Es stürmt wieder im Glas

Der Herbst kündigt sich mit klarer Luft, schräg einfallenden Sonnenstrahlen und kühlen Abenden im Land an und beschert den Österreichern eine der schönsten Jahreszeiten im Weinjahr: die Sturm-Saison.

Dieses Bild zeigt eine Flasche und ein Glas gefüllt mit Sturm, © ÖWM
Sturm, © ÖWM

Die Weinlese-Zeit hat begonnen, und Genießer freuen sich auf ihr erstes Glas Sturm. Mit viel Frucht, feiner Säure und herbstlicher Süße lädt der Sturm dazu ein, beschaulich diese schöne Zeit zu genießen und dazu vielleicht auch ein paar herbstliche Schmankerln zu kosten. Am Sturm kann man die gute Qualität des heurigen Weinjahrganges vielleicht noch nicht ablesen, aber er erzählt viel von der Entstehung des Weins.

Von süß bis staubig

Der süße Traubenmost, kaum von der Presse, beginnt schnell zu gären und bereits nach wenigen Tagen ist er zum Sturm geworden, erkennbar dank seines typisch trüb-milchigen Aussehens. Anfangs ist er noch sehr süß, doch bald entwickelt sich der klassische Sturm, bevor er sich dann zum etwas trockeneren Staubigen weiterentwickelt. Die Süße des Sturms nimmt mit seiner Reife ab, der Zucker ist mehr und mehr vergoren – nur noch wenige Wochen und der erste Heurige und damit der erste Jungwein des Jahres steht am Tisch. Bis dahin freuen sich die Österreicher über den herbstlichen Verführer, der sich gut gekühlt auch ein paar Tage im Kühlschrank hält.

Ein echter Österreicher

Für den Sturm-Trinker ist die Herkunft bereits am Namen erkennbar. Wenn er Sturm trinkt, dann ist das ein „waschechter Österreicher“ – denn so nennen darf sich nur das Getränk aus 100 Prozent österreichischem Traubenmaterial. Was ihn so begehrt macht? Vielleicht die prickelnde Vorfreude, die er auf den kommenden Weinjahrgang verspricht. Oder die leider nur begrenzt verfügbare Menge, die ihn zu einem begehrten Gut unter Österreichs Genießern macht. Sturm bringt ein zeitlich begrenztes Vergnügen, denn er darf nur von August bis Dezember verkauft werden. Bis dahin heißt es für den herbstlichen Genuss das Glas in die Linke, und nicht „Prost“, sondern „Mahlzeit“!

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