Weinlexikon von A-Z

Die Sprache des Weines kennt viele Begriffe, die – zumindest in ihrer fachspezifischen Bedeutung – nicht allen geläufig sind. Die gebräuchlichsten Termini beschreibt und erklärt das Glossar.

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Allier
Eichenholz

Meist verwendetes Eichenholz für die Verwendung von Barriques, benannt nach einem Fluss und Departement in Mittelfrankreich.

Alte Reben
Rebbestand älter als 40 Jahre

Oft am Etikett für Weine aus altem Rebbestand; weniger Ertrag bringt meist höhere Qualität.

Alte Welt
Bezeichnung für die Weinbauländer Europas

Sammelbezeichnung für die Weinbauländer Europas inkl. Mittelmeerbecken, Naher Osten und Nordafrika. Wird als Abgrenzung zu den Überseeländern (ehemalige Kolonien) verwendet, die als Neue Welt bezeichnet werden.

Alterstöne

Juchten- bzw. Petrolton, auch als Firn, Altl oder Tertiärbukett bezeichnet.

Altl
Reifegeschmack

Ausdruck für Alters- oder Reifegeschmack (Firn); meist positive Bezeichnung für einen in Ehren gereiften Wein.

Altwein
älterer Jahrgang

Sobald nach Martini am 11.11. der Heurige angeboten wird, heißt der vorherige Jahrgang „Alter“ (speziell beim Heurigen/Buschenschank); heutzutage wird diese Abgrenzung nicht mehr so genau genommen.

Amerikanerreben
Rebsorten aus Nord-, Mittel- und Südamerika

Umgangssprachliche Bezeichnung für Rebsorten aus Nord-, Mittel- und Südamerika, die nicht der europäischen Spezies Vitis vinifera angehören; bekannte Sorten sind Isabella, Delaware oder Otello.

Amerikanische Eiche

Umgangssprachliche Bezeichnung für das Holz der amerikanischen Weißeiche; Barriques aus diesem Holz zeichnen sich durch intensiven Geruch und Geschmack sowie Röstaromen (Kokosnuss, Vanille) aus.

Ampelographie
Rebsortenkunde

Wissenschaft von den Rebsorten (Rebsortenkunde)

amtliche Prüfnummer

Sie kennzeichnet österreichischen Qualitäts- und Prädikatswein und wird erst nach einer chemischen Analyse und einer sensorischen Prüfung (durch eine Kostkommission) vergeben; erkennbar am Etikett als Buchstaben-Ziffernkombination (z.B. N 12345/10).

Analyse
Physikalische oder chemische Untersuchung

Physikalische oder chemische Untersuchung zur Feststellung der Weininhaltsstoffe. Jeder österreichische Qualitätswein, der in Verkehr gebracht wird, muss einer chemischen Analyse unterzogen werden.

Anbaugebiete

Deutsche Bezeichnung für Weinbaugebiete

Anreicherung
Zugabe von Rübenzucker

Durch die Zugabe von Rübenzucker (Saccharose) zum Most, wird der Alkoholgehalt des zukünftigen Weines erhöht. Dieser Vorgang wird auch als Anreichern, Aufzuckern bzw. Chaptalisieren bezeichnet. Für österreichischen Qualitätswein ist als erlaubte Obergrenze 3,4 kg Saccharose für 100 l Most bzw. eine Alkoholerhöhung um maximal 2 % vol festgelegt.

Aperitif
Getränk vor dem Essen

Sammelbegriff, meist für alkoholische Getränke, die vor dem Essen zur Appetitanregung gereicht werden.

Äpfel-Milchsäure-Gärung
Abbau der Äpfelsäure

Abbau bzw. Umwandlung der Äpfelsäure zu Milchsäure und Kohlendioxyd. Der biologische Säureabbau (BSA) wird auch zweite Gärung oder malolaktische Gärung (kurz Malo) genannt. Man versteht darunter den Abbau bzw. die Umwandlung der Äpfelsäure zu Milchsäure und Kohlendioxid (CO2). Verantwortlich für diesen Prozess sind bestimmte Bakterien. Weine mit BSA sind weicher, runder und auch stabiler. Für junge, fruchtige, pikante Weißweine ist der biologische Säureabbau unerwünscht.

Apfelsäure / Äpfelsäure
organische Säure

Eine der wichtigsten organischen Säuren im Wein, die vor allem in unreifen Trauben vorhanden ist und mit zunehmender Reife abgebaut wird.

Ar
Flächenmaß

100 m2

Aroma
Geruchskomponente

Positive, angenehme Geruchskomponenten, die von der Traubenfrucht herrühren. Die unterschiedlichen Aromakomponenten (blumig, fruchtig, würzig etc. sind im Aromarad aufgelistet. Von Bedeutung sind nicht nur die Geruchseindrücke durch die Nase, sondern auch die retronasale Wahrnehmung durch den Nasen-Rachenraum. Im Englischen wird dieses Zusammenspiel als „flavour“ bezeichnet. Wir unterscheiden Primär-, Sekundär- u. Tertiäraroma; auch Primär-, Sekundär- und Tertiärbukett benannt. Primäraromen sind jene Substanzen, die bereits in der Traube enthalten sind und schon beim Kosten einer Beere mit den Aromen im späteren Wein verglichen werden können. Wir sprechen von weinigen und traubigen Aromen. Dieser Charakter der Traubensorte kann den Duft nach Beeren, Früchten, Blüten oder Blumen aufweisen (z. B. Rosenduft beim Traminer). Unter Sekundäraromen versteht man aromabestimmende Substanzen, die erst durch Traubenverarbeitung, Gärung und Ausbau entstehen. Man kann auch vom Gärbukett sprechen. Dazu gehören erwünschte Aromatisierungen, wie z. B. Röstaromen, Toasting oder Vanille, die vom Barrique in den Wein übergehen, aber auch so manche Weinfehler, wie z. B. Böckser. Die Tertiäraromen oder das Tertiärbukett ist das Lagerbukett und entsteht nach der Gärung erst während der Lagerung, während des Reifeprozesses. Ein typisches Aroma ist hier der Petrolton beim Riesling, ein klassischer Reifeton. Aber auch Weinfehler gehören wieder dazu, deren häufigster der Korkgeschmack ist.

Aromarad
Auflistung aller im Wein vorkommenden Aromen

Systematische Auflistung aller im Wein vorkommenden Aromen:
Fruchtig, blumig, pflanzlich/vegetativ/vegetabil, würzig, karamellisiert, rauchig/gebrannt, Bodentöne, mikrobiologisch.

aromatisch
intensiver Eindruck in der Nase

Intensiver, positiver Eindruck in der Nase und ausgeprägtem Geschmack (z. B. Traminer, Muskateller).