Sekt statt Prosecco

Der Wegfall der Schaumweinsteuer (sie wird ab 1. April 2005 auf 0 % gesenkt) schafft erstmals eine Gleichstellung für heimische Sektproduzenten gegenüber internationalen Anbietern. Der Preiskampf im Sekt- und Frizzantesegment veranlasste immer mehr Weinhändler zu „steuerfreien“ Frizzante-Weinen aus dem Ausland (vor allem von der Prosecco-Traube) auszuweichen. Durch den Wegfall der „Sektsteuer“ soll wieder mehr Sekt abgesetzt und somit die Sektgrundweinproduktion in Österreich sichergestellt werden. „Eine historische Chance“, sind die heimischen Wein- und Sektvertreter überzeugt.

von links nach rechts, Rudolf Kobatsch, Josef Pleil, Michael Thurner, Copyright ÖWM
v.l.n.r. Rudolf Kobatsch, Josef Pleil, Michael Thurner, © ÖWM

Steuersituation begünstigte Absatz von nicht-heimischen Produkten

Der Gesamtkonsum an Schaumwein (Sekt und Spumante) betrug im Jahr 2003 knapp 13 Mio. Liter, ein Rückgang von mehr als 21 % seit 1997. Die Differenz zwischen heimischen Sekten und importierter Ware stieg in den vergangenen Jahren zu Gunsten der Importe stark an. Zusätzlich erhöhte sich im selben Zeitraum der Import von Frizzante-Produkten um mehr als 100 %. Hauptgrund dieser Entwicklung ist der harte Preiskampf am heimischen Markt. Nachdem Frizzante (vor allem von der Prosecco-Traube) aufgrund des geringeren Innendrucks in der Flasche nicht sektsteuerpflichtig (immerhin Euro 1,3/Flasche, inkl. Mwst.) waren verloren heimische Sektproduzenten immer stärker Marktanteile. Die Sektsteuer wird nun, aufgrund fundierter Argumente der österreichischen Sekt- und Weinwirtschaft mit 1. April auf 0 % herabgesetzt.

Wegfall der Sektsteuer soll Absatz für Sektgrundwein wieder erhöhen

„Die heimischen Sekthersteller verwenden fast ausschließlich Sektgrundweine aus Österreich. Durch die Steuerbelastung wurde aber der Druck von billigen, sektsteuerfreien Frizzante-Produkten aus dem Ausland immer größer“, erklärt Josef Pleil, Präsident des österreichischen Weinbauverbandes, die zunehmende Problematik. „Die Sektsteuer wirkte sich wettbewerbsverzerrend aus, da zahlreiche Wiederverkäufer in Handel und Gastronomie sowie die Konsumenten aufgrund des Preisunterschiedes lieber zu Frizzante-Produkten wie Prosecco griffen. Dies bedroht die Existenz vieler heimischer Sektgrundweinerzeuger.“

Höhere Wertschöpfung für heimische Sekt- und Weinwirtschaft

Österreichs Weinbaubetriebe produzieren jährlich ca. 25 Mio. Liter Sektgrundwein. Durch die Sektsteuer ist laut den Sektproduzenten die Wettbewerbsfähigkeit derzeit nicht gegeben. „Wenn nun die steuerliche Zusatzbelastung wegfällt, wird österreichischer Sekt auch im Inland wieder konkurrenzfähig“, ist Rudolf Kobatsch, Obmann des Fachverbandes der österreichischen Sekthersteller überzeugt. „Dadurch steigt auch die Wertschöpfung für die Winzer und der Nutzen für den Konsument. Fürs gleiche Geld wird er mit heimischen Sekten nun wieder mehr Qualität bekommen.“

Fachverband der Sektindustrie/Rudolf Kobatsch
Zaunergasse 1-3, 1030 Wien

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