Der Sturm hat wieder Saison

Das fruchtig-frische Herbstjuwel im Glas, der Sturm, hat in Österreich wieder Saison. Ab einem Alkoholgehalt von einem Prozent wird der gärende Traubensaft bei uns Sturm genannt. Der hefetrübe Vorbote des Weinjahrganges 2006 präsentiert sich heuer wieder besonders verführerisch süß, fruchtig und mit erfrischender Kohlensäure und ist das ideale Getränk zu den oft kräftigen Schmankerl der Herbstzeit.

Früher Sturm, der Freude macht, Copyright ÖWM
Früher Sturm, der Freude macht, © ÖWM

Ob rot oder weiß, jung und sehr süß oder reifer und fast staubig, jeder hat so seine Vorlieben beim Sturmtrinken. „Der Sturm ist bereits der erste qualitative Vorbote des neuen Weinjahres“, freut sich auch Michael Thurner, Geschäftsführer der Österreichischen Weinmarketing, auf den Sturm im Weinglas. „Die österreichischen Winzer bereiten ihren Sturm mit viel Sorgfalt, und die verwendeten Rebsorten prägen dieses Herbstgetränk.“ Der Rivaner zeigt seine jungen Fruchtnoten, der Grüne Veltliner lässt manchmal sein „Pfefferl“ schon erahnen, die Burgundersorten haben ein leichtes „Nusserl“ und die Trauben der Muskat-Familie verleihen dem Sturm ganz typische Aromatik. Der rote Sturm ist oft heimelig am Gaumen und mit der roten Farbe bekommt der Sturm auch den Geschmack von roten Früchten wie Erdbeere, Brombeere oder Himbeere.

Im guten Sturm ist die Süße mit fruchtiger Säure ausgeglichen, und das macht den Sturm nicht nur so erfrischend sondern auch zum idealen Partner von kräftigen Speisen. Neben den Klassikern wie Maroni oder Gans genießt der Gourmet den Sturm insbesondere zu allen Herbstschmankerln. Ein feiner Sturm paart sich auch gern zu gebratenem weißen Fleisch, der stürmische, kräftige Sturm hingegen ist eine wunderbare Kombination zu dunklem Fleisch. Serviert wird der Sturm idealerweise im Weißweinglas, die Fruchtaromen kommen hier am Besten zur Geltung. Sturm, in Maßen genossen, ist auch sehr vitaminreich und der Hefetrub im Glas ist gesund für Haare und Haut.

Gut gekühlt ist der Sturm frisch vom Winzer ein paar Tage haltbar, danach ist der Most fast zur Gänze vergoren, der Sturm wird zum „Staubigen“. Die Flaschen dürfen nicht fest verschlossen werden, denn das entstehende Kohlendioxyd könnte die Flasche sprengen. Ein kleiner Tipp: ein Stück Alufolie über der Flaschenöffnung schützt vor kleinen Fliegen. Allerlei Bräuche begleiten den Sturmtrinker: Statt „Prost“ sagt man „Mahlzeit“ oder „Krixikraxi“, mit den Gläsern des „ungetauften“ in der linken Hand wird auch nicht angestoßen. Erst ab Martini, dem elften November, wird in Österreich wieder in gewohnter Weise getrunken, denn da wird der junge Wein auf Flaschen gezogen und „getauft“.

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