Norwegen will PIWI-Weine aus Österreich

Das norwegische Alkoholmonopol nimmt österreichischen Wein aus pilzwiderstandsfähigen Rebsorten (PIWI) in sein Sortiment auf. Die erfreuliche Entwicklung, die diese Weine in den vergangenen Jahren in Österreich genommen haben, erhält somit weiteren Rückenwind. Auch bei internationalen Weinpreisen überzeugen österreichische PIWI-Weine mit Höchstwertungen.

Ein Bild zeigt zwei Gläser Weißwein.
© ÖWM / Anna Stöcher
PIWIs: pilzwiderstandsfähig im Weingarten, unwiderstehlich im Glas

Vor Kurzem eröffnete das norwegische Alkoholmonopol Vinmonopolet einen eigenen Tender für PIWI-Weine aus Österreich. Ein Tender ist ein eigenes Importkontingent im staatlich streng regulierten Alkoholmarkt Norwegens. Bis Ende März können Winzer*innen aus Österreich ihre PIWI-Weine aus Cabernet Blanc, Donauriesling oder Donauveltliner des Jahrgangs 2021 nun bei Vinmonopolet einreichen. Ab September kommen die ausgewählten Weine in den Verkauf.

„Dass das norwegische Monopol einen eigenen Tender für PIWI-Weine aus Österreich ausgeschrieben hat, freut uns sehr!“, kommentiert Chris Yorke, Geschäftsführer der ÖWM (Österreich Wein Marketing GmbH). „Unsere Winzer*innen produzieren auf umweltfreundliche Art hervorragende Weine aus diesen Rebsorten, das bestätigen auch zahlreiche Erfolge bei internationalen Verkostungen.“

10-mal Großes Gold für Österreich beim PIWI-Weinpreis 2020 & 2021

PIWI-Weine aus Österreich konnten bereits hohe Auszeichnungen erringen, etwa beim internationalen PIWI-Weinpreis: 2021 erhielten vier Weißweine die höchste Auszeichnung Großes Gold, ein niederösterreichischer Souvignier Gris sogar mit der Bestbewertung von 98 Punkten. Auch 2020 holten mehrere österreichische Weine Großes Gold: vier Weißweine (zwei aus Niederösterreich, zwei aus der Steiermark), ein Rotwein (Niederösterreich) und ein steirischer Sekt, der mit 98 Punkten zudem die beste Bewertung aller Schaumweine erhielt.

Ein Bild zeigt eine Traube der Sorte Cabernet Blanc am Rebstock.
Ein Bild zeigt eine Traube der Sorte Souvignier Gris am Rebstock.

Große Bedeutung für umweltbewussten Weinbau

Pilzwiderstandsfähige Rebsorten, sogenannte „PIWIs“, sind Neuzüchtungen. Sie verbinden sensorische Eigenschaften „klassischer“ Rebsorten mit starken Resistenzen gegenüber Rebkrankheiten wie Echten und Falschen Mehltau (Oidium und Peronospora). Dadurch erfordern sie einen geringeren Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und sind ein wichtiger Puzzlestein auf dem Weg des umweltbewussten Weinbaus, für den Österreich international bekannt ist.

Vielversprechende Rebsorten in Weiß & Rot

Schon seit Längerem sind die beiden Rotweinrebsorten Roesler (267 ha) und Ráthay (47 ha) in Österreich Qualitätsweinsorten. 2018 kamen die Weißweinsorten Blütenmuskateller (71 ha), Muscaris (81 ha) und Souvignier Gris (55 ha) dazu. Wie das Interesse aus Norwegen bestätigt, zeigen auch weitere Sorten großes Potenzial, etwa Cabernet Blanc (21 ha), Donauriesling (54 ha) und Donauveltliner (31 ha).

Mit den neuen Rebsorten arbeiten Österreichs Winzer*innen sehr flexibel: Je nach Sorte und Weingutsphilosophie verwenden sie sie als Cuvée-Partner oder bauen sie reinsortig aus. Auf dem Weg zu einem noch umweltfreundlicheren Weinbau werden sie aus dem Portfolio von immer mehr heimischen Weingütern nicht mehr wegzudenken sein.

Facts
PIWI-Sorten in Österreich
  • Für Qualitätswein zugelassen (521,56 ha):
    • Blütenmuskateller (71,13 ha)
    • Muscaris (80,97 ha)
    • Souvignier Gris (54,76 ha)
       
    • Ráthay (47,39 ha)
    • Roesler (367,31 ha)
       
  • Für Rebsortenwein* zugelassen (162,59 ha):
    • Bronner (16,58 ha)
    • Cabernet Blanc (21,10 ha)
    • Donauriesling (53,96 ha)
    • Donauveltliner (30,78 ha)
    • Johanniter (8,77 ha)
    • Solaris (nur Bergland)
       
    • Cabernet Jura (13,48 ha)
    • Pinot Nova (9,51 ha)
    • Regent (8,41 ha)

*Rebsortenwein: Wein ohne geschützte Ursprungsbezeichnung oder geografische Angabe mit Rebsorten- oder Jahrgangsbezeichnung.

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