Thermenregion

Weine mit Geschichte, Weine mit Zukunft

Das Weinbaugebiet Thermenregion entstand mit dem Weingesetz 1985, als die Gebiete Gumpoldskirchen und Bad Vöslau zusammengelegt wurden. 2.196 Hektar Reben lehnen sich an die Abhänge des Wienerwalds, vom Stadtrand Wiens entlang einer Hügelkette mit dem Anninger als höchster Erhebung bis südlich von Baden. Und noch heute regiert im nördlichen Teil um Gumpoldskirchen der Weißwein mit Schwerpunkt auf den autochthonen Sorten Zierfandler (auch Spätrot genannt) und Rotgipfler, während im Süden der Rotwein mit den Sorten Sankt Laurent und Pinot Noir dominiert.

Weinbaufläche

2.196 ha

Wichtigsten Rebsorten

Zierfandler, Rotgipfler, St. Laurent, Pinot Noir

Wichtige Weinbauorte

Gumpoldskirchen, Traiskirchen, Pfaffstätten, Baden, Sooß, Bad Vöslau, Tattendorf

Ein Bild zeigt Weinreben in Traiskirchen
© ÖWM / Armin Faber

Schon vor mehr als 2000 Jahren wurden in der klimatisch begünstigten Region südlich von Wien Weinreben kultiviert. Römische Legionäre, die in Carnuntum und Vindobona stationiert waren, brachten Weinstöcke aus ihrer Heimat und Kenntnisse über die Weinerzeugung nach Pannonien. Der Name Thermenregion verweist auf die schwefelhaltigen heißen Quellen von Aquae (Baden). Im Mittelalter erlebte hier der Weinbau unter Federführung der Zisterziensermönche eine regelrechte Hochblüte. Die Anlage der Rebberge, aber auch der Charakter der Dörfer lässt deutlich den Einfluss aus dem burgundischen Mutterkloster Citeaux erkennen.

Die zisterziensischen Weinbauexperten hatten den Wert dieses außerordentlichen Terroirs sofort erkannt. Die Weinreben profitieren hier vom pannonischen Klimaeinfluss, mit heißen Sommern und trockenen Herbsten sowie 1800 Sonnenstunden im Jahr. Ständige Luftbewegung lässt im Herbst die Trauben nach Tau oder Regen rasch abtrocknen.  

Es überwiegen lehmige Böden aus feinkörnigen Ablagerungen. Hoher Grobanteil ist häufig, er geht auf verfestigte oder lockere Kiese und Sande mit hohem Kalkgehalt und vielen Resten von Muscheln, Schnecken und anderen Meeresbewohnern zurück. Schutthaltige Hangfußablagerungen helfen bei Entwässerung und Durchwärmung. Im Steinfeld bieten karge Schotterböden den Rotweinsorten ausgezeichnete Bedingungen.

Video: Thermenregion, © ÖWM


Video: Thermenregion, © ÖWM

Hausrecht haben die gebietstypischen – sonst kaum zu findenden – weißen Rebsorten Zierfandler (Spätrot) und Rotgipfler, die als Cuvée die legendäre Wein-Ehe Spätrot-Rotgipfler eingehen. Zur traditionellen Sortenvielfalt gehören aber auch der früher als Vöslauer bezeichnete Blaue Portugieser oder der Neuburger, ebenso moderne Weine aus der Burgunderfamilie, St. Laurent und Zweigelt, aber  auch  Merlot und Cabernet Sauvignon. 

Rotweinzentren sind Bad Vöslau, Sooß, Tattendorf und Teesdorf, die klassischen Weißweine kommen aus Perchtoldsdorf, Gumpoldskirchen, Pfaffstätten, Baden, Guntramsdorf und Traiskirchen.

Natur und Kultur ermöglichen ein abwechslungsreiches Freizeitprogramm: von einem Besuch des Freiguts Thallern des Zisterzienserstiftes Heiligenkreuz, eines der ältesten Weingüter Österreichs, über die Ku(ltu)rstadt Baden mit Theater, Operette, Wellness oder Traubenkur, bis zu Ausflügen entlang der Weinstraße zu einem der vielen gemütlichen Heurigen des Gebietes oder Wanderungen durch die Weinberge entlang der Wiener Hochquellenleitung.