ÖWM Marketingtag: Fokus auf Weintourismus, Qualität & Stärkung der Absatzmärkte

Chris Yorke, neuer Chef der Österreich Wein Marketing (ÖWM), drückt aufs Tempo. Der Brite hat bereits im Jänner sein Team neu aufgestellt und dabei einen Fokus auf Herkunft, internationale Schlüsselmärkte und den Heimmarkt Österreich gelegt. Zudem setzt er auf Qualität, Umweltbewusstsein, internationale Marktanalysen und Themenführerschaft, um die Exporte weiter zu stärken. Viel Potenzial sieht er auch im Weintourismus. Am traditionellen Marketingtag der ÖWM präsentierte sich Yorke rund 550 Teilnehmern und versprühte Aufbruchsstimmung.

Ein Bild zeigt Chris Yorke auf der Bühne des ÖWM Marketingtages 2020.
Geschäftsführer Chris Yorke präsentierte rund 550 Winzern die neue Strategie der ÖWM, © ÖWM/Martin Grabmayer

„Wir müssen vordergründig auf die Stärken des Weinlandes Österreich setzen“, betont Yorke, der zuletzt Neuseelands Weinwirtschaft – von der Größenordnung her durchaus vergleichbar – in der Vermarktung zu neuen Höhenflügen führte. Er will die positive Wahrnehmung des österreichischen Weins weiter stärken; die strategische Dachmarkenarbeit der ÖWM muss dabei Hand in Hand mit der Individualität und Authentizität der heimischen Winzerfamilien gehen.

Umweltbewusstsein als Maxime

Weine aus Österreich weisen eine hervorragende Durchschnittsqualität auf und sind international bekannt für ihren unverkennbaren Stil: immer frisch, mit Charakter, Tiefgang und Reifepotenzial. Die Grundlage für diese Typizität, die einzigartigen heimischen Weingärten, gilt es durch langfristiges Denken und umweltbewusstes Handeln zu bewahren. Hier sieht Yorke Österreich bereits auf einem sehr guten Weg, ortet aber noch weiteres Potenzial, beim Thema Umweltbewusstsein eine Alleinstellung im weltweiten Weinbau zu beanspruchen.

Inland: Spitzenwerte bei Marktanteil halten

Mit kaum übertreffbaren Marktanteilen beim Umsatz von 73 % im Einzelhandel sowie 88 (!) % im Gastronomie- und Großhandelsbereich belegt Wein aus Österreich im Inland die unangefochtene Spitzenstellung. Diese gilt es, so Yorke, zu halten beziehungsweise in der Wertsteigerung voranzutreiben. Konsequentes Herkunftsmarketing und die weitere Profilierung der Weinbaugebiete sollen dafür das Fundament bilden. Vermehrt will die ÖWM ihr Augenmerk auch auf den Weintourismus richten, der den Direktverkauf ab Hof stärkt und selbstredend in die Auslandsmärkte strahlt. Die geografische Nähe der Weinbaugebiete zu Wien bietet hierfür eine vielversprechende Grundlage, die kaum ein anderes Land in dieser Form aufweisen kann.

Exporte forcieren

Die erfreuliche Exportentwicklung der letzten Jahre soll Ansporn und Auftrag für die Zukunft sein. Besonders im höheren Preissegment muss Österreichs Wein sein Potenzial im Fachhandel und der Gastronomie voll ausschöpfen. Die Schlüsselwörter lauten hierbei: Ausbau der Themenführerschaft und Zielgruppenfokussierung in der Vermittlung des unverkennbaren Stils und Charakters österreichischer Weine. Unterstützend soll eine internationale, qualitative Marktforschung Aufschlüsse darüber geben, was Meinungsbildner (Gastronomie, Handel, Presse) in den wichtigsten Märkten über österreichischen Wein und sein Marktpotenzial denken.

Bindung der Winzer zur ÖWM

„Ganz besonders am Herzen liegt uns die Bindung der Winzer zur ÖWM, betont Yorke, „denn letztendlich sind ja wir ihre Anlaufstelle als Servicebetrieb.“ Unter anderem wird die ÖWM 2020 daher eine Winzer-Befragung durchführen, um die Bedürfnisse der Weinbauern noch besser zu verstehen und die eigene Arbeit zu optimieren. „Ich weiß, dass wir nur als Team erfolgreich sein können“, schloss Yorke, „wir sind nämlich nur dann stark, wenn wir an einem Strang ziehen.“

Erstmals individuelle Nachmittagsseminare

Nach Yorkes mit Spannung erwarteter Key Note Speech analysierte Sascha Speicher vom Meininger Verlag den weiterhin wichtigsten österreichischen Exportmarkt Deutschland, entkräftete dabei verbreitete Mythen und zeigte vorhandene Potenziale auf. Am Nachmittag bot die ÖWM erstmals themenspezifische Seminare, etwa zu Social Selling oder den nordeuropäischen Monopolmärkten, um noch stärker auf die unterschiedlichen Interessen und Fragestellungen der Teilnehmer einzugehen.

Konkurrenzanalyse im Verkostungsformat

Den Abschluss des Marketingtags bildete eine Verkostung internationaler Weine im Preissegment zwischen 6 und 14 Euro, die auf dem deutschen Markt hohe Absatzzahlen aufweisen. Eine Wettbewerbsanalyse der etwas anderen Art.

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