Am Leithagebirge sind die Allrounder zu Hause. Kaum ein anderes Weinbaugebiet erlaubt eine solche Vielfalt an Weintypen wie die 2.875 Hektar am Westufer des Neusiedler Sees. Leithaberg-DAC-Weine können sowohl rot als auch weiß sein und weisen immer eine gebietstypische Mineralität, Spannung und Lebendigkeit auf.

Weinbaufläche

2.875 ha

Wichtige Weinbauorte

Jois, Winden, Purbach, Donnerskirchen, Schützen, Oggau, Mörbisch, Großhöflein

Leithaberg

Das Bild zeigt Rust

Rust

Leithaberg – Gebiet & Wein

Das Weinbaugebiet Leithaberg an der burgenländischen Seite des Leithagebirges, westlich des Neusiedler Sees, zählt mit seinen 2.875 Hektar zu den ältesten Weinbauzonen der Welt. Funde von Traubenkernen als Grabbeigabe in einem keltischen Hügelgrab der Hallstattkultur von Zagersdorf aus dem 8. Jahrhundert vor Christus gehören zu den ältesten Nachweisen des Weinbaus in Mitteleuropa. Charakteristisch für diese Gegend sind die zum Neusiedler See hin abfallenden Weingärten mit ihren zahllosen Mandel-, Kirsch- und Pfirsichbäumen.

Die trockenen Weine sind geprägt von den Böden am Abhang des Leithagebirges, wo zwischen kalkreichen Schichten immer wieder saure kristalline Schiefer und Gneise auftauchen. Der Muschelkalk – rund 15 Millionen Jahre alt – gibt den Weinen eine leicht salzige Note und Eleganz, der Schiefer verleiht ihnen die nötige Spannung und Rückgrat. Klimatisch bringt der Neusiedler See durch seine warmen Winde die wichtige Reife in den Wein, das Gebirge hingegen nächtliche Kühle und somit Fruchtigkeit, Frische, Finesse und Lebendigkeit.

Die besonders gebietstypischen Weine werden unter der Bezeichnung Leithaberg DAC vermarktet. Der weiße Leithaberg DAC darf aus den Sorten Weißburgunder, Chardonnay, Neuburger oder Grüner Veltliner erzeugt werden. Zugelassen sind auch Cuvées aus diesen Sorten. Der rote „Leithaberg“ stammt aus der Sorte Blaufränkisch. Er reift im Holzfass, die Holznote soll dabei jedoch dezent im Hintergrund wirken soll und den Charakter, die Eleganz und die Spannung unterstützen, nicht aber überdecken soll. Weißer oder roter Leithaberg DAC ist immer mineralisch und relativ kräftig im Charakter (Alkohol am Etikett 12,5 %, 13,0 % oder 13,5 %). Daneben wird im Gebiet westlich des Neusiedler Sees eine große Vielfalt anderer Sorten und Stile gepflegt, die meist unter der Bezeichnung „Burgenland“ vermarktet werden.

Das Gebiet mit vielen leistungsfähigen Weinbaubetrieben ist auch ein weintouristisches Mekka. (Wein-)Kultur als Rahmenprogramm bieten u. a. die Landeshauptstadt Eisenstadt mit dem berühmten Schloss Esterházy, Mörbisch mit den Seefestspielen, Sankt Margarethen mit den Musikfestspielen im Römersteinbruch oder die Weinakademie in Rust.

 

Leithaberg
Leithaberg

Leithaberg DAC

(rot: seit Jahrgang 2008; weiß: seit Jahrgang 2009)

Gebietsabgrenzung: Umfasst den politischen Bezirk Eisenstadt Umgebung, die Freistädte Eisenstadt und Rust, die Gemeinden Jois und Winden sowie einige Rieden in der Gemeinde Neusiedl am See.

Rebsorten:

Stufen

  • Leithaberg DAC ohne nähere Herkunftsbezeichnung (Orts- und Riedenbezeichnung):  Einreichung zur Prüfnummer ab 1. Februar des auf die Ernte folgenden Jahres
  • Leithaberg DAC mit näherer Herkunftsbezeichnung (Orts- und Riedenbezeichnung):

Alkohol:

mind. 12,5 % vol.

Restzucker:

Geschmacksprofil:

regionstypisch, engmaschig, würzig, elegant, mineralisch, kein bis kaum merkbarer Holzton

Geruch:

regionstypisches Bukett, fruchtig, würzig und frisch, untergeordnete Primärfrucht

Etikettierung:

Herkunftsbezeichnung (inkl. "DAC") ist auf dem Vorderetikett (sofern kein Rückenetikett vorhanden) anzuführen.

 

Geologie

Die ältesten Gesteine sind die sauren Schiefer und Gneise des Ostalpins, die den zentralen Teil des Leithagebirges aufbauen und die höchstgelegenen Weingärten zwischen Breitenbrunn und Donnerskirchen sowie einzelne Weingärten um Eisenstadt und Oslip tragen. Das markanteste Gestein des Gebietes aber ist der Leithakalk. Er ist im ruhigen Flachwasser des warmen Meeres entstanden, das vor 16 bis 11 Millionen Jahren das Leithagebirge umspülte und Platz für kleine Riffe bot. Der Leithakalk ist ein fester, heller Algenkalkstein und reich an Resten von Meeresgetier wie Muscheln, Schnecken und Haien. Im Gegensatz dazu stehen die etwas älteren, quarzreichen, sandigen Schotter des Ruster Höhenzuges. Durch eine tektonische Versetzung von den Leithakalken getrennt, liegen hier zwei sehr unterschiedliche Ausgangsgesteine für einerseits saure und andererseits kalkige Weinbergböden direkt nebeneinander.

In den tieferen Lagen stehen die Weingärten auf lockeren, meist kalkigen Schluffen, Sanden und Kiesen des Pannonischen Beckens sowie auf Lehm, Seeton und kiesigen Flussablagerungen.

 

Zander mit Weißwein
© ÖWM / Blickwerk Fotografie

Kulinarik-Tipp

Der weiße Leithaberg ist ein äußerst vielseitiger Speisenbegleiter, wobei Fisch- und Geflügelgerichte mit einem Hauch Pikanz, zum Beispiel von Paprika, kongeniale Partner sind. Auch zu Spargel sind sehr elegante Gebietsvertreter mit etwas Reife perfekte Ergänzungen. Der mineralische Charakter des roten Leithaberg DAC verlangt nach kurz Gebratenem: z. B. Steaks, Hirsch- oder Rehfilet, Lammrücken oder eine rosa Entenbrust.

Links & Downloads

DAC-Verordnung Leithaberg

Kartenmaterial

Bildmaterial

Offizielle Webseite Leithaberg

Das Bild zeigt den Hafen von Rust, im Hintergrund die Weinberge der Stadt.
© ÖWM / WSNA

Ruster Ausbruch
Stadt der Störche & des edlen Weins

Am Westufer des Neusiedler Sees liegt mit der Freistadt Rust einer der traditionsreichsten Weinorte Österreichs. Hier entsteht neben typisch mineralischen roten und weißen Leithaberg-DAC-Weinen auch der legendäre süße Ruster Ausbruch, der seit 2020 per DAC-Verordnung geschützt ist.

Wichtige Rebsorten

Welschriesling , Weißburgunder, Chardonnay, Muskateller, Furmint

Herkunft und Wein

Eingebettet in das Weinbaugebiet Leithaberg und auf ihrer Ostseite zum Neusiedler See hin geöffnet, befindet sich eine Stadt mit gerade einmal 2.000 Einwohnern, aber einer reichen Weinbaugeschichte: Rust. Bereits im Mittelalter konnten die Ruster Weinbauern mit ihren hervorragenden Weinen ein dichtes Handelsnetz bis nach Bayern und Polen spannen. 1524 gewährte die ungarische Königin Maria den Ruster Winzern das Privileg, als frühen Herkunftsschutz ein großes „R“ in ihre Weinfässer einzubrennen. Der ausgezeichnete Ruf des süßen Ruster Ausbruchs sorgte für Wohlstand in der Stadt und trug schließlich sogar zum offiziellen Aufstieg Rusts bei: 1681 erkauften sich die Bürger mit 60.000 Gulden und 500 Eimern (ca. 30.000 Liter) Ausbruchwein bei Kaiser Leopold I. den Titel einer königlichen Freistadt.

Bis heute spielt der Weinbau in Rust eine zentrale Rolle: Die Wein­akademie Österreich ist hier beheimatet, und alteingesessene Winzerfamilien produzieren auf der städtischen Rebfläche Weiß-, Rot- und Süßweine von einzigartiger Stilistik. Während die vom Leithakalk geprägten Böden im Norden eine hervorragende Basis für Blaufränkisch und Burgundersorten sind, entstehen im Süden auf dem quarzreichen, typischen „Ruster Schotter“ vorwiegend feingliedrig-mineralische Weißweine – auch aus der seltenen, traditionsreichen Sorte Furmint, die als ehemals bedeutendste Rebsorte des Burgenlandes aktuell eine Renaissance erfährt. Klimatisch ist Rust – wie das gesamte Gebiet Leithaberg – geprägt vom pannonischen Einfluss, der Temperaturregulation des Neusiedler Sees und Ausläufern kühlender Fallwinde des Leithagebirges. Bei vollreifer Frucht besitzen die Weine somit immer auch Würze, Mineralik und Finesse. Trockene Weine aus Rust dürfen seit 2020 als Leithaberg DAC deklariert werden, sofern sie die Anforderungen der entsprechenden Verordnung erfüllen.

Der größte Schatz bleibt aber der Ruster Ausbruch, ein edelsüßer Wein mit jahrhundertealter Tradition und internationalem Renommee, der seit dem Jahr 2020 mit einer eigenen DAC-Verordnung geschützt wird. Grundsätzlich entspricht der Ruster Ausbruch DAC einer Trockenbeerenauslese; verwendet werden dürfen dabei nur Trauben weißer Qualitätsweinrebsorten aus dem Gebiet der Freistadt Rust, die vom Edelschimmel Botrytis cinerea befallen und eingeschrumpft sind. Der Begriff „Ausbruch“ stammt von der aufwändigen Handselektion der geeigneten Beeren, dem sogenannten „Ausbrechen“. Prägend ist das feine Süße-Säure-Spiel, das den Ruster Ausbruch bei höchster Konzentration niemals zu üppig geraten lässt und zu einem sehr vielseitigen Speisenbegleiter macht.

Alle Weine, die nicht als Leithaberg DAC oder Ruster Ausbruch DAC auf den Markt kommen, tragen die Herkunftsbezeichnung „Burgenland“. Dazu zählt vor allem die Sortenvielfalt bei den trockenen Weinen, aber auch süße Spezialitäten wie Auslesen und Beerenauslesen.

Neben dem Wein lockt Rust mit seinem bezaubernden historischen Stadtkern, dessen Rauchfänge jährlich von Nestern durchziehender Storchenfamilien geschmückt werden. Von März bis August prägen die Zugvögel das Stadtbild so sehr, dass Rust den Beinamen „Stadt der Störche“ erhalten hat. Ein breites Freizeitangebot am Neusiedler See und feine kulinarische Adressen in der Stadt oder der näheren Umgebung runden das touristische Angebot ab.

Blick aus den Weingärten auf Rust und den Neusiedlersee.
Zu sehen ist der Neusiedler See und im Hintergrund die Stadt Rust

Ruster Ausbruch DAC

Gebietsabgrenzung: Der Wein muss ausschließlich aus Trauben bereitet worden sein, die aus der Freistadt Rust stammen.

Rebsorteneine oder mehrere weiße Qualitätsweinrebsorten
Traubenmaterial: botrytisbefallene, auf natürliche Weise am Stock geschrumpfte Beeren

Einreichung zur Prüfnummer: ab 1. April des auf die Ernte folgenden Jahres

Mindestmostgewicht: 30 °KMW

Restzuckermind. 45 g/l

Handlese verpflichtend!

Geologie

Die geologischen Verhältnisse der Stadt Rust sind besonders markant: Im Süden herrschen die quarzreichen Ruster Schotter und Sande vor, während im Norden der etwas jüngere Leithakalk dominiert. Der Leithakalk ist im ruhigen Flachwasser des warmen Meeres entstanden, das vor 16 bis 11 Millionen Jahren das kristalline Grundgebirge, heute im Inneren des Ruster Höhenzuges, umspülte und Platz für kleine Riffe und zahlreiche Meeresbewohner bot. Die Ruster Schotter und Sande gehen auf einen früheren Fluss zurück, der Quarze, Quarzite, Gneise und Glimmerschiefer aus den aufsteigenden Alpen mit sich brachte und als gerundete Kiesel und Sand hier ablagerte. Durch eine tektonische Versetzung von den Leithakalken getrennt, liegen also in Rust zwei sehr unterschiedliche Ausgangsgesteine für einerseits saure und andererseits kalkige Weinbergböden direkt nebeneinander. In den tiefen Lagen zum See hin stehen die Weingärten auf abgeschwemmten Lehmen und jungen Seetonen.

Scharfer Papaya-Salat auf einem Teller mit Weißwein
© ÖWM/Blickwerk Fotografie

Kulinarik-Tipp

Wie die trockenen Ruster Weine ist auch der Ruster Ausbruch ein sehr vielseitiger Speisenbegleiter. Selbstverständlich harmoniert er mit klassischen österreichischen Mehlspeisen und internationalen Desserts, aber erst dem Wagemutigen eröffnet sich das richtig spannende Universum der geschmacklichen Kombinationsmöglichkeiten: Geflügelleber, Blauschimmelkäse, asiatisch-pikante Speisen, ja sogar kräftiges Ragout oder Steak lassen sich mit dem süßen Gold Rusts paaren und sorgen für unvergleichliche kulinarische Erlebnisse.

Links und Downloads

DAC-Verordnung Ruster Ausbruch

DAC-Verordnung Leithaberg

Kartenmaterial

Bildmaterial

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