Goodbye from Willi, Welcome to Chris!

Für die Österreich Wein Marketing GmbH beginnt mit dem 1. Januar 2020 ein neuer Abschnitt. Ich werde nach 13 Jahren als Geschäftsführer die Agenden an meinen Nachfolger Chris Yorke übergeben, der vom Aufsichtsrat bereits im Mai nach einem erfolgreichen Hearing designiert wurde.

Chris ist ein hervorragender Fachmann, der fast parallel zu meiner Tätigkeit in Österreich den spektakulären Exporterfolg des neuseeländischen Weins maßgeblich mitgeprägt hat. Oft habe ich die einzigartige Entwicklung dieses Landes analysiert, das im Jahr 2000 gerade einmal 9.000 Hektar hatte und heute nicht nur beinahe die Rebfläche von Österreich, sondern damit einen Exportumsatz von über 1 Milliarde Euro (!) erreicht hat. Die strukturellen Unterschiede der beiden Länder sind eklatant: Wir haben eine durchschnittliche Betriebsgröße von 3,24 ha, Neuseeland von 27,5 ha. Hierzulande gibt es 14.000 Weinproduzenten, „down under“ 1.400. Und doch hat sich in Österreich in den letzten 20 Jahren neben den vielen, aber immer weniger werdenden Klein- und Nebenerwerbsbetrieben eine professionelle, leistungsfähige Gruppe von über 1.000 international tätigen Weingütern gebildet, die ihre Geschäftstätigkeit weit über den deutschen Sprachraum hinaus ausgedehnt und damit Luft für die lokalen Player geschaffen haben.

Damit ergibt sich für Chris die Möglichkeit, das kleine österreichische Weinexportwunder mit seiner Erfahrung und einem hochmotivierten Team im Rücken auf die nächste Ebene zu bringen. Wichtig wird dabei sein, die internen Reformen zügig abzuschließen. Nach den Meilensteinen im DAC-System – zuletzt Steiermark, Carnuntum und Wachau – müssten 2020 mit Wagram und der Thermenregion die finalen Schritte folgen. Im Süßwein-Bereich könnte mit einer Ruster Ausbruch DAC und einer Lösung für die großen Süßweine der anderen Seite des Neusiedler Sees der krönende Abschluss gelingen. Dabei ist festzuhalten, dass das DAC-System auch in Zukunft für sinnvolle Modifikationen offen bleibt. Chris wird in naher Zukunft auch eine erste Komplettversion der Lagendefinition kommunizieren können. Dabei werden ihm schon ab Herbst 2020 neue Riedenkarten zur Verfügung stehen, die unser Projektteam unter der Leitung von Susanne Staggl sukzessive in Printform wie digital publizieren wird. Begleitend kommt es in vielen Gebieten bereits zu einer Festlegung der auf den Etiketten zulässigen Ortsbezeichungen und damit zur Aufwertung der marketingtechnisch so wichtigen Kategorie der Ortsweine, die sowohl preislich als auch qualitativ zwischen den Gebietsweinen und den Lagenweinen angesiedelt sind. Die vielleicht größte Herausforderung, mit der sich Chris in der nächsten Zeit konfrontiert sehen wird, ist die Problematik der Lagenklassifikation. Ich war aus prinzipiellen Gründen immer ein Gegner dieser Bestrebungen. Aber dennoch haben wir immer konstruktiv mitgearbeitet, um eine Spaltung in Österreichs Weinwirtschaft (Beispiel V.d.P. in Deutschland) zu verhindern. Es ist daher wichtig, dass die Weinbaupolitik auch in Zukunft den Zusammenhalt zwischen den Akteuren schafft und Chris Yorke und seinem Team den Rücken freihält. Österreich hat mit dem Aufschwung nach 1985, unterstützt durch ein erfolgreiches Dachmarketing, international eine einzigartige Performance hingelegt. Ich wünsche mir nichts sehnlicher, als dass das so bleibt!

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