Weststeiermark
Heimat des Schilchers

Nur 546 Hektar sind in der Weststeiermark mit Reben bepflanzt, doch daraus schaffen die Winzerfamilien eine verblüffende Vielfalt an Produkten: geschliffene Weißweine aus vielzähligen Rebsorten ebenso wie rassige, säurebetonte Schilcher. Letztere werden aus dem regional vorherrschenden Blauen Wildbacher gekeltert und wurden längst auch international zu einer anerkannten Gebietsspezialität.

Weinbaufläche

546 ha

Wichtige Weinbauorte

Stainz, St. Stefan ob Stainz, Deutschlandsberg

Das kleinste Weinbaugebiet der Steiermark ist ein uraltes Weinland, in dem schon Illyrer, Kelten und später Römer Weinreben kultivierten. Die Weingärten ziehen sich in einem schmalen, langen Band bis zu 600 Meter Seehöhe an den Ausläufern der Koralpe und des Reinischkogels nach Süden bis zur slowenischen Grenze.

Diese besondere Topografie bedingt tagsüber starke Erwärmung und schützt vor rauen Winden. Steile Hänge mit malerischen kleinen Kellerstöckeln sind zu überwinden, tiefe Täler zu durchqueren auf dem Weg von Ligist im Norden über St. Stefan ob Stainz bis nach Deutschlandsberg und Eibiswald. Abstecher in Weinorte wie Greisdorf, Gundersdorf, Wildbach oder Wies bringen überraschende Perspektiven – beim Panorama ebenso wie beim Wein. Ungewöhnlich sind auch der Gesteinsbau des Gebietes, aus alten Gneisen und Glimmerschiefern, sowie das so genannte illyrische Klima, mit südeuropäisch-mediterranen Einflüssen und relativ hohen Niederschlägen.

Das Zusammenspiel all dieser Eigenheiten erklärt auch die Einzigartigkeit des Weintyps, der einem hier auf Schritt und Tritt begegnet. Die Weststeiermark ist das klassische Schilcherland, denn auf dem Großteil der Rebfläche wächst Blauer Wildbacher, eine uralte Rebsorte, die als Grundlage für den rosafarbenen Wein dient, der eine unglaubliche Erfolgsgeschichte erlebt hat. Ursprünglich ein rustikaler Bauernwein mit aggressiver Säure, verwandelte er sich durch kontinuierliche Qualitätsverbesserungen unter den Händen ambitionierter Winzer zu einem begehrten Getränk.

Die Einführung von Weststeiermark DAC im Jahr 2018 trug dem Schilcher ganz besonders Rechnung: Als einziges Gebiet der Steiermark darf die Weststeiermark neben den typischen steirischen Weißweinsorten, wobei der Sauvignon Blanc auf Ortsweinebene eine wichtige Rolle spielt, auch den Schilcher mit seiner geschützten Ursprungsbezeichnung versehen.
Nicht zu unterschätzen sind auch die seltenen roten Varianten sowie Schaum- und Süßweine aus Blauem Wildbacher, die mit ihrer individuellen Stilistik eine Bereicherung für das Weinland Österreich darstellen. Sie tragen allerdings die Herkunft "Steiermark" auf dem Etikett.

Auch für den Weintourismus ist der Schilcher ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Dieser unverwechselbare Wein mit Charakter ist ein authentischer Botschafter für eine der unberührtesten und landschaftlich reizvollsten Weinlandschaften Europas.

Ein Bild zeigt Schloss Stainz
© ÖWM / Anna Stöcher

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