Wachau
Steile Terrassen, edle Rebsorten, monumentale Weine

Weltkulturerbe und Wohlfühllandschaft – das ist die Wachau, das enge Donautal zwischen Melk und Krems. Auf 1.344 Hektar, teils auf steilen Terrassen, wachsen unverwechselbare Weine heran. Die besten Lagen erbringen einige der größten Weißweine der Welt mit jahrzehntelangem Entwicklungspotenzial, allen voran Grüner Veltliner und Riesling.

Weinbaufläche

1.344 ha

Wichtige Weinbauorte

Spitz, Arnsdorf, Wösendorf, Joching, Weißenkirchen, Dürnstein, Loiben, Rossatz, Mautern

Gebiet & Wein

Die Entstehungsgeschichte eines der faszinierendsten Weinbaugebiete Österreichs ist spannend. In Jahrmillionen hat sich die Donau ihren windungsreichen Weg durch feste Gneise und Amphibolite gegraben. Die Böden aus den kristallinen Gesteinen der Terrassen sind großartige Riesling-Lagen. In den vegetationsarmen Eiszeiten setzte sich im Windschatten der Berge Flugstaub ab, der an den Ostseiten der Kristallinhänge Lössauflagen bildet. Hier wachsen einige der größten, kraftvollsten Grünen Veltliner. Die geologischen Geländeverhältnisse in Verbindung mit den unter der Führung bayerischer Klöster bereits im Mittelalter angelegten Steinterrassen zur Bewirtschaftung der besten Steillagen zeichnen das markante Bild der Wachauer Weinlandschaft.

Spannungsreich ist auch das Klima, denn hier treffen zwei starke Einflüsse aufeinander – nicht frontal, sondern eng verzahnt: das westlich-atlantische und das östlich-pannonische Klima. Je nach Hanglage, Exposition, Geländeformation sowie durch wärmespeichernde Mauern und Felsen werden außerdem Kleinstklimazonen wirksam. Die heißen, trockenen Sommer und die strengen Winter werden durch die große Wasserfläche der Donau ausgeglichen. Die kühlen Fallwinde aus dem nördlichen Waldviertel sorgen speziell in den Monaten vor der Ernte für große Schwankungen zwischen Tag- und Nachttemperaturen. Vom kühleren Spitzer Graben im Westen bis zum wärmeren Loibenberg im Osten entsteht in diesem Zusammenspiel die vielschichtige Aromatik der Trauben. Diese wird in den Weinen als kühle Frucht mit teilweise exotischen Anklängen spürbar.

Durch den Gebietsschutzverband „Vinea Wachau“ werden die trockenen Weißweine und in seltenen Fällen auch Rosé-Weine der Wachau seit Mitte der 1980er-Jahre nach dem natürlichen Alkoholgehalt in drei Kategorien eingeteilt: Duftige Leichtweine bis 11,5 % vol. heißen „Steinfeder“ (nach dem Federgras „stipa pennata“), die klassische Kategorie (11,5 bis 12,5 % vol.) firmiert unter „Federspiel“ (Begriff aus der Falkenjagd), kraftvolle Reserveweine tragen den Namen „Smaragd“ (ab 12,5 % vol.). Die namensgebenden Smaragd-Eidechsen tummeln sich besonders gern an sonnigen Tagen in den Wachauer Weinbergen.

Und nochmals spannend wird es, im historischen Ambiente der Weinorte auf die Suche nach weinkulinarischen Adressen zu gehen. Topwinzer und Spitzengastronomen sind in der Wachau geradezu auf Schritt und Tritt zu finden, von Spitz über Weißenkirchen und Joching bis Dürnstein und Loiben – wobei der eine oder andere Seitensprung ans rechte Donauufer zu empfehlen ist.

Ein Bild zeigt die Rieden Frauenweingärten und Steiger, im Hintergrund fließt die Donau vorbei.
Ein Bild zeigt herbstliche Weingärten im Sonnenschein bei der Ortschaft Spitz.

Geologie

Alte, kristalline Festgesteine, wie verschiedene Gneise, Amphibolite, Marmore und Quarzite bilden die steilen Hänge des Donautales. Allen voran der fein gefältelte Gföhler Gneis, der nach Stoffbestand und Gefüge mannigfaltige Paragneis und der feste Granodioritgneis von Spitz. Die vielfach als basische Lagen mit dem Paragneis wechselnden dunklen Amphibolite gehen auf Laven untermeerischer Vulkane zurück. Marmore mit charakteristischer grau-weißer Bänderung treten in der westlichen Wachau auf.

Im tieferen Teil der Talflanke ist zwischen Wösendorf und Weißenkirchen eine alte Rutschmasse aus verwittertem, chaotisch gelagertem Fels und Blockwerk und mit Kaolin und Rotlehm verschmierten Bewegungsflächen ausgebildet. Kleine Reste von Kiesen, Sanden, Schluffen und Tonen, etwa am Spitzer Burgberg und bei Weißenkirchen, belegen die zur Molassezone gehörige Entwicklung mit Flüssen und Meeresüberschwemmungen im Zeitraum zwischen 30 und etwa 15 Millionen Jahren.

Löss ist auch in der Wachau häufig als Schleier oder Decke auf den älteren Gesteinen anzutreffen. Grobe Flussschotter mit einer Bedeckung von feinen Überschwemmungssedimenten bilden den heutigen Talboden der Donau.

Wachau, © ÖWM
Ein Bild zeigt einen Dämpfkorb mit Dim Sum und ein Glas Weißwein.
© ÖWM/Blickwerk Fotografie

Kulinarik-Tipp

Die Rebsorten und Weinstile der Wachau bieten hervorragende kulinarische Kombinationsmöglichkeiten, egal ob zur heimischen oder zur internationalen Küche. Leichter bis mittelkräftiger Grüner Veltliner etwa ergibt mit vielen Spargelgerichten ein saisonales Traumpaar, brilliert aber auch zu gebackenen Frühlingsrollen, Dim Sum oder Spaghetti ai Frutti di Mare. Mit Riesling lassen sich wunderbar feine Gemüse- oder Fischgerichte von der Forelle „Müllerin“ bis hin zum exotischen Curry begleiten. Smaragd-Veltliner und -Rieslinge geben kräftigen Speisen (Fisch, helles Fleisch, Krustentiere) den letzten Schliff. Besonderer Genusstipp mit der kulinarischen Königin der Wachau: Marillenknödel werden durch einen körperreichen Wachauer Riesling perfekt ergänzt!

Links

Kartenmaterial

Bildmaterial

Offizielle Webseite Wachau

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