Die Sprache des Weines kennt viele Begriffe, die – zumindest in ihrer fachspezifischen Bedeutung – nicht allen geläufig sind. Die gebräuchlichsten Termini beschreibt und erklärt das Glossar.

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Ab-Hof-Verkauf

Weinverkauf direkt vom Erzeuger an den Endverbraucher. In Österreich werden ca. 20 % des gesamten Weines ab Hof abgesetzt.

abbeeren
Trennen der Beeren von den Stielen

Das Abbeeren (so der deutsche Ausdruck) bzw. Trennen der Beeren von den Stielen vor dem Pressen.

abfüllen
Wein wird in Flaschen gefüllt

Auf die Flasche ziehen. Wein wird in Flaschen gefüllt (in der Regel mittels Kaltsterilverfahren).

Abgang
Der letzte Geschmackseindruck eines Weines

Auch Nachgeschmack bzw. Persistance.

abgebaut

Der Wein hat seinen Höhepunkt bereits überschritten, wirkt nicht mehr frisch, beginnt zu altern oder hat Säure abgebaut.

abgerundet

Rund; der Wein schmeckt harmonisch

absetzen

Der Jungwein wird vom Geläger getrennt. Das Abziehen des geklärten Weines aus einem Tank bzw. Fass vom Geläger. Der Wein wird dadurch von den Trubstoffen (grobe Hefe) befreit.

Abstich
Das Abziehen des geklärten Weines aus einem Tank bzw. Fass vom Geläger.

Der Wein wird dadurch von den Trubstoffen (grobe Hefe) befreit.

abstoppen

Unterbrechen der Gärung, um natürlichen Restzucker zu erhalten.

abziehen

Der Jungwein wird vom Geläger getrennt.

Acetaldehyd
Chemische Verbindung aus der Gruppe der Aldehyde

Verantwortlich für Weinfehler wie Oxidation, Nachgärung oder Acetonton.

Aceton
Weinfehler, erinnert an Nagellackentferner
Achte(r)l
0,125 Liter Wein im Glas

Im Stehen zu sich genommen heißt es "Steh-Achte(r)l", wenn man gehen will und sich doch noch nicht losreißen kann: "Flucht-Achte(r)l".

adstringierend

Zusammenziehend, austrocknender bzw. pelziger Geschmack, der durch die Tannine (Gerbstoffe) des Rotweins entsteht.

aggressiv
Beißend, hart und scharf

Meist durch Säure und Tannin hervorgerufen.

Agraffe
Kleiner Drahtkorb

Kleiner Drahtkorb, mit dem der Korken einer Sektflasche gesichert ist; auch Muselet genannt.

Aldehyd
Sherry-Ton

Oxidativer Geruch und Geschmack. Chemische Verbindung aus der Gruppe der Aldehyde; verantwortlich für Weinfehler wie Oxidation, Nachgärung oder Acetonton.

Alkohol
Bezeichnung für Ethanol

Umgangssprachliche Bezeichnung für Ethanol. Im Lauf der Gärung wird der Zucker ganz oder teilweise in Alkohol umgewandelt. Wir unterscheiden vorhandenen Alkohol (am Etikett auf der Flasche zu lesen), potentieller Alkohol (entsteht theoretisch durch Vergären des Restzuckers) sowie Gesamtalkohol (Summe aus vorhandenem und potentiellem Alkohol).

alkoholfreier Wein
Wein ohne Alkohol

Wein dem der Alkohol nach abgeschlossener Gärung wieder entzogen wurde.

alkoholisch
brandig

Brandig, breit, scharfer Geschmack; eher negativ.

Allier
Eichenholz

Meist verwendetes Eichenholz für die Verwendung von Barriques, benannt nach einem Fluss und Departement in Mittelfrankreich.

Alte Reben
Rebbestand älter als 40 Jahre

Oft am Etikett für Weine aus altem Rebbestand; weniger Ertrag bringt meist höhere Qualität.

Alte Welt
Bezeichnung für die Weinbauländer Europas

Sammelbezeichnung für die Weinbauländer Europas inkl. Mittelmeerbecken, Naher Osten und Nordafrika. Wird als Abgrenzung zu den Überseeländern (ehemalige Kolonien) verwendet, die als Neue Welt bezeichnet werden.

Alterstöne

Juchten- bzw. Petrolton, auch als Firn, Altl oder Tertiärbukett bezeichnet.

Altl
Reifegeschmack

Ausdruck für Alters- oder Reifegeschmack (Firn); meist positive Bezeichnung für einen in Ehren gereiften Wein.

Altwein
älterer Jahrgang

Sobald nach Martini am 11.11. der Heurige angeboten wird, heißt der vorherige Jahrgang „Alter“ (speziell beim Heurigen/Buschenschank); heutzutage wird diese Abgrenzung nicht mehr so genau genommen.

Amerikanerreben
Rebsorten aus Nord-, Mittel- und Südamerika

Umgangssprachliche Bezeichnung für Rebsorten aus Nord-, Mittel- und Südamerika, die nicht der europäischen Spezies Vitis vinifera angehören; bekannte Sorten sind Isabella, Delaware oder Otello.

Amerikanische Eiche

Umgangssprachliche Bezeichnung für das Holz der amerikanischen Weißeiche; Barriques aus diesem Holz zeichnen sich durch intensiven Geruch und Geschmack sowie Röstaromen (Kokosnuss, Vanille) aus.

Ampelographie
Rebsortenkunde

Wissenschaft von den Rebsorten (Rebsortenkunde)

amtliche Prüfnummer

Sie kennzeichnet österreichischen Qualitäts- und Prädikatswein und wird erst nach einer chemischen Analyse und einer sensorischen Prüfung (durch eine Kostkommission) vergeben; erkennbar am Etikett als Buchstaben-Ziffernkombination (z.B. N 12345/10).

Analyse
Physikalische oder chemische Untersuchung

Physikalische oder chemische Untersuchung zur Feststellung der Weininhaltsstoffe. Jeder österreichische Qualitätswein, der in Verkehr gebracht wird, muss einer chemischen Analyse unterzogen werden.

Anbaugebiete

Deutsche Bezeichnung für Weinbaugebiete

Anreicherung
Zugabe von Rübenzucker

Durch die Zugabe von Rübenzucker (Saccharose) zum Most, wird der Alkoholgehalt des zukünftigen Weines erhöht. Dieser Vorgang wird auch als Anreichern, Aufzuckern bzw. Chaptalisieren bezeichnet. Für österreichischen Qualitätswein ist als erlaubte Obergrenze 3,4 kg Saccharose für 100 l Most bzw. eine Alkoholerhöhung um maximal 2 % vol festgelegt.

Aperitif
Getränk vor dem Essen

Sammelbegriff, meist für alkoholische Getränke, die vor dem Essen zur Appetitanregung gereicht werden.

Äpfel-Milchsäure-Gärung
Abbau der Äpfelsäure

Abbau bzw. Umwandlung der Äpfelsäure zu Milchsäure und Kohlendioxyd. Der biologische Säureabbau (BSA) wird auch zweite Gärung oder malolaktische Gärung (kurz Malo) genannt. Man versteht darunter den Abbau bzw. die Umwandlung der Äpfelsäure zu Milchsäure und Kohlendioxid (CO2). Verantwortlich für diesen Prozess sind bestimmte Bakterien. Weine mit BSA sind weicher, runder und auch stabiler. Für junge, fruchtige, pikante Weißweine ist der biologische Säureabbau unerwünscht.

Apfelsäure / Äpfelsäure
organische Säure

Eine der wichtigsten organischen Säuren im Wein, die vor allem in unreifen Trauben vorhanden ist und mit zunehmender Reife abgebaut wird.

Ar
Flächenmaß

100 m2

Aroma
Geruchskomponente

Positive, angenehme Geruchskomponenten, die von der Traubenfrucht herrühren. Die unterschiedlichen Aromakomponenten (blumig, fruchtig, würzig etc. sind im Aromarad aufgelistet. Von Bedeutung sind nicht nur die Geruchseindrücke durch die Nase, sondern auch die retronasale Wahrnehmung durch den Nasen-Rachenraum. Im Englischen wird dieses Zusammenspiel als „flavour“ bezeichnet. Wir unterscheiden Primär-, Sekundär- u. Tertiäraroma; auch Primär-, Sekundär- und Tertiärbukett benannt. Primäraromen sind jene Substanzen, die bereits in der Traube enthalten sind und schon beim Kosten einer Beere mit den Aromen im späteren Wein verglichen werden können. Wir sprechen von weinigen und traubigen Aromen. Dieser Charakter der Traubensorte kann den Duft nach Beeren, Früchten, Blüten oder Blumen aufweisen (z. B. Rosenduft beim Traminer). Unter Sekundäraromen versteht man aromabestimmende Substanzen, die erst durch Traubenverarbeitung, Gärung und Ausbau entstehen. Man kann auch vom Gärbukett sprechen. Dazu gehören erwünschte Aromatisierungen, wie z. B. Röstaromen, Toasting oder Vanille, die vom Barrique in den Wein übergehen, aber auch so manche Weinfehler, wie z. B. Böckser. Die Tertiäraromen oder das Tertiärbukett ist das Lagerbukett und entsteht nach der Gärung erst während der Lagerung, während des Reifeprozesses. Ein typisches Aroma ist hier der Petrolton beim Riesling, ein klassischer Reifeton. Aber auch Weinfehler gehören wieder dazu, deren häufigster der Korkgeschmack ist.

Aromarad
Auflistung aller im Wein vorkommenden Aromen

Systematische Auflistung aller im Wein vorkommenden Aromen:
Fruchtig, blumig, pflanzlich/vegetativ/vegetabil, würzig, karamellisiert, rauchig/gebrannt, Bodentöne, mikrobiologisch.

aromatisch
intensiver Eindruck in der Nase

Intensiver, positiver Eindruck in der Nase und ausgeprägtem Geschmack (z. B. Traminer, Muskateller).

Asche
unbrennbare Bestandteile

Gesamtheit der unbrennbaren Bestandteile des Weins, hauptsächlich Mineralstoffe und Spurenelemente.

Assemblage
Verschnitt

Französische Bezeichnung für Verschnitt

Äthylalkohol
Häufigster Alkohol im Wein
atmen
lüften

Der Wein nimmt durch Öffnen und Schultern der Weinflasche Sauerstoff auf; ein Glas Wein wird ausgegossen, dadurch die Oberfläche in der Flasche vergrößert und der Lufteinfluss intensiviert.

aufbessern
aufzuckern

Durch die Zugabe von Rübenzucker (Saccharose) zum Most, wird der Alkoholgehalt des zukünftigen Weines erhöht. Dieser Vorgang wird auch als Anreichern, Aufzuckern bzw. Chaptalisieren bezeichnet. Für österreichischen Qualitätswein ist als erlaubte Obergrenze 3,4 kg Saccharose für 100 l Most bzw. eine Alkoholerhöhung um maximal 2 % vol festgelegt.

auffüllen

Weinbehälter (Fässer und Tanks) müssen regelmäßig aufgefüllt werden, um eine Oxidation zu vermeiden.

aufrühren
Hefe im Fass bewegen

= Bâtonnage: französische Bezeichnung für das Aufrühren der Hefe im Fass.

aufspriten
Zufügen von Alkohol

Bei der Produktion von Fortifieds (gespriteten Weinen) bzw. Likörweinen wird dem Grundprodukt Alkohol zugefügt.

aufzuckern
Zugabe von Rübenzucker

Durch die Zugabe von Rübenzucker (Saccharose) zum Most, wird der Alkoholgehalt des zukünftigen Weines erhöht. Dieser Vorgang wird auch als Anreichern, Aufzuckern bzw. Chaptalisieren bezeichnet. Für österreichischen Qualitätswein ist als erlaubte Obergrenze 3,4 kg Saccharose für 100 l Most bzw. eine Alkoholerhöhung um maximal 2 % vol festgelegt.

Auge
Knospe

Knospe des Rebstocks

Ausbau
Lagerungsphase

Ausbau- und Lagerungsphase des Weines nach vollendeter Gärung.

Ausbruch
Prädikatswein

Österreichischer Prädikatswein aus edelfaulen und eingeschrumpften Beeren;
Spezialität aus Rust; lt. österreichischem Weingesetz beträgt das Mindestmostgewicht dafür 30° KMW.

ausdünnen
Ertragsminderung

Zwecks Qualitätssteigerung und Ertragsminimierung wird ein Teil der noch unreifen Trauben abgeschnitten. Dieser Vorgang wird auch als grüne Lese bezeichnet.

ausg'steckt
geöffneter Heuriger

Wenn in Österreich ein Heuriger (eine Buschenschank) geöffnet hat, ist ausg´steckt. Dies wird mit einem Buschen (meist Föhrenzweige) optisch signalisiert.

ausgebaut
trinkreif

Der Wein ist vollkommen entwickelt, trinkreif.

ausgesteckt
geöffneter Heuriger

Wenn in Österreich ein Heuriger (eine Buschenschank) geöffnet hat, ist ausgesteckt. Dies wird mit einem Buschen (meist Föhrenzweige) optisch signalisiert.

ausgewogen / ausgeglichen
harmonisch

Harmonie von Frucht, Süße, Alkohol, Säure und Gerbstoffgehalt.

Auslese
Prädikatswein

Österreichischer Prädikatswein aus vollreifen Trauben; lt. österreichischem Weingesetz beträgt das Mindestmostgewicht dafür 21° KMW.

Ausstich
Selektion

Österreichische Bezeichnung für Selektion; die besten Fässer werden mittels Stichheber ermittelt. Besondere Berühmtheit erlangte der St. Laurent Ausstich vom Stift Klosterneuburg.

Austrieb
Öffnen der Knospen

Öffnen der Knospen und Bildung erster Blätter im Frühjahr (meist im April).

autochthon
einheimische Rebsorten

Bezeichnung für einheimische Rebsorten, die im Gegensatz zu internationalen Sorten nur regional verbreitet sind, z.B. Rotgipfler und Zierfandler in der Thermenregion, Roter Veltliner am Wagram oder Blauer Wildbacher in der Weststeiermark.

avinieren
Ausspülen des Weinglases

Ein Weinglas wird vor dem Benutzen mit etwas Wein ausgespült, um etwaige Fremdgerüche (Spülmittelrückstände, Schrank- oder Kartongeruch etc.) zu eliminieren.

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