Vinova 2002 - Wein ist wieder in aller Munde...

... und das ist durchaus wörtlich zu verstehen: Vom 21. bis 24. April lädt die Vinova zu Entdeckungsreisen in Weiß, Rot und Süß ein. Spannend wie der Jahrgang präsentieren sich die Weine im jetzigen Entwicklungsstadium. Besonders LiebhaberInnen fruchtbetonter, harmonischer Weine werden auf ihre Rechnung kommen.

Weißweingläser
Weißwein, © ÖWM/Anna Stöcher

(Reed Messe - Wien, 2002)
Winter gab es im Jahr 2001 eigentlich gar keinen, so mild und trocken waren die dafür kalendermäßig vorgesehenen Monate. Und in dem Tonfall ging es auch im Frühjahr weiter, mit erwartungsgemäß frühem Austrieb und sommerlichen Mai-Temperaturen. Auch die Blütezeit ging ohne Probleme über die Bühne. Doch der Juli brachte mit kühlen Regentagen einen Vorgeschmack von Herbst. Für weitere Abwechslung sorgte ein heißer, sonnenbeladener August, gefolgt von einem mehr als nassen September. Vier Wochen blieben die himmlischen Gießkannen in Betrieb, bis endlich der "goldene Oktober" seinem Namen alle Ehre machte und die bereits drohende Fäulnis der Trauben wieder zurückdrängte.

Doch nur wer sich heuer mit aller Akribie der Weingartenarbeit und Pflege der Reben gewidmet hatte, einschließlich einer sorgfältig selektionierenden Lese, konnte gesundes Traubenmaterial ernten und verarbeiten.

Für die Botrytis-Spezialisten brachten diese Bedingungen allerdings eine gute Basis für schöne Süßweine, die auch in ansehnlicher Menge zur Verfügung stehen.Die Weißweine zeigen sich sehr fruchtig, pikant und mit angenehmem Säurerückgrat. Bei den Roten überwiegen charmante Frucht und Eleganz, auch wenn sie nicht so kraftvoll ausgestattet sind wie der Vorgängerjahrgang. Ein sehr breit gefächertes Weinspektrum erwartet den Verkoster, denn Bedingungen wie diese fordern Winzer und Kellermeister in besonderem Maße.

Entdeckungsreise durch Österreichs Weinbaugebiete

Beginnen wir die kleine Weinreise in der Weststeiermark, das am weitesten von Wien entfernt ist. In der Heimat des Blauen Wildbachers findet man allerdings nicht nur den rassigen Schilcher, sondern eine beachtliche Bandbreite an alternativen Produkten aus der eigenwilligen Rotweinsorte: vom Frizzante und Sekt über Rotwein bis zu Bränden aus Trester, Geläger und Wein. Repräsentiert wird diese Allroundersorte heuer etwa vom Schilchergut Koller aus Bad Gams, in der Nähe des Schlosses Wildbach gelegen, das wohl als Namensgeber der Sorte anzusehen ist. Nicht zu vergessen natürlich die Familie Jöbstl aus Wernersdorf, langjähriger Stammgast auf der Messe und mit Waltraud Jöbstl als vielfach dekorierter Schnapsbrennerin wohl jedem Besucher wohl bekannt.

Die Südsteiermark ist heuer mit einigen interessanten Betrieben vertreten. Das altbekannte Weingut Tscheppe aus Leutschach, mittlerweile in den Händen der jungen Generation, stellt die steirische Sortenvielfalt in zwei Linien vor, wobei die Weine vom Pössnitzberger Römerstein die steirische Klassik gekonnt umsetzen, während bei den Weinen vom Czamillonberg verstärkt Barriqueausbau eingesetzt wird. Christian Kugel vom Grassnitzberger "Weinhof" - übrigens sind die Appartements mit Blick auf die Spitzenlagen ein heißer Tipp! - ist bekannt für die Pflege traditioneller Sorten, wobei auch Sylvaner und der Altsteirische Mischsatz immer wieder beeindrucken. Aus Grubtal bei Gamlitz stellt das Haus Dreisiebner-Muster - ein Wein- und Obstbaubetrieb, der auch für seine Brände bekannt ist - den neuen Jahrgang in Wien vor. Last but not least kommen mit Hannes Sabathi vom Kranachberg ein sehr junger Winzer mit dem richtigen "Gspür" für dichte Weine und mit Stefan Potzinger aus Gabersdorf ein engagierter junger Winzer, der nach fundierter Ausbildung und Reisen in die alte und neue Weinwelt viel im Betrieb vorhat.

Aus dem Mittelburgenland einen Querschnitt zusammenzustellen, wird schon schwieriger, so groß ist die Auswahl. Dass alle dem Lokalmatador Blaufränkisch feinste Nuancen zu entlocken wissen, steht außer Frage. Stellvertretend seien genannt das Weingut Draxler aus Haschendorf, die Familie Franschitz aus Unterpetersdorf, das Haus Iby-Lehrner aus Horitschon, der Grenzlandhof Reumann aus Deutschkreutz, das Weingut Weber aus Lutzmannsburg und ein Neckenmarkter Trio: das Rotweingut Stefan Lang, Stefan Weinhäusel und die Familie Wellanschitz. Dafür sollte man sich genügend Zeit einplanen.

So vielfältig wie das Weinbaugebiet an der "Westküste" des Neusiedler Sees selbst sind auch die Weine der diesjährigen Aussteller. Vom trockenen Weißwein über fein ziselierte Prädikatsweine bis zu kraftvollen Rotweinen reicht das Spektrum. Spezialisten wie die Winzer des Donnerskirchner Weinquartetts bringen ihre Trümpfe ins Spiel, Allrounder wie Alfred Fischer aus Stöttera oder Konrad Mariel aus Wulkaprodersdorf, Gabi Mariel - auch als Schnapsbrennerin bekannt -, das junge Weingut Humer aus Breitenbrunn, Rotweinmacher Rolf Pretterebner aus Zagersdorf ebenso wie die Pöttelsdorfer Bismarck-Weine oder das Multitalent Hermann Hammer sowie Harald Kraft aus Rust stellen ihre neuen Weine vor. Nicht von Fachmessen wegzudenken ist auch die Familie Holler vom Elfenhof mit ihren "freundlichen" Weinen.

Der Seewinkel wird nicht nur in der Abteilung "sweet" überzeugend auftreten, auch wenn mit Martin Haider aus Illmitz der große Star der letztjährigen internationalen Weinchallenge "best of sweet" mit dabei ist. Seien es Terra Galos aus Gols, die Familien Schuster-Kummer aus Halbturn, Münzenrieder aus Apetlon, Allacher, Lunzer und Nittnaus aus Gols, Josef Wurzinger aus Tadten, das Haus Michlits-Stadlmann aus St. Andrä oder Hermann Kroyer vom Oleanderhof in Winden - jeder von ihnen ist mittlerweile nicht nur Insidern ein Begriff. Und dass man im Weinbaugebiet Neusiedlersee auch mit jeder Menge kraftvoller Rotweine aufzuwarten hat, ist schon lange kein Geheimnis mehr.

Machen wir einen Zwischenstopp in der Weinhauptstadt Wien - mit Peter Bernreiter und Herbert Schilling stellen zwei der profiliertesten Wiener Winzer ihre Weine zur Verkostung und zum Vergleich. In dem Zusammenhang sei auch auf einige Vinotheken verwiesen, die ihre Sortimente ins Wiener Messegelände mitbringen werden - beispielweise die "Franzosen" Perkal´s Wein Art und Derksen, der New-World-Spezialist Weber´s Wine World, Ungarn-Kenner Ernst Hudribusch und die Familie Jiresch (Wienothek 18.,) mit ihren Spanienimporten.

Doch kehren wir zurück nach Österreich und setzen die Weinreise in Niederösterreich fort. Das Weinbaugebiet Carnuntum, in den letzten Jahren vom Geheimtipp zum Pflichtprogramm für Freunde kraftvoller Weißweine und vor allem zum Rotwein-Eldorado geworden, stellt sich mit einer Palette bekannter Namen ein: Artner, Böheim, Lager, Marko, Nadler-Hanny, Netzl, Pimpel und Taferner seien zum Neugierigmachen genannt.

Die "Thermenregionalisten" sind auf der einen Seite mit der engagierten Gruppe der Thermenwinzer, an der Spitze jung gebliebener Altmeister Friedl Schellmann, vertreten. Auf der anderen Seite sei ebenfalls eine Winzergruppe beispielhaft hervorgehoben: die Tattendorfer Weingalerie.

Österreichs Weinriese, das Weinviertel, bietet eine bunte Mischung aus arrivierten Winzern wie Roland Minkowitsch und Gerhard Lobner, dem Traminer-Spezialisten aus Mannersdorf, der Marchgemeinde mit dem eindrucksvollen Kellerberg. Auch das Weingut Schwarzböck aus Hagenbrunn, das immer wieder mit eindrucksvollen Rieslingen weit weg von der Wachau Akzente setzt, muss man nicht mehr lang vorstellen, ebenso wie die Häuser, Rücker, Setzer, Studeny oder den Poysdorfer Meisterwinzer Helmut Taubenschuss. Mit den Familien Holzmann aus dem wieder erwachten Kurort Bad Pirawarth oder den Weingütern Zillinger aus Ebenthal sowie Zuschmann aus Martinsdorf kommen noch weniger bekannte, aber äußerst empfehlenswerte Winzer dazu.

Eine breite Qualitätsbasis stellt das Weinbaugebiet Donauland, wobei sich die Gemeinde Großriedenthal - bekannt durch ihre Bemühungen um den naturnahen Weinbau und als Eiswein-Mekka - mit starker Beteiligung besonders hervortut: Alfred und Maria Holzer, Franz und Gabriele Schneider (auch als Brenner bekannt) sowie die Familie Schuster freuen sich auf interessierte Verkoster. Mit Leopold Blauensteiner aus Gösing, den Felser Weingütern Kolkmann, Leth und Urbanihof Paschinger sowie Hans Czerny vom Weingut Wimmer-Czerny steht eine breite Auswahl gebietstypischer Weine zur Verfügung.

Mittlerweile hat sich auch die "Vinovative" als gebietsübergreifende Qualitätsvereinigung bekannt gemacht, immerhin gehören so renommierte Betriebe wie die Schönberger Weingärtnerei Aichinger, Erich Berger und Walter Buchegger aus Gedersdorf, Günther Brandl aus Zöbing, Birgit Eichinger aus Strass, Thomas Leithner und Karl Steininger aus Langenlois, Gerald Schneider vom Cobaneshof aus Gobelsburg, Rainer Gerhold aus Gösing und Hans Setzer aus Hohenwarth zur illustren Weinrunde.

Die Phalanx des Kamptals ergänzen das Topweingut Schloss Gobelsburg mit Weinmacher Michael Moosbrugger, Egmont Höfinger, ebenfalls aus Gobelsburg, die erfolgsgewohnten und dennoch immer "am Teppich" gebliebenen sympathischen Langenloiser Brüder Jurtschitsch und Turmhof-Meisterbrenner und Winzer Otto Hotzy aus Hadersdorf.

Womit wir am Ende unserer diesjährigen Weinreise angelangt sind und den Wachauer Winzern noch einen Besuch abstatten: den Familien Höllmüller aus Joching und dem Weingut mit Hausbrennerei Schwaiger aus Wösendorf. Als köstlichen Schlusspunkt sollte man sich einen hochreifen Riesling oder sogar Prädikatswein des Dinstlgutes Loiben nicht entgehen lassen.

Die Vinova findet gleichzeitig mit der neuen Gastronomiefachmesse Alles für den Gast Wien und der internationalen Spirituosenfachmesse Destillata vom 21. bis 24. April 2002 im Messezentrum Wien statt. Vinova und Destillata sind auch für Privatbesucher geöffnet. Der Zutritt zu den Hallen der Alles für den Gast Wien ist ausschließlich für Fachbesucher reserviert.

Eintrittspreise: EUR 15,-, EUR 11, bei Voranmeldung im Internet unter www.vinova.at

Eva Meseneder
Pressebüro Reed Messe Wien
Tel.: +43 0676 3168462
mailto: eva.meseneder@messe.at

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