Marketingtag 2022 im Zeichen der Innovation

Am 3. Februar fand der alljährliche Marketingtag der ÖWM (Österreich Wein Marketing GmbH) statt – nach dem Erfolg des Konzepts im Vorjahr auch heuer wieder digital. Zwölf Präsentationen von 25 Vortragenden boten ein weites Themenfeld. Die Kernbotschaft: Österreich ist ein innovatives Weinbauland und kann damit zuhause sowie auf dem internationalen Parkett punkten.

Ein Bild zeigt einen Laptop, auf dem der Vortrag von Chris Yorke beim Marketingtag 2022 zu sehen ist.
© ÖWM / Envato

Rückblick & Ausblick

Zu Beginn des traditionellen Marketingtags zieht die ÖWM Bilanz über das vergangene Weinjahr und präsentiert ihre weiteren Strategien. 2021 war geprägt von Corona: Verluste in der Gastronomie und im Tourismus stehen Steigerungen im LEH gegenüber, die jedoch die Einbußen nicht wettmachen können. Im Export zeigt sich trotz der unsicheren Situation ein erfreuliches Bild. Geschäftsführer Chris Yorke erwartet, dass „unser mittelfristiges Exportziel von 200 Millionen Euro bereits mit den finalen Exportzahlen 2021 möglich sein könnte“ und ist optimistisch, dass Österreich langfristig einen Weinexportwert von einer Viertelmilliarde Euro erreichen kann.

„Hauptziel unseres Marketingplans für 2022 ist es, die Relevanz unserer Maßnahmen noch weiter zu erhöhen“, fasst Yorke für das kommende Jahr zusammen. Im Fokus steht heuer vor allem die VieVinum Ende Mai, zu der die ÖWM 800 internationale Gäste einlädt. Übers Jahr hinweg sollen Veranstaltungen und Messen wieder nach Möglichkeit mit persönlichem Kontakt stattfinden, doch auch hybride oder digitale Events werden weitergeführt. Weiters sollen, wie bereits 2021, speziell jene Kanäle unterstützt werden, die besonders von den Auswirkungen der Pandemie betroffen sind: Gastronomie und Tourismus. Dafür plant die ÖWM etwa eine Winterkampagne 2022/23, um Tourist*innen im Winterurlaub zum Weingenuss anzuregen. Die Produktion von Broschüren und Videos über Österreichs einzelne Weinbaugebiete unterstützt Winzer*innen beim Verbreiten der Botschaft des österreichischen Weins. Handels- und Medienkooperationen im In- und Ausland werden gezielt eingesetzt, um Multiplikator*innen und Konsument*innen anzusprechen.

Fokus Exportmarkt: USA

Um Winzer*innen in ihrer Exporttätigkeit zu unterstützen, lädt die ÖWM internationale Expert*innen zum Marketingtag ein, über die Situation in ihrem Markt zu sprechen. Zielland 2022: die USA – ein heiß umkämpfter Markt. Doch Aleks Zecevic (Österreich-Weinkritiker für Wine Enthusiast) und Wendy Stanford (Einkäuferin für wine.com) waren sich einig: Der Markt bietet noch Potenzial für Österreichs Weine.

Besonders junge Amerikanner*innen seien bereit, mehr für Wein auszugeben und Neues zu entdecken. Hier kommt die „Exotik“ österreichsicher Weine in Verbindung mit ihrer hohen Qualität zum Tragen. Roséweine, Alternativweine und Schaumweine seien wachsende Bereiche, in denen heimische Winzer*innen ansetzen können. Österreichischer Wein generell wird in den USA aber hauptsächlich mit Grünem Veltliner assoziiert. Zecevic betonte im Besonderen die Eignung österreichischer Weine für und ihre Beliebtheit in der Gastronomie. Grund dafür sei vor allem die große Vielfalt an Sorten und Stilen, die große Kombinationsmöglichkeiten bieten: „This is a sommelier’s dream!“

Ein Bild zeigt ein Tablet, auf dem der Vortrag von Aleks Zecevic beim Marketingtag 2022 zu sehen ist.
Ein Bild zeigt einen Computer, auf dem der Vortrag von Wendy Stanford beim Marketingtag 2022 zu sehen ist.

Quo vadis, Gastro?

Eine hochkarätige Diskussionsrunde widmete sich anschließend dem Heimmarkt, genauer gesagt, der aktuellen Situation, den Chancen und Perspektiven für Winzer*innen in der Gastronomie. Trotz schwieriger Zeiten blickte das Podium positiv in die Zukunft. Gäste seien qualitätsbewusster geworden und das Vertrauen zu Sommeliers und Sommelières sei gestiegen. Dies eröffne Chancen für Unbekannteres, etwa für Sorten abseits von Grünem Veltliner und Co. „Wir haben Schätze, die gehören nur gehoben“, so Alexander Koblinger vom Weinhandelshaus Döllerer. Daran knüpft auch der Tipp an, den die Expert*innen Winzer*innen geben, um im Gastronomie-Sektor erfolgreich zu sein: sich dieser Schätze, der eigenen Stärken und deren des Gebiets bewusst sein und sie nutzen.

Ein Bild zeigt einen Laptop, auf dem die Podiumsdiskussion beim Marketingtag 2022 zu sehen ist.
© ÖWM / Envato
V.l.n.r.: Andreas Hayder (Transgourmet Österreich), René Antrag (Steirereck), Doris Forthuber (Restaurant Forthuber), Christian Zechmeister (ÖWM), Alexander Koblinger (Weinhandelshaus Döllerer), Leopold Schneemann (Wein & Co)

Ergebnisse internationale Markenstudie

Österreich präsentiert sich international als lässiges, natürliches Weinbauland mit ausgezeichneten Weinen. Doch kommt diese Botschaft an? Wer kauft Wein aus Österreich und womit wird dieser verglichen? Um diese und weitere Fragen zu beantworten, gab die ÖWM eine internationale Markenstudie unter lokalen Expert*innen in Auftrag. Heidy Thyri, Senior Research Consultant von marketmind präsentierte erste Ergebnisse aus den USA und Deutschland. Es zeigt sich, dass Österreich neben Grünem Veltliner vor allem für Qualität und Innovationskraft steht. Der Zusammenhalt der österreichischen Winzer*innenschaft wurde ebenso von den Befragten betont und geschätzt. Potenzial sehen die Studienteilnehmer*innen im Rotweinbereich und der großen Sortenvielfalt des Landes.

Ein Bild zeigt einen Bildschirm, auf dem der Vortrag von Heidi Thyri beim Marketingtag 2022 zu sehen ist.
© ÖWM / Envato

Individuelles Nachmittagsprogramm

Nach den großen Präsentationen am Vormittag hatten die Teilnehmer*innen des Marketingtags die Möglichkeit, ihren Nachmittag nach eigenen Interessen zu gestalten. Es standen insgesamt sechs Vorträge zur Wahl. Die Themen reichten von Tipps und Tricks zum erfolgreichen Storytelling über Content-Kreation und Weintourismus bis zu einem Einblick in das System internationaler Weinbewertungen. Ein Highlight war die Verkostungsrunde unter dem Thema „Gebietsschätze und autochthone Rebsorten als Chance in der Gastronomie?“, die den ÖWM Marketingtag 2022 thematisch abrundete.

Winzer*innen könne alle Vorträge im ÖWM Admin nochmals ansehen.

 

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