Neuzüchtungen

Unter einer Neuzüchtung versteht man die bewußte Kombination von zwei oder mehreren Rebsorten (Einfach- oder Mehrfachkreuzung), mit dem Ziel, dass die neue Sorte möglichst alle guten Eigenschaften der Elternsorten enthält und die schlechten möglichst unterdrückt. Trotz intensiver Bemühungen gelingt dies nur teilweise. Rebzüchtung ist mit einem hohen Zeit- und Kostenaufwand verbunden. In Österreich werden am Lehr- und Forschungszentrum für Wein- und Obstbau in Klosterneuburg neue Sorten gezüchtet.

Ein Bild zeigt Trauben der Rebsorte Rathay
© ÖWM / Oberleitner

Folgende Neuzüchtungen sind im österreichischen Qualitäts-Rebsortiment enthalten:

  • Weißweinsorten: Müller-Thurgau, Muskat-Ottonel, Scheurebe, Jubiläumsrebe, Goldburger
  • Rotweinsorten: Blauburger, Zweigelt, Ráthay, Roesler

Heute richtet sich die Züchtung vornehmlich auf die Verbesserung der Widerstandsfähigkeit gegen Pilzkrankheiten. Diese Neuzüchtungen werden als PIWI-Sorten (pilzwiderstandsfähige) bezeichnet. Bei der Widerstandsfähigkeit handelt es sich immer nur um eine Teilresistenz gegen eine oder mehrere Pilzkrankheiten.  Es gibt heute eine Reihe von teilresistenten Rebsorten bei welchen weniger Pflanzenschutzmaßnahmen gegen eine Pilzkrankheit durchzuführen sind. Folgende teilresistente Neuzüchtungen sind im österreichischen Qualitäts-Rebsortiment enthalten:

  • Rotweinsorten: Ráthay, Roesler

Für die Erzeugung von Wein ohne geschützte Ursprungsbezeichnung oder geografische Angabe mit Rebsorten- oder Jahrgangsbezeichnung dürfen folgende teilresistente Rebsorten ausgepflanzt werden:

  • Weißweinsorten: Bronner, Muscaris, Cabernet blanc, Souvignier gris, Johanniter
  • Rotweinsorten: Regent, Cabernet Jura