Kirsch, Weichsel, Brombeere und Zimtwürze geprägt. Die autochthone Rebsorte ergibt in ihrer Jugend einen ungestümen, tief-fruchtigen Rotwein, der durch die Lagerung samtiger und geschmeidiger wird und zusätzliche Facetten gewinnt; die kräftigen Vertreter eigenen sich für den Ausbau in Barriques und sind oft begehrte Cuvéepartner.

Blauschönung
Reinigungsverfahren

Ein Verfahren, um unerwünschte Schwermetalle, wie Kupfer oder Eisen aus dem Wein auszuschönen.

blind

Wein, der nicht klar ist, sondern einen Schleier hat.

Blindverkostung
verdeckte Verkostung

Weine werden gedeckt verkostet; d.h. der Koster weiß nicht, woher und von wem der Wein ist. Die ehrlichste Art der Verkostung, um einen Wein zu beurteilen.

Blume

Blume ist der Duft bzw. angenehme Geruch des Weines.

blumig
duftig

Erinnert im Duft an Blumen oder Blüten.

Blüte
Beginn der Fortpflanzung

Dient der geschlechtlichen Fortpflanzung. Es entwickelt sich daraus die Beerenfrucht (Traube). Blütezeit ist in Österreich meist im Juni.

Blütenmuskateller
Weiße PIWI-Sorte; Kreuzung aus Severnyj x Muskat

Der Blütenmuskateller ist eine russische Züchtung aus dem Jahr 1947 und zählt zu den pilzwiderstandsfähigen Sorten. Er wurde erst 2013 ins Sortenregister aufgenommen.

Böckser
Weinfehler

Ein ursprünglich weitverbreiteter Weinfehler, der sich durch negativen Geruch und Geschmack bemerkbar macht. Wir unterscheiden zwischen Schwefelwasserstoff-Böcksern (gefaulte Eier), Mercaptan-Böcksern (Zwiebel, Knoblauch), Hefeböcksern und Aromaböcksern.

Boden

Boden ist neben der Lage und dem Kleinklima einer der drei natürlichen Qualitätsfaktoren im Weinbau. Es wird zwischen A-, B- und C-Horizont unterschieden. Folgende Bodentypen sind in Österreich relevant: Löss, Sand, Lehm/Tegel/Ton, Urgestein, Schiefer, Kalkstein, Braunerde, Schwarzerde, Basalt.

Bodengeschmack
Bodenton

Erdgeschmack – oft typisch für bestimmte Bodenarten bzw. Lagen (mineralisch).

Bodensatz
Ablagerung

Der Begriff kommt aus dem Französischen und bedeutet absetzen. Gemeint ist der Bodensatz, der sich speziell bei Rotweinen im Laufe der Alterung in der Flasche gebildet hat; er besteht aus abgestorbenen Hefen und Farbstoffen.

Bordeauxflasche
Flaschenform

Ursprünglich im Bordeauxgebiet gebräuchliche Flaschenform; auch in Österreich nicht nur für Rotwein weit verbreitet.

Botrytis Cinerea
Edelfäule

Beerenfäule durch Schimmelpilz; bei unreifem Traubenmaterial Weinfehler (Grau- und Grünfäule), bei physiologisch reifem Traubenmaterial Edelfäule; Voraussetzung für die edelsten Süßweine, wie Beerenauslese, Ausbruch und Trockenbeerenauslese.

Bottich
Holzfass

Großes offenes Holzfass, oft als Gärständer verwendet.

Bouquet
Duftnote

Gesamtheit der anregenden Duftnoten, setzt sich aus vielschichtigen Eindrücken zusammen; vereinzelt noch „Bouquet“ geschrieben.

Bouteille
Flasche

In Österreich gebräuchliche Bezeichnung für 0,75 Liter Normalflasche; Bouteille heißt auf französisch Flasche.

Bouvier
Weißwein-Rebsorte

Bouvier ist eine Weißwein-Rebsorte, die in Österreich hauptsächlich für Most, Sturm und Jungwein, aber auch für hohe Prädikate Verwendung findet; die Weine sind zart bukettiert, aromatisch und mild.

brandig
alkoholisch

der Alkohol tritt im Geschmack stark hervor, zeigt sich oft bei stark aufgebesserten, dünnen, extraktarmen Weinen.

Branntwein
Alkoholisches Getränk

Ein durch Destillation von Wein gewonnenes alkoholisches Getränk.

breit

Ausdruck für plumpe Weine, die alkoholisch sind, wenig Säure und Frische aufweisen bzw. ohne geschmackliche Finesse sind.

Brennwein
Grundprodukt für Weinbrand

Wein, der nur zum Herstellen von Weinbrand verwendet wird.

Brettanomyzes

Gruppe von Hefestämmen, die während der Gärung und noch mehr während des Ausbaus von Rotweinen in Erscheinung treten; Brett-Weine erinnern an Stall- bzw. Pferdeschweißgeruch. In dezenter Form wird dies als angenehm empfunden, bei überzogener Intensität ist Brett ein Weinfehler.

brillant

Leuchtender, glänzender Wein.

Brix
Maßeinheit

Maßeinheit für das Mostgewicht, das hauptsächlich in den USA verwendet wird; ident mit Balling.

brut
trocken

Geschmacksbezeichnung für herben Schaumwein mit einem Restzuckergehalt bis max. 15 g/l.

BSA
Biologischer Säureabbau

Der biologische Säureabbau (BSA) wird auch zweite Gärung oder malolaktische Gärung (kurz Malo) genannt. Man versteht darunter den Abbau bzw. die Umwandlung der Äpfelsäure zu Milchsäure und Kohlendioxid (CO2). Verantwortlich für diesen Prozess sind bestimmte Bakterien. Weine mit BSA sind weicher, runder und auch stabiler. Für junge, fruchtige, pikante Weißweine ist der biologische Säureabbau unerwünscht.

Bukett
Duftnote

Gesamtheit der anregenden Duftnoten, setzt sich aus vielschichtigen Eindrücken zusammen; vereinzelt noch „Bouquet“ geschrieben.

bukettiert
intensiver Duft

sehr starke, plakative Geruchseindrücke (fast wie zugesetzte Aromen).

Bundesamt für Weinbau
Weinuntersuchungsanstalt

Weinuntersuchungsanstalt in Eisenstadt und Klosterneuburg.

Burgenland
generisches Weinbaugebiet

Das Burgenland ist ein generisches Weinbaugebiet im Osten Österreichs.

Burgunder
Rebsortenfamilie

Die Burgunderfamilie besteht aus den Pinotsorten Blauer Burgunder (Pinot Noir), Grauer Burgunder (Pinot Gris) und Weißburgunder (Pinot Blanc); neben dieser Kerngruppe gehören u. a. noch Chardonnay und St. Laurent dazu.

Burgunderflasche
Flaschenform

Ursprüngliche Flaschenform der Burgund; heute in Österreich häufig für Weine aus der Burgunderfamilie verwendet.

Buschen
Nadelzweige

Optisches Zeichen des "Aussteckens" beim Heurigen (Buschenschank).

Buschenschank
Heuriger

Andere Bezeichnung für "Heuriger" (in Deutschland Straußenwirtschaft); ein Lokal in dem Eigenbauweine und mehr oder weniger einfachere Speisen verabreicht werden.

Butte
Tragekorb

Bezeichnung für ein am Rücken getragenes Behältnis, das früher für den Traubentransport bei der Lese verwendet wurde.

buttrig

Begriff in der Weinsensorik für Geruch und Geschmack nach Butter oder Buttercreme, meist durch biologischen Säureabbau verursacht.

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