Leithaberg
Mineralität in weiss, rot und süss

Am Leithagebirge sind die Allrounder zu Hause. Kaum ein anderes Weinbaugebiet erlaubt eine solche Vielfalt an Weintypen wie die 3.097 Hektar am Westufer des Neusiedler Sees. Leithaberg-DAC-Weine können sowohl rot als auch weiß sein und weisen immer eine gebietstypische Mineralität, Spannung und Lebendigkeit auf.

Weinbaufläche

3.097 ha

Wichtige Rebsorten

Weißburgunder, Chardonnay, Blaufränkisch

Wichtige Weinbauorte

Jois, Winden, Purbach, Donnerskirchen, Schützen, Oggau, Mörbisch, Großhöflein

Gebiet & Wein

Das Weinbaugebiet Leithaberg an der burgenländischen Seite des Leithagebirges, westlich des Neusiedler Sees, zählt mit seinen 3.097 Hektar zu den ältesten Weinbauzonen der Welt. Funde von Traubenkernen als Grabbeigabe in einem keltischen Hügelgrab der Hallstattkultur von Zagersdorf aus dem 8. Jahrhundert vor Christus gehören zu den ältesten Nachweisen des Weinbaus in Mitteleuropa. Charakteristisch für diese Gegend sind die zum Neusiedler See hin abfallenden Weingärten mit ihren zahllosen Mandel-, Kirsch- und Pfirsichbäumen.

Die trockenen Weine sind geprägt von den Böden am Abhang des Leithagebirges, wo zwischen kalkreichen Schichten immer wieder saure kristalline Schiefer und Gneise auftauchen. Der Muschelkalk – rund 15 Millionen Jahre alt – gibt den Weinen eine leicht salzige Note und Eleganz, der Schiefer verleiht ihnen die nötige Spannung und Rückgrat. Klimatisch bringt der Neusiedler See durch seine warmen Winde die wichtige Reife in den Wein, das Gebirge hingegen nächtliche Kühle und somit Fruchtigkeit, Frische, Finesse und Lebendigkeit.

Die besonders gebietstypischen Weine werden unter der Bezeichnung Leithaberg DAC vermarktet. Der weiße Leithaberg DAC darf aus den Sorten Weißburgunder, Chardonnay, Neuburger oder Grüner Veltliner erzeugt werden. Zugelassen sind auch Cuvées aus diesen Sorten. Der rote „Leithaberg“ stammt aus der Sorte Blaufränkisch, wobei ein Verschnitt mit maximal 15 % Zweigelt, St. Laurent oder Pinot Noir möglich ist. Er reift im Holzfass, die Holznote soll dabei jedoch dezent im Hintergrund wirken soll und den Charakter, die Eleganz und die Spannung unterstützen, nicht aber überdecken soll. Weißer oder roter Leithaberg DAC ist immer mineralisch und relativ kräftig im Charakter (Alkohol am Etikett 12,5 %, 13,0 % oder 13,5 %). Daneben wird im Gebiet westlich des Neusiedler Sees eine große Vielfalt anderer Sorten und Stile gepflegt, die meist unter der Bezeichnung „Burgenland“ vermarktet werden.

Das Gebiet mit vielen leistungsfähigen Weinbaubetrieben ist auch ein weintouristisches Mekka. (Wein-)Kultur als Rahmenprogramm bieten u. a. die Landeshauptstadt Eisenstadt mit dem berühmten Schloss Esterházy, Mörbisch mit den Seefestspielen, Sankt Margarethen mit den Musikfestspielen im Römersteinbruch oder die Weinakademie in Rust.

 

Leithaberg
Leithaberg

Leithaberg DAC
(WEISS: SEIT JAHRGANG 2009, ROT: SEIT JAHRGANG 2008)

Gebietsabgrenzung: Umfasst den politischen Bezirk Eisenstadt Umgebung, die Freistadt Eisenstadt und die Gemeinden Jois und Winden sowie einige Rieden in der Gemeinde Neusiedl am See.

Rebsorten: Weißburgunder (Pinot Blanc), Chardonnay, Neuburger, Grüner Veltliner oder eine Cuvée dieser Sorten, Blaufränkisch

Stufen:

Weiß: Einreichung zur Prüfnummer ab 1. Mai des auf die Ernte folgenden Jahres
Rot: muss im Holzfass ausgebaut sein, Einreichung zur Prüfnummer ab 1. Mai des auf die Ernte zweitfolgenden Jahres

Alkohol: mind. 12,5 % vol.

Restzucker:

Weiß: trocken
Rot: unter 2,5 g/l

Geschmacksprofil:

Geschmack: regionstypisch, engmaschig, würzig, elegant, mineralisch, kein bis kaum merkbarer Holzton

Geruch:

regionstypisches Bukett, fruchtig, würzig und frisch, untergeordnete Primärfrucht

Etikettierung: Herkunftsbezeichnung (inkl. "DAC") ist auf dem Vorderetikett (sofern kein Rückenetikett vorhanden) anzuführen.

 

GEOLOGIE

Die ältesten Gesteine sind die sauren Schiefer und Gneise des Ostalpins, die den zentralen Teil des Leithagebirges aufbauen und die höchstgelegenen Weingärten zwischen Breitenbrunn und Donnerskirchen sowie einzelne Weingärten um Eisenstadt und Oslip tragen. Das markanteste Gestein des Gebietes aber ist der Leithakalk. Er ist im ruhigen Flachwasser des warmen Meeres entstanden, das vor 16 bis 11 Millionen Jahren das Leithagebirge umspülte und Platz für kleine Riffe bot. Der Leithakalk ist ein fester, heller Algenkalkstein und reich an Resten von Meeresgetier wie Muscheln, Schnecken und Haien. Im Gegensatz dazu stehen die etwas älteren, quarzreichen, sandigen Schotter des Ruster Höhenzuges. Durch eine tektonische Versetzung von den Leithakalken getrennt, liegen hier zwei sehr unterschiedliche Ausgangsgesteine für einerseits saure und andererseits kalkige Weinbergböden direkt nebeneinander.

In den tieferen Lagen stehen die Weingärten auf lockeren, meist kalkigen Schluffen, Sanden und Kiesen des Pannonischen Beckens sowie auf Lehm, Seeton und kiesigen Flussablagerungen.

 

Zander mit Weißwein
© ÖWM / Blickwerk Fotografie

KULINARIK-TIPP

Der weiße Leithaberg ist ein äußerst vielseitiger Speisenbegleiter, wobei Fisch- und Geflügelgerichte mit einem Hauch Pikanz, zum Beispiel von Paprika, kongeniale Partner sind. Auch zu Spargel sind sehr elegante Gebietsvertreter mit etwas Reife perfekte Ergänzungen. Der mineralische Charakter des roten Leithaberg DAC verlangt nach kurz Gebratenem: z. B. Steaks, Hirsch- oder Rehfilet, Lammrücken oder eine rosa Entenbrust.

Links

DAC-Verordnung Leithaberg

Kartenmaterial

Bildmaterial

Offizielle Webseite Leithaberg

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