Österreichs Winzerinnen

Die Männerdomäne Wein wird zunehmend weiblicher. Und das ist gut so. Die Winzerinnen schaffen edle Tropfen mit großem Potenzial. Zum Weltfrauentag erzählen uns Österreichs vinophile Ladys, was die Beziehung zwischen Frauen und Wein so besonders macht.

12 Winzerinnen verraten uns, was die Beziehung zwischen Frauen und dem Wein so besonders macht und was sie sich und ihren weiblichen Kolleginnen zum Weltfrauentag wünschen.

Birgit Braunstein
© Birgit Braunstein

Birgit Braunstein
Weingut Braunstein

Das Besondere an der Beziehung zwischen Frauen und dem Wein ist, dass zum echten Handwerk und fachkundigen Wissen noch eine gute Portion Intuition dazukommt, das berühmte kleine „Etwas“ mehr. Einen Weltfrauentag sollte es nicht mehr geben müssen. Es sollten Gleichberechtigung, Stimmrecht, Wertschätzung, Achtung der Frauen rund um den Globus als eine Selbstverständlichkeit angesehen werden.

Marion Ebener Ebenauer
© Alexander Bernold

Marion Ebner-Ebenauer
Weingut Ebner-Ebenauer

Heutzutage haben wir längst die gleichen Möglichkeiten wie Männer, gefühlsmäßig sogar mehr. Weil wir doch gerne mal unterschätzt werden. Und mit dem Wein ist das so eine Sache: Hat es dich einmal erwischt, lässt er dich nicht mehr los. Ich weiß noch, als ich die Lage „Hermannschachern“ gekauft habe, wusste ich plötzlich, wo mein zu Hause ist!

Meinen leiwanden Kolleginnen wünsche ich, dass sie stur ihr Programm durchziehen, auch wenn es gerade nicht im Trend liegt!

Christina Netzl
© Christina Netzl

Christina Artner-Netzl
Weingut Franz & Christine Netzl

Winzerinnern lassen sich sensibler auf ihre Weine ein, achten auf deren Bedürfnisse und verstehen ihre Sprache. Dadurch werden die Winzerin und der Wein zu einer untrennbaren Synthese, die Weinwerdung wird zu einem Wechselspiel beider und so kann große Kunst entstehen. Wichtig ist, dass wir diese Feinsinnigkeit nicht verlieren und immer auf unser inneres Gespür hören.

Winzerin Katharina Tinnacher
© Marion Luttenberger

Katharina Tinnacher
Weingut LacknerTinnacher

Wir haben in Österreich fantastische Winzerinnen, die hervorragende Weine mit Charakter und Persönlichkeit machen. Am internationalen Frauentag werde ich mir einen dieser tollen Weine gönnen - beispielsweise von Dorli Muhr oder Heidi Schröck. Meine Wünsche und Gedanken gehen heute aber an Frauen, die Unterstützung benötigen. Es gibt ein Projekt, das Frauen in Krisensituationen hilft und für das ich heute spenden werde.

Ilse Maier
© Bioweingut Geyerhof

Ilse Maier
Bioweingut Geyerhof

Wein ist ein Genussmittel, macht Freude, ist Teil des Lebensstiles und der Kultur eines Landes. Der Zugang zum Thema Wein ist nicht geschlechtsspezifisch, Frauen wie Männer erleben Wein ganz individuell. Bemerkenswert ist jedoch, dass für Frauen das Prestige eines Weingutes oder eines Weines oftmals nicht im Vordergrund steht, sondern der Geschmack.

Es sollte kein Thema mehr sein, ob ein Mann oder eine Frau für die Leitung eines Weingutes zuständig ist. Den Frauen soll die gleiche Kompetenz wie den Männern zugesprochen werden und nicht selbstverständlich angenommen werden, dass in einem Familienweingut der Mann für den Keller und die Frau für die Bürotätigkeit zuständig ist. Ich wünsche mir Frauen und Männer in der Weinbranche, die einander auf Augenhöhe begegnen!

Marlies Müller-Grossmann
© Marlies Müller-Grossmann

Marlies Müller-Grossmann
Weingut Müller-Grossmann

Frauen sind sehr feinfühlig und präzise - so machen sie bzw. verkosten sie auch den Wein. Ich wünsche mir, dass die Arbeit der Frau neben Kind & Kegel wertgeschätzt wird.

Silvia Heinrichs
© Emmerich Mädl

Silvia Heinrich
Weingut Heinrich

Mit Feingefühl und Sinnlichkeit gehen Frauen eine Beziehung mit dem Wein ein. Weingärten sind für mich wie Kinder und wie Kinder möchte ich sie begleiten, unterstützen und mein Bestmögliches für sie tun. Nur so können sie sich entfalten, ihre Persönlichkeit entwickeln und ihr volles Potenzial ausschöpfen. Ich wünsche mir, dass wir Winzerinnen junge Winzerinnen motivieren können, dieses wunderbare Handwerk zu erlernen. Denn Wein ist so individuell und spiegelt die Handschrift der Winzerin wider. Es ist eine Handwerk mit dem höchsten Grad an Verwirklichung.

Christina Hugl
© Robert Herbst

Christina Hugl
Weingut Christina Hugl

Frauen und der Wein – dazu möchte ich gar nicht viel mehr sagen als: Weinfrauen des Landes - weiter so!! Ich freue mich einfach nur riesig, dass es immer mehr, vor allem junge Winzerinnen gibt, die sich drüber trauen, diesen nicht unbedingt einfachen, aber wunderschönen Weg zu gehen! Austrian Wine + Austrian Wine Women = Austrian Superheroes!

Heidi Schröck
© Heidi Schröck

Heidi Schröck
Weingut Heidi Schröck

Für mich hat die Beziehung zum Wein sehr profan begonnen. Er bot mir die Möglichkeit, mich und meine kleine Familie zu ernähren. Im Laufe der Jahre stellte sich die Begeisterung für den Wein ein und das Gefühl, mich voll und ganz in diesem Beruf zu finden. Begegnungen mit Menschen aus aller Welt, kreative Arbeit, das gute Schwitzen bei der Arbeit im Weingarten und abends zu wissen, was ich getan habe. Das alles löst in mir große Zufriedenheit aus und ich bin sehr dankbar dafür.

Ich freu mich, dass so viele großartige junge Kolleginnen in Österreich diesen Beruf für sich wählen. Viele der Trends und Initiativen im österreichischen Weinbau werden genau von diesen tollen Frauen gestartet und getragen. Ich wünsche uns allen weiterhin Freude am Tun und jenen Zauber der Frauensolidarität, der Frauen seit Jahrhunderten begleitet.

Birgit Eichinger
© Birgit Eichinger

Birgit Eichinger
Weingut Eichinger

Österreichs Winzerinnen sind eine echte Erfolgsgeschichte. Als ich vor 25 Jahren anfing, konnte man die Winzerinnen Österreichs an einer Hand abzählen. Mädchen standen lediglich als Winzerköniginnen im Vordergrund. Heute gibt es eine Vielzahl an bestens ausgebildeten jungen Frauen, die durch fachliche Kompetenz überzeugen - so wie meine eigene Tochter Gloria.

Ich würde uns allen wünschen, dass die Fragen nach dem Unterschied der Geschlechter bei der Vinifizierung ein Ende nimmt und damit die Fragen, ob der Wein von Winzerinnen anders schmeckt. Das wäre neben dem 100-jährigen Wahlrecht für Frauen in Österreich ein weiterer Schritt!

Stefanie Böheim
© Stefanie Böheim

Stefanie Böheim
Weingut Böheim

Was das Besondere daran sein soll, kann ich mir leider selbst nicht erklären. Zu Beginn hat es Aufsehen erregt, als junge Frau das Weingut zu übernehmen. Doch es wäre mir nie in den Sinn gekommen, aufgrund dessen etwas anderes zu machen.
Wenn du das Wein-Gen in dir trägst, spielt es keine Rolle, ob du Mann oder Frau bist. Es macht mir eine riesige Freude so viele Kolleginnen zu haben für die der Lifestyle Weinbau genauso selbstverständlich ist wie für mich.

Ich wünsche uns, dass wir keinen Weltfrauentag mehr brauchen, Gleichberechtigung soll selbstverständlich sein, den Reben ist schließlich auch egal, ob wir männlich oder weiblich sind.

Victoria Gottschuly-Grassl
© Steve Haider

Victoria Gottschuly
Weingut Gottschuly-Grassl

Wir Frauen machen Wein nicht anders als Männer, schneiden die Triebe nicht besser, ernten die Trauben nicht behutsamer und sprechen mit dem Wein nicht sanfter als Männer es tun würden, dennoch machen wir Frauen Wein, den viele Männer gerne keltern würden. Das Geheimnis hierfür liegt dennoch bei jeder Frau – deshalb wünsche ich uns allen, dass wir unseren Weg gemeinsam gehen und weiterhin ausdrucksvolle Weine mit persönlichem Charakter produzieren.

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