DAC“ steht für “Districtus Austriae Controllatus“ und ist das gesetzliche Kürzel für besonders gebietstypische österreichische Qualitätsweine.

Wenn also auf einem Weinetikett unmittelbar nach dem Namen eines Weinbaugebiets die Buchstabenkombination „DAC“ steht (z. B. „ Kamptal DAC “), handelt es sich um einen Wein mit unverwechselbarer Gebietscharakteristik. Nur ein solcher darf den Namen des Gebiets auf seinem Etikett tragen. Damit rückt die Herkunft in den Vordergrund und macht den Wein einzigartig.

Entstehung einer DAC-Regelung

Alle spezifischen Weinbaugebiete Österreichs stellen in ihrer Vermarktung jene Weine in den Vordergrund, die sie einzigartig machen, da sie besonders für die dortigen Verhältnisse geeignet sind und historische Bedeutung haben. Für die Entscheidung, was gepflanzt wird, sind sowohl weinbauliche, als auch marktstrategische Kriterien zu berücksichtigen. So wird man an der Donau eher keinen Schilcher und in der Steiermark eher keinen Grünen Veltliner anbauen, weil die Sorten weniger gut zum Charakter des Gebiets passen. Möchte ein Gebiet sich seinen typischen Weinen verschreiben und somit nur jenen die Angabe des Gebietsnamens als Herkunft erlauben, beginnt die Entstehung eines DAC.

Als ersten Schritt definiert das für die Weinbaupolitik im Gebiet zuständige Regionale Weinkomitee, bestehend aus dort ansässigen Trauben- und Weinproduzenten, Händlern etc., die Gebietstypizität. Diese umfasst Kriterien wie die Sorte(n), Erntemethoden, Ausbau und Geschmack.

Ist ein Konsens gefunden, wird in Zusammenarbeit mit den Experten des Landwirtschaftsministeriums, der Landwirtschaftskammer, der Wirtschaftskammer und der ÖWM ein Verordnungsentwurf ausgearbeitet und dem Nationalen Weinkomitee zur Abstimmung vorgelegt.

Das Nationale Komitee wiederum bringt den finalen Antrag dem Landwirtschaftsministerium vor. Wird dieser Antrag per Verordnung in den Gesetzesrang erhoben, darf das Gebiet ausschließlich seine(n) herkunftstypische(n) Wein(e) mit dem Namen des Gebiets und dem Zusatz „DAC“ (= Districtus Austriae Controllatus) bezeichnen. Alle anderen Qualitätsweine sind mit dem Namen des generischen Weinbaugebiets (= Bundesland), in dem das DAC-Gebiet liegt, zu bezeichnen (z. B. „Steiermark“ statt „Südsteiermark“).

Inhalt einer DAC-Regelung

Eine DAC-Verordnung kann unterschiedlichste Punkte der Weinbereitung regeln, die die Herkunftstypizität eines Weins ausmachen, beginnend bei der Sorte bis zum Anbau und dem frühestmöglichen Verkaufszeitpunkt.

Rebsorten

Zuerst legt ein Weinbaugebiet seine Leitsorte oder seine Leitsorten fest. Diese werden nicht willkürlich bestimmt, sondern ergeben sich aus der Tradition des jeweiligen Gebiets. Auch klimatische und bodenbezogene Standortfaktoren spielen eine Rolle. Manche Gebiete haben sich dabei auf eine oder zwei Rebsorten geeinigt (z. B. Eisenberg oder Traisental), andere (z. B. Steiermark oder Wachau) erhalten durch ein breiteres Sortenspektrum die traditionelle Vielfalt der Herkunftsbezeichnung.

Anbau & Ernte

Es kann sein, dass für ein Gebiet nicht nur ein Weinstil, sondern auch eine Anbauweise typisch ist. So etwa in Wien: Hier ist der sogenannte Gemischte Satz, also die Auspflanzung unterschiedlicher Rebsorten in einem Weingarten sowie deren gemeinsame Verarbeitung, derart verankert, dass der herkunftsgeschützte „Wiener Gemischter Satz DAC“ geschaffen wurde. Einige Gebiete regeln in ihrer DAC-Verordnung auch die Erntemethode: In den steirischen DAC-Gebieten, in Rust und der Wachau ist Handlese verpflichtend.

Alkohol & Restzucker

Leicht oder kräftig, trocken oder sogar süß – je nach Gebiet und auch innerhalb des Gebiets je nach Stufe oder Sorte des DAC-Weins können bestimmte Alkohol- und Restzuckergehalte definiert werden.

Ausbau & sensorische Eigenschaften

Nicht nur die Sorte allein macht einen Wein gebietstypisch, auch Ausbau, Geschmack und Geruch des Weins bis hin zur Farbe sind ausschlaggebend und können genau definiert werden. Eine Kostkommission entscheidet über die Typizität eines Weins, der als DAC vermarktet werden soll.

Inverkehrbringung

Gemeinsam mit Kriterien aus den Bereichen Anbau, Verarbeitung und Charakteristika des Endprodukts sind oft auch marktrelevante Aspekte in DAC-Verordnungen geregelt. So etwa der frühste mögliche Verkaufszeitpunkt, um dem Wein die Reifezeit zu garantieren, die er typischerweise benötigt. Des Weiteren steht es Gebieten frei, ein gemeinsames Logo für seine herkunftstypischen Weine zu kreieren. Üblicherweise gibt es auch bestimmte Etikettierungsvorschriften für DAC-Weine.

Stufen & engere Herkünfte

Viele Gebiete teilen ihre Weine in unterschiedliche Stufen, je nach Ausbau und/oder engerer Herkunft. Im ersten Fall ist die Verwendung des Begriffs „Reserve“ reguliert: Bei herkunftstypischen Weinen (DAC) ist die Verwendung der Zusatzbezeichnung „Reserve“ verboten – sofern nicht ausdrücklich in der entsprechenden DAC-Verordnung anders geregelt. In diesem Fall wird meist das frühestmögliche Datum zur Einreichung zur Prüfnummer abweichend zur allgemeinen Weinbezeichnungsverordnung vorgeschrieben.

Bei vielen DAC-Weinen zeigt sich ein Trend zu einer klaren Profilierung in den drei engeren Herkunftsstufen Gebietswein, Ortswein, Lagenwein. Damit wird das Typische ihrer Herkunft – vom Gebiet über den Ort bis zum einzelnen Weingarten - präzise herausgestrichen.

Weitere Informationen zu den engeren Herkünften

DAC-Gebiete

Seit 2003 haben 16 der 18 spezifischen Weinbaugebiete ihre typischen Weine definiert und vermarkten nur gebietstypische Weine unter dem Namen des Gebiets (Stand Oktober 2020).

  1. Weinviertel DAC (seit Jahrgang 2002, Reserve seit Jahrgang 2009)
  2. Mittelburgenland DAC (seit Jahrgang 2005)
  3. Traisental DAC (seit Jahrgang 2006)
  4. Kremstal DAC (seit Jahrgang 2007)
  5. Kamptal DAC (seit Jahrgang 2008)
  6. Leithaberg DAC (rot: seit Jahrgang 2008; weiß: seit Jahrgang 2009)
  7. Eisenberg DAC (seit Jahrgang 2009, Reserve seit Jahrgang 2008)
  8. Neusiedlersee DAC (seit Jahrgang 2011, Süßwein eingeführt 2020)
  9. Wiener Gemischter Satz DAC (seit Jahrgang 2013)
  10. Rosalia DAC (seit Jahrgang 2017)
  11. Vulkanland Steiermark DAC (seit Jahrgang 2018)
  12. Südsteiermark DAC (seit Jahrgang 2018)
  13. Weststeiermark DAC (seit Jahrgang 2018)
  14. Carnuntum DAC (eingeführt 2019)
  15. Wachau DAC (seit Jahrgang 2020)
  16. Ruster Ausbruch DAC (eingeführt 2020)
Wachau
© ÖWM/Robert Herbst

Wachau DAC

Das enge Donautal zwischen Melk und Krems ist Weltkulturerbe. Auf 1.344 Hektar werden vor allem Grüner Veltliner und Riesling angebaut, wobei sich viele Weingärten dramatisch auf steilen Urgesteinsterrassen präsentieren. Die herkunftstypischen DAC-Weine der Wachau spiegeln einerseits die Sortenvielfalt (Gebietswein und Ortswein), andererseits die Kernkompetenz Grüner Veltliner und Riesling (Riedenwein) wider. Parallel bleiben die bekannten Kategorien „Steinfeder“, „Federspiel“ und „Smaragd“ bestehen.

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Kremstal
© ÖWM/Philipp Forstner

Kremstal DAC

Die 2.368 Hektar Weingärten dieses Gebiets teilen sich in drei verschiedene Zonen auf: Die historische Stadt Krems und das felsige Kremstal selbst, die östlich gelegenen, imposanten Löss-Gebiete und die kleinen Weindörfer rund um das Stift Göttweig südlich der Donau. Gemeinsam bilden sie die DAC-Appellation für zwei der weltbesten Weißweinrebsorten: Grüner Veltliner und Riesling.

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Kamptal
© ÖWM/Marcus Wiesner

Kamptal DAC

Auf 3.907 Hektar Anbaufläche ist das Kamptal mit zahlreichen leistungsfähigen Spitzenweingütern eines der erfolgreichsten Weinbaugebiete Österreichs. Lössböden oder Urgestein sind hier am häufigsten anzutreffen. In manchen Rieden, wie etwa am berühmten Heiligenstein, finden sich auch vulkanische Böden. DAC-Status haben hier Grüner Veltliner und Riesling.

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Traisental
© ÖWM/Philipp Forstner

Traisental DAC

Das Weinbaugebiet ist mit 815 Hektar klein, aber fein. Die mineralisch-würzigen Traisental-DAC -Veltliner und -Rieslinge sorgten international bereits für Aufsehen. Echte Geheimtipps sind die romantischen Weinorte mit ihren gemütlichen, bodenständigen Heurigen und Buschenschänken.

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Weinviertel
© ÖWM/Johannes Brunnbauer

Weinviertel DAC

In Österreichs größtem spezifischem Weinbaugebiet (13.858 Hektar) ragt aus der Vielzahl der Rebsorten der Grüne Veltliner besonders heraus. Ein ausgeprägt pfeffrig-würziges Bukett prägt hier seinen herkunftstypischen Charakter. Als Weinviertel DAC wurde der Grüne Veltliner im Jahr 2003 auch zum ersten österreichischen DAC-Wein.

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Carnuntum
© ÖWM / Anna Stöcher

Carnuntum DAC

Im geschichtsträchtigen Weinbaugebiet Carnuntum pflanzten schon die Römer die ersten Weinstöcke. Auf 906 Hektar entstehen hier einige der besten Rotweine Österreichs sowie gut strukturierte Weißweine. Carnuntum DAC darf aus Grünem Veltliner, Chardonnay oder Weißburgunder, Zweigelt oder Blaufränkisch hergestellt werden. Letzterer findet auf Kalkböden wie etwa am Spitzerberg ein ideales Terroir.

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Neusiedlersee
© ÖWM/Rober Herbst

Neusiedlersee DAC

Das Weinbaugebiet Neusiedlersee östlich des Neusiedler Sees reicht auf 6.675 Hektar von Neusiedl über die Hügel der Weinstadt Gols und den flachen Heideboden bis in den Seewinkel. Seit 2012 steht Neusiedlersee DAC für fruchtig-harmonische Rotweine der Sorte Zweigelt, mit der Zusatzbezeichnung Reserve auch in kräftigerer Ausprägung. Seit 2020 dürfen auch Süßweine des Gebiets die HerkunftNeusiedlersee DAC“ tragen.

Mehr Informationen zum Weinbaugebiet Neusiedlersee

Leithaberg
© ÖWM/Philipp Forstner

Leithaberg DAC

Als erstes DAC-Gebiet Österreichs erlaubte der Leithaberg am Westufer des Neusiedler Sees sowohl weiße als auch rote herkunftstypische Weine. Auf den kalk- und schieferhaltigen Böden des 3.097 Hektar umfassenden Leithaberg-DAC- Gebiets gedeihen einerseits große Weißweine (Weißburgunder, Chardonnay, Neuburger und Grüner Veltliner), aber auch mineralische Blaufränkischweine der Spitzenklasse.

Mehr Informationen zum Weinbaugebiet Leithaberg

Rust
© ÖWM/Marcus Wiesner

Ruster Ausbruch DAC

Die Freistadt Rust blickt stolz auf eine jahrhundertealte Weintradition zurück. Ihre Spezialität ist der Ruster Ausbruch – eine Trockenbeerenauslese von den 412 Hektar Weinbaufläche des Stadtgebiets. Seit 2020 ist sie durch die Süßwein-HerkunftRuster Ausbruch DAC“ geschützt. Trockene Weine aus Rust tragen die HerkunftBurgenland“ oder – so sie den Vorgaben entsprechen – „ Leithaberg DAC “.

Weitere Informationen zum Weinbaugebiet Rust

Rosalia
© ÖWM/Robert Herbst

Rosalia DAC

Östlich des Rosaliengebirges liegt das mit 297 Hektar kleinste Weinbaugebiet des Burgenlands. Die Grundlage für die kräftigen, fruchtigen Rosalia-DAC-Weine bilden Zweigelt und Blaufränkisch, die hier auf jungen Ablagerungen eines Urmeers wachsen. Eine weitere gebietstypische Besonderheit ist der frisch-würzige Rosalia DAC Rosé aus einer oder mehreren roten Qualitätsweinrebsorten.

Mehr Informationen zum Weinbaugebiet Rosalia

Mittelburgenland
© ÖWM/Robert Herbst

Mittelburgenland DAC

Die dominierende Sorte in den 2.104 Hektar Weingärten des Mittelburgenlands ist der Blaufränkisch. Sein unverwechselbares Aroma von schwarzen Waldbeeren und fein würzigen Nuancen, das sich auf den warmen, lehmigen Böden entwickelt, geben dem Mittelburgenland DAC seine gebietstypische Charakteristik. Die großen Reserve-Weine besitzen enormes Reifepotenzial.

Mehr Informationen zum Weinbaugebiet Mittelburgenland

© ÖWM/Robert Herbst

Eisenberg DAC

Das kleine Weinbaugebiet im Süden des Burgenlandes ist ein stilles landschaftliches Idyll entlang der Grenze zu Ungarn. Auf 515 Hektar Anbaufläche wachsen exzellente Blaufränkisch weine mit außergewöhnlicher Mineralität und einzigartig frischen Tönen. Sie werden seit dem Jahrgang 2009 als Eisenberg DAC oder Eisenberg DAC Reserve etikettiert.

Mehr Informationen zum Weinbaugebiet Eisenberg

Vulkanland Steiermark
© ÖWM/Bernhard Schramm

Vulkanland Steiermark DAC

Die erloschenen Vulkane, an deren Flanken sich zahlreiche kleine Wein-Inseln schmiegen, waren namensgebend für dieses Weinbaugebiet. Auf 1.524 Hektar Fläche bringen die vulkanischen Böden DAC-Weine von ausgeprägt individuellem Charakter hervor: vor allem Welschriesling , Weißburgunder, Morillon und Sauvignon Blanc. Rund um Klöch wurde der Traminer zur Gebietsspezialität.

Mehr Informationen zum Weinbaugebiet Vulkanland Steiermark

Südsteiermark
© ÖWM/Robert Herbst

Südsteiermark DAC

Die atemberaubend steilen Hänge der südlichen Steiermark prägen eines der bezauberndsten Weinbaugebiete der Welt, das streckenweise entlang der Grenze zu Slowenien verläuft. Auf 2.563 Hektar Rebfläche werden zahlreiche weiße Rebsorten kultiviert, die als Basis für DAC-Weine dienen, doch der von Muschelkalkböden geprägte Sauvignon Blanc aus den besten Einzellagen ist unbestritten das Flaggschiff des Gebiets. Eine Besonderheit stellen die Schieferböden im Sausal dar.

Mehr Informationen zum Weinbaugebiet Südsteiermark

Weststeiermark
© ÖWM/Marcus Wiesner

Weststeiermark DAC

In der romantischen Weststeiermark liegen 546 Hektar Weingärten. Fast 70 % der Fläche entfallen auf die Traube Blauer Wildbacher, aus der ein einzigartiger Terroir-Wein gekeltert wird: der Schilcher. Diese roséfarbige Rarität mit ihrer reschen Säure hat bereits international Kultstatus erlangt. Neben den typisch steirischen Weißweinsorten wie etwa Sauvignon Blanc, Welschriesling und Weißburgunder darf diese weststeirische Spezialität als Weststeiermark DAC vermarktet werden.

Mehr Informationen zum Weinbaugebiet Weststeiermark

Wien
© ÖWM/Robert Herbst

Wiener Gemischter Satz DAC

Gemischter Satz“ ist ein Begriff, der für gemeinsames Auspflanzen, Lesen und Verarbeiten verschiedener Weißweinsorten steht. Aus dieser traditionellen Anbau- und Verarbeitungsmethode entstehen heute große, typische Weine Wiens, die auch eine Lagenbezeichnung tragen können. Der Gemischte Satz enthält Rebsorten wie Grüner Veltliner, Welschriesling , Weißburgunder, Riesling, Traminer und andere.

Mehr Informationen zum Weinbaugebiet Wien

Links & Downloads

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