Weinbauregion Bergland

Wein wird in Österreich nicht nur in den Weinbauregionen „Weinland“ (Niederösterreich, Burgenland, Wien) und „Steirerland“ (Steiermark) angebaut, sondern auch in allen anderen Bundesländern, die in der Weinbauregion „Bergland“ zusammengefasst sind. Früher gab es auch in Teilen dieser Region größere Weingartenflächen, zum Beispiel in Oberösterreich, wo der Weinbau vom 14. bis zum 16. Jahrhundert eine Hochblüte erlebte. Danach kam es zu einem regelrechten Boom des Bierbrauens, aber auch zu klimatischen Veränderungen mit einer geringeren Sonnenaktivität – Stichwort : „Kleine Eiszeit“, sodass der Weinbau in der heutigen Region Bergland sukzessive zurückging und schließlich im 19. Jahrhundert fast vollständig zum Erliegen kam.
Heute ist vor allem in Kärnten eine erfreuliche Renaissance des Weinbaus festzustellen.

Kärnten (170 ha)

In den letzten Jahren stieg hier die Rebfläche auf rund 170 Hektar an. Die Zentren des Kärntner Weinbaus liegen im Bezirk St. Veit mit dem Längsee und dem Gebiet um die Burg Hochosterwitz, im Lavanttal, im Bereich von Feldkirchen und rund um die Stadt Klagenfurt. Es dominieren dabei weiße Burgundersorten, darüber hinaus werden aber auch Sauvignon Blanc, Riesling, Traminer sowie Zweigelt und Blauer Burgunder angebaut. Der Kärntner Wein soll in diesem Bundesland zum touristischen Leitgetränk werden und zeigt entsprechendes Potenzial: Seit 2013 werden Weine aus Kärnten regelmäßig im SALON Österreich Wein ausgezeichnet.

Oberösterreich (45 ha)

Eine Vielzahl von Orts-, Haus- und Flurnamen im ganzen Bundesland zeugen davon, dass der Weinbau in Oberösterreich einst ein relevanter wirtschaftlicher Faktor war.  Nach dem Niedergang im 19. Jahrhundert kommt es im Land ob der Enns nun wieder zu einer kleinen Renaissance. Heute werden rund 45 Hektar auf sonnigen Standorten des Donautales, des Machlandes, des Linzer Gaumberges, am Rande des Eferdinger Beckens, im oberösterreichischen Zentralraum, im hügeligen Innviertel, in luftigen Lagen des Mühlviertels, ja selbst im Süden des Salzkammergutes bewirtschaftet. Der Sortenfokus liegt dabei auf Grünem Veltliner und Chardonnay sowie Zweigelt und Roesler.

Salzburg (7 ha)

Die ersten Salzburger Weingärten unserer Zeit wurden 2001 in Großgmain am Untersberg gepflanzt. Auf dem Mönchsberg wächst seit 2008 der „Paris Lodron Zwinger“, ein Frühroter Veltliner, der aus diesem Weingarten ca. 500 Flaschen erbringt, die um stolze 40 Euro verkauft werden, sehr zur Freude der Salzburger Pfadfinder, die den Profit bekommen. Auch das Benediktinerstift Michaelbeuern hat ein Projekt gestartet, das 4.000 Stöcke umfassen soll.

Tirol (5 ha)

Während der Weinbau in Südtirol große Bedeutung hat, hat der Weinbauverband Nordtirol heute nur noch knapp zwei Dutzend Mitglieder. Auch der seit dem 14. Jahrhundert bekannte Weingarten von Zirl liegt derzeit brach. Und doch gibt es auch vom Nordtiroler Weinbau wieder neue Lebenszeichen. Die bekanntesten aktiven Betriebe findet man in Haiming, Tarrenz und Silz. Vorherrschend sind dabei Burgundersorten, speziell Chardonnay und Blauer Burgunder. Es gibt sogar eine eigene Website: www.tirolwein.at

Vorarlberg (10 ha)

In Vorarlberg gab es einmal 500 ha Reben, vor allem im Walgau und im Rheintal. Durch die Reblauskrise und die Konkurrenz des Südtiroler Weins nach dem Bau der Arlbergbahn verschwanden die Reben bis auf einen Weingarten in Röthis fast vollständig. Heute umfasst der „Verein der Weinbautreibenden Vorarlbergs“ wieder knapp 70 Mitglieder. Auf den Weinbauflächen dominieren Müller-Thurgau, Riesling und klassische Burgundersorten beim Weißwein, während der Blaue Burgunder die rote Hauptsorte ist.