Das Weinviertel ist jedem österreichischen Weinfreund ein Begriff, doch auch international steigt der Bekanntheitsgrad des größten Weinbaugebietes des Landes – es umfasst stolze 13.858 Hektar und eine große Weinvielfalt. Doch das Erfolgsrezept heißt Grüner Veltliner, namentlich in den gebietstypischen Ausprägungen als Weinviertel DAC und Weinviertel DAC Reserve.

Weinbaufläche

13.858 ha

Wichtige Weinbauorte

Röschitz, Retz, Haugsdorf, Falkenstein, Poysdorf, Herrnbaumgarten, Wolkersdorf, Mannersdorf

Gebiet & Wein

Von der Donau im Süden bis zur tschechischen Grenze im Norden, vom Manhartsberg im Westen bis zur slowakischen Grenze im Osten erstreckt sich das größte spezifische Weinbaugebiet Österreichs mit 13.858 Hektar. Doch Weinviertel ist nicht gleich Weinviertel. Auf Grund verschiedener Faktoren – besonders was die klimatischen Einflüsse und geologischen Bedingungen betrifft – lässt sich eine Dreiteilung des Weinbaugebietes vornehmen. Daher ist neben dem General Grüner Veltliner ein stattliches Regiment an weiteren Rebsorten anzutreffen.

Im westlichen Weinviertel sollte jeder Weinreisende zwei „Inseln“ ansteuern, beginnend im Land um Retz mit seinen monumentalen Kelleranlagen unter der Altstadt, die an die historische Bedeutung des dortigen Weinhandels erinnern. Das trockene Kleinklima hat hier von jeher auch die Rotweinerzeugung begünstigt. Im Pulkautal rund um die Orte Jetzelsdorf und Haugsdorf und in der ausgedehnten Kessellage von Mailberg gedeihen fruchtbetonte Zweigelt und Blaue Portugieser. Ein Ankerpunkt für Weißweinliebhaber ist eine weitere „Insel“, diesmal aus Granit, um Röschitz, wo Grüne Veltliner und Rieslinge dank geschmackprägender Urgesteinsformationen eine besondere Finesse entwickeln.

Die Winzer im nordöstlichen Teil des Weinviertels um Poysdorf keltern vor allem würzige Grüne Veltliner, frische Welschrieslinge und gehaltvolle Burgunder. Die Nordgrenze des Weinviertels zu Mähren markieren die Kalkklippen von Staatz und Falkenstein, die hervorragende Voraussetzungen für fruchtbetonte, mineralische Weine schaffen. Die nördlich von Poysdorf gelegenen Orte Herrnbaumgarten und Schrattenberg sind durch ihre Kessellage prädestiniert für ausdrucksstarke Rotweine. Gleich nördlich von Wien sind noch die Weinbaugemeinde Wolkersdorf für klassischen Weinviertel DAC und die Region an den Hängen des Bisamberges als Heimstätte pikanter Rieslinge hervorzuheben.

Weiter im Südosten, an der Grenze zum Marchfeld zwischen Auersthal und Mannersdorf, macht sich der pannonische Klimaeinfluss bemerkbar. Im Zusammenspiel mit dem Kleinklima am Fluss March herrschen beste Bedingungen für oft etwas rundere Grüne Veltliner, Rieslinge, Burgunder und aromatische Rebsorten wie Traminer – bis hinauf in hohe Prädikatsstufen.

Trotz dieser Vielfalt bleibt der Grüne Veltliner der unangefochtene Hauptdarsteller des Weinviertler Weingenusses: Knapp 6.700 Hektar bedeuten nicht nur die Hälfte des gesamten Bestandes in Österreich, sondern auch knapp die Hälfte weltweit. Dessen ungeachtet – und auch über alle unterschiedlichen Bodentypen und große Entfernungen zwischen den Weinorten hinweg – ist der Weinviertler Veltlinertyp an einer pikant „pfeffrigen“ Geschmacksnote zu erkennen. Zur Assoziation an grünen, weißen und bei höherer Reife auch schwarzen Pfeffer kommen fruchtbetontes Bukett und frische Säure. Dieses charakteristische Trio wurde ab dem Jahrgang 2002 zur Definition für den gebietstypischen Weinviertel DAC , die erste kontrollierte Herkunftsbezeichnung Österreichs. Seit dem Jahrgang 2009 gibt es neben der klassisch-trockenen, frischen Variante auch die kräftige Spielart Weinviertel DAC Reserve.

Ein Bild zeigt den Galgenberg in Wildendürnbach im Weinviertel mit seiner charakteristischen Kellergasse um den Berg herum.
Ein Bild zeigt den weiten Blick über Weingärten bei Prottes im Weinviertel.

Weinviertel DAC
Weinviertel DAC: seit Jahrgang 2002, Weinviertel DAC Reserve: seit Jahrgang 2009

Rebsorte: Grüner Veltliner

Stufen:

Alkohol:

Restzucker:

Geschmacksprofil:

Etikettierung: Herkunftsbezeichnung (inkl. "DAC") ist auf dem Etikett anzuführen.

Geologie

Am Rand zum Waldviertel stehen die Reben auf saurem Granit des Moravikum, der verwitternd zu quarzreichem Sand zerfällt. Gegen Osten folgen zwei Becken aus lockeren Gesteinen. Sie sind durch den Höhenzug der Leiser Berge und die markanten Klippen der Waschbergzone aus hellem, hartem Kalkstein voneinander getrennt. Der zentrale Teil des Weinviertels erfasst im Süden auch den Flysch mit kalkigen Sandsteinen und Mergeln am Bisamberg und meist sauren, quarzreichen Sandsteinen und Tonen am östlichen Rand des Korneuburger Beckens.

Westlich der Waschbergzone liegt die Molasse mit Sanden, Kiesen, tonigen Schluffen und der Besonderheit von Diatomithorizonten einerseits und andererseits mit dem breiten schottrigen Höhenzug der Ur-Donau.

Die Region östlich der Waschbergzone gehört zum Wiener Becken und ist ebenfalls vorwiegend aus lockeren, meist kalkigen Gesteinen wie Kiesen, Sanden und tonigen Schluffen aufgebaut. Feste Kalksteine oder Kalksandsteine treten in beiden Becken nur lokal auf.

Über die Hälfte der Weingärten liegt auf Löss, dem kaltzeitlichen Gesteinsstaub, der in unterschiedlicher Dicke alle älteren Gesteine bedecken kann und dann auch auf saurem Untergrund für Kalkgehalt sorgt.

Ein Wiener Schnitzel auf einem Teller, dazu Erdäpfelsalat und ein Glas Weißwein stehen auf einem Tisch.
© ÖWM/Blickwerk Fotografie

Kulinarik-Tipp

Der Weinviertel DAC ist ein idealer Wein zu vielen Speisen der österreichischen Schmankerlküche, von der Heurigenplatte über Schinkenfleckerl bis zum Wiener Schnitzel. Er brilliert aber auch zu vielen Bistro-Klassikern und Gerichten mit mediterranem Einschlag. Reserveweine dagegen passen auch bestens zu ausgefeilt kreativen Gerichten bis hin zu pikanten Rezepten asiatischer Küchen.

Links & Downloads

DAC-Verordnung Weinviertel

Kartenmaterial

Bildmaterial

Offizielle Webseite Weinviertel

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