In diesem Gebiet verteilen sich mehr als 2.400 Hektar Rebfläche auf zwei ganz unterschiedliche Zonen: Nördlich der Donau, östlich an das Kamptal anschließend, erstreckt sich etwa 30 km nach Osten der eigentliche Wagram – eine mächtige Geländestufe. Südlich der Donau liegen die kleinen Weinorte des Tullnerfelds, aber auch die historische Weinstadt Klosterneuburg vor den Toren von Wien.

Weinbaufläche

2.459 ha

Wichtige Weinbauorte

Feuersbrunn, Fels, Grossriedenthal, Gösing, Kirchberg, Großweikersdorf, Klosterneuburg

Gebiet & Wein

Die natürlichen Voraussetzungen formen im nördlichen Teil des Weinbaugebiets Wagram ein einheitliches geologisches und klimatisches Profil, das beste Voraussetzungen für die Kelterung gehaltvoller und aromatischer Weine bietet. In mehreren Lagen eiszeitlich angewehter Löss verhüllt den Untergrund aus Meeresablagerungen („Wagram“ kommt von „Wogenrain“, was so viel wie „Meeresufer“ bedeutet) und Flussschottern und prägt die Landschaft.

Ab dem Jahrgang 2021 werden die gebietstypischen Weine mit der Bezeichnung „Wagram DAC“ versehen. Auf den Ebenen Gebietswein und Ortswein lässt sich die Vielfalt des Gebiets entdecken und schmecken. Die Weißweine punkten mit feiner Würze und sind oft vom Löss geprägt. Doch auch einige der gehaltvollsten Rotweine Niederösterreichs sind in den Leitbetrieben anzutreffen, speziell aus Zweigelt, St. Laurent und Blauburgunder. Auch sie dürfen auf Gebietswein- und teilweise auf Ortswein-Ebene mit „Wagram DAC“ bezeichnet werden.

Die Spitze der dreistufigen Herkunftspyramide bilden die Riedenweine. Hier glänzen Grüner Veltliner, Roter Veltliner und Riesling. Vor allem der Grüne Veltliner reift zu herzhaft würzigen Weinen heran, die Substanz und Trinkvergnügen vereinen. Wagramer Riesling wartet mit klarer, intensiver Frucht und einem guten Säuregerüst auf. Die autochthone Sortenspezialität Roter Veltliner liefert elegante und eigenständige Weißweine, die bei Ertragsregulierung besonders lagerfähig sind. Abseits der trockenen Weine ist das Süßweinsegment mit Eisweinen aus der umweltbewussten Gemeinde Großriedenthal gut vertreten; sie kommen mit der HerkunftNiederösterreich“ auf den Markt.

Das Selbstbewusstsein erfolgreicher Winzer*innen färbt auf den ganzen Wagram ab, ein Motivationsschub für weitere Qualitätssteigerung auf breiter Basis, unterstützt von Tourismus und Gastronomie, die hier ebenfalls großen Stellenwert haben. Die Orte Feuersbrunn, Fels, Kirchberg (mit der Gebietsvinothek Weritas) oder Großriedenthal sind Adressen engagierter Betriebe, die längst den Status des Geheimtipps abgegeben haben.

Klosterneuburg: Wein, Genuss, Kultur
In und rund um Klosterneuburg fällt der Blick auf eine lange Tradition des Weinbaus ebenso wie in eine erfolgreiche Zukunft. Hier befindet sich die Höhere Bundeslehranstalt für Wein- und Obstbau – die erste Weinbauschule der Welt (gegründet 1860) –, die Weinwissen auf internationalem Niveau an den Nachwuchs vermittelt und zukunftsweisende Forschung betreibt. Eines der größten und ältesten österreichischen Privatweingüter ist das Stift Klosterneuburg. Darüber hinaus reicht die Bandbreite der Betriebe der Weinstadt von kleinen Familienheurigen bis zu großen Sektkellereien – und das alles in unmittelbarer Nähe der Bundeshauptstadt Wien.

Ein Bild zeigt die Weingärten rund um Mitterstockstall im Wagram.
Ein Bild zeigt den Blick durch herbstliche Rebzeilen auf das Stift Klosterneuburg.

Herkunftssystem Wagram DAC
seit Jahrgang 2021

Zugelassene Rebsorten (reinsortig): Grüner Veltliner, Roter Veltliner, Riesling
Trocken, ohne dominanten Holzton
Einreichung zur Prüfnummer ab 1. März des auf die Ernte folgenden Jahres
Zugelassene Rebsorten (reinsortig, kein Rosé oder Weißgepresster): Chardonnay, Grüner Veltliner, Roter Veltliner, Weißburgunder, Riesling, Blauburgunder, Zweigelt
Trocken, Weißwein ohne dominanten Holzton
Einreichung zur Prüfnummer ab 1. Jänner des auf die Ernte folgenden Jahres
Zugelassene Rebsorten (reinsortig, als Cuvée oder Gemischter Satz): Chardonnay, Frühroter Veltliner, Grauer Burgunder, Grüner Veltliner, Gelber Muskateller, Roter Veltliner, Sauvignon Blanc, Traminer, Weißburgunder, Riesling, Blauburgunder, St. Laurent, Zweigelt
Trocken, Weißwein ohne dominanten Holzton
Einreichung zur Prüfnummer ab 1. Dezember des Erntejahres

Key Facts

Rebsorten:

Stufen:

  • Gebietswein: Einreichung zur Prüfnummer ab 1. Dezember des Erntejahres
  • Ortswein: Einreichung zur Prüfnummer ab 1. Jänner des auf die Ernte folgenden Jahres
  • Riedenwein: Einreichung zur Prüfnummer ab 1. März des auf die Ernte folgenden Jahres

Alkohol:

  • k.A.

Restzucker:

Geschmacksprofil:

  • Gebietswein, Ortswein, Riedenwein: Weißwein darf keinen dominanten Holzton aufweisen.

Etikettierung:

Die Bezeichnung „Wagram“ ist auch auf dem Etikett, das nicht sämtliche verpflichtende Angaben enthalten muss (Vorderetikett, sofern ein Rückenetikett vorhanden) anzuführen, allenfalls auch ohne den Zusatz „DAC“. Die Angabe des Erntejahres ist verpflichtend. Untenstehende Orts- und sämtliche Riedenbezeichnungen dürfen ausschließlich in Verbindung mit der Herkunftsbezeichnung „Wagram“ verwendet werden.

Herkünfte Ortswein:

Absdorf, Fels, Gösing, Thürnthal, Feuersbrunn, Wagram am Wagram, Großriedenthal, Ottenthal, Neudegg, Ameisthal, Baumgarten, Großweikersdorf, Großwiesendorf, Ruppersthal, Tiefenthal, Zaussenberg, Engelmannsbrunn, Kirchberg, Mitterstockstall, Oberstockstall, Unterstockstall, Königsbrunn, Hippersdorf, Eggendorf, Starnwörth, Stetteldorf, Klosterneuburg

Geologie

Nördlich der Donau dominiert der Löss. Er verhüllt den Untergrund aus kristallinen Gesteinen, aus schluffig-tonigen Meeresablagerungen der Molassezone und aus kaltzeitlichen Terrassenschottern fast vollständig. Der gelblich-mehlige und immer kalkig-dolomitische Gesteinsstaub ist hier stellenweise bis zu mehreren Metern dick. Im nördlichen, höheren und hügeligen Teil des Weinbaugebietes liegen die Weingärten auf sandig-schottrigen Böden, auf der sogenannten Hollabrunn-Mistelbach-Formation. Sie markiert einen früheren Lauf der Donau, der etwa 10 Millionen Jahre alt ist. Vielfach tragen die Schotter eine Lehmdecke.

Südlich der Donau stehen die Weingärten auf verschiedenen Gesteinen der Molassezone bis man gegen Osten auf die Großlage Klosterneuburg trifft. Ihre Rieden liegen auf unterschiedlich stark kalkigen Flyschgesteinen. Als Flysch werden charakteristische, sich oftmals wiederholende Abfolgen von Sand-, Schluff- und Tonstein und Mergel bezeichnet. Sie gehen auf untermeerische Schlammlawinen zurück, die sich in die Tiefsee des ehemaligen Ozeans ergossen.

Die nach Nordost gerichteten Unterhänge sind von feinkörnigen, mehr oder weniger karbonatischen Lehmen verhüllt.

Wagram, © ÖWM
Ein Bild zeigt ein Wiener Schnitzel mit Erdäpfelsalat und einem Glas Weißwein auf einem Tisch.
© ÖWM/Blickwerk Fotografie

Kulinarik-Tipp

Am Wagram entstehen Weine mit leuchtender Frucht, typischer Würze und unverkennbarem Schmelz. Entsprechend eignen sich hier neben den körperreichen Rotweinen auch die Weißweine hervorragend zu Speisen kräftigerer Art. Die Paradesorten Grüner und Roter Veltliner haben Heimspiel bei reichhaltigen Gemüsegerichten und Klassikern wie Wiener Schnitzel oder Fleischlaberl. Mit ihrem vollmundigen Charakter harmonieren sie aber auch wunderbar zu mediterranen Köstlichkeiten wie Vitello Tonnato, Ravioli oder Gyros und verleihen sogar exotischen-pikanten Currys oder weinpaarungstechnischen Herausforderungen wie Kimchi den letzten Schliff.

Links & Downloads

DAC-Verordnung Wagram

Kartenmaterial

Bildmaterial

Offizielle Webseite Wagram

Interpreting Wine Podcast: Wagram Series

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