Niederösterreich
Das grosse Weinland an der Donau

Niederösterreich ist Österreichs größtes Qualitätsweinbaugebiet. Unter seinem Namen vereint sich ein reichhaltiges Potenzial von Weinherkünften und Weinstilen heimischer Weinraritäten, aber auch internationaler Rebsorten. Die acht in Niederösterreich beheimateten spezifischen Weinbaugebiete, mit klingenden Namen wie der Wachau im Westen bis Carnuntum im Osten, lassen sich grob in drei Klimaräume einteilen: Das Weinviertel im Norden, den Donauraum mit seinen Nebentälern westlich von Wien und das pannonische Niederösterreich im Südosten.

Weinbaufläche

28.145 ha

Gebiet & Wein

Das große Weinviertel machte 2003 Schlagzeilen, als es sich als erstes Weinbaugebiet Österreichs entschloss, nur noch seinen herkunftstypischsten Wein unter dem Gebietsnamen zu vermarkten, nämlich seinen Paradewein, den pfeffrigen Grünen Veltliner. Seitdem garantiert die Bezeichnung Weinviertel DAC am Etikett pfeffrig-würzige, frische Grüne Veltliner im Glas, ab dem Jahrgang 2009 auch kräftig als Reserve. Die vielfältige Sortenpalette von frischen Weißweinen, fruchtigen Rotweinen und sogar Süßweinspezialitäten aus dem Weinviertel findet man unter der Herkunftsbezeichnung Niederösterreich.


Entlang der Donau, von Melk bis Klosterneuburg, und ihren Nebenflüssen Krems, Traisen und Kamp, findet man herrliche Weinorte aufgefädelt wie an einer Perlenkette. Hier hat sich neben dem Grünen Veltliner auch der Riesling als Flaggschiff positioniert. Diese beiden Rebsorten finden als Kremstal DAC , Kamptal DAC und Traisental DAC ihre typischen Ausprägungen. Die steilen Kristallinhänge der Wachau gehen im östlichen Teil des benachbarten Kremstals in Lössterrassen über, die den Weincharakter zum Teil auch im Traisental, Kamptal und besonders am Wagram prägen, wo neben dem Grünen auch der Rote Veltliner zum Aushängeschild wurde. Im Kamptal, besonders am Heiligenstein, findet man Konglomerate und kalkfreie Böden, die den Weinen einen charakteristischen Hauch verleihen. Spezialitäten wie Weißburgunder, Chardonnay aber auch elegante Rotweine aus diesem Teil Niederösterreichs runden das Bild ab.


Im pannonischen Niederösterreich südlich und östlich von Wien wachsen einige der herausragendsten Rotweine Österreichs, wobei in Carnuntum der Zweigelt und der Blaufränkisch die Basis für charakterstarke DAC-Weine bilden. Herkunftstypische Weißweine entstehen hier wiederum aus Chardonnay, Weißburgunder oder Grünem Veltliner. In der Thermenregion geben Pinot Noir und St. Laurent beim Rotwein den Ton an. Die weißen Sorten Zierfandler und Rotgipfler sind Spezialitäten, die fast ausschließlich in diesem Gebiet zu finden sind.


Niederösterreich, das ist die Vielfalt aus dem weiten Land der großen Weine.
 

Das Bild zeigt eine Kellergasse am Wagram in Niederösterreich
Das Bild zeigt die Ried Achleiten in der Wachau

Geologie

Niederösterreich wird aus den geologischen Großeinheiten Moldanubikum, Moravikum, Molassezone und Wiener Becken, Waschbergzone, Flysch, Nördliche Kalkalpen und den Zentralen Ostalpen aufgebaut. Über alle Großeinheiten hinweg greifen die weinbaulich bedeutenden quartären Ablagerungen, namentlich der feinkörnige Löss und die grobkörnigen Terrassenschotter. 

Löss ist für etwas über die Hälfte der Weingärten das Ausgangsmaterial für einen tiefgründigen, in wechselndem Verhältnis kalkig-dolomitischen Boden. Auf Ablagerungen aus dem Neogen in Molassezone und Wiener Becken liegt etwa ein Drittel der Weingärten. Abgesehen von lokal ausgebildeten Mergel- und Sandsteinen, Konglomeraten und dem Leithakalk dominieren hier lockere Gesteine. Sie variieren von tonigem Schluff über Sand bis zu Kies und Schotter in allen Mischungsverhältnissen und können auch im Karbonatgehalt sehr unterschiedlich sein.

Etwas über sechs Prozent der Weingärten liegen auf Böden über kristallinen Festgesteinen der Böhmischen Masse. Es dominieren saure Gneise, Granit und Granulit. Speziell in der Einheit der häufig schiefrigen Paragneise gibt es einen vielfachen Wechsel mit Amphibolitlagen und etwas seltener mit Marmorlagen. Eine Besonderheit sind die Reste erster Abtragung des einstigen Hochgebirges, die in der sogenannten Zöbing-Formation des jungen Erdaltertums erhalten sind.

Niederösterreich, © ÖWM

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