Gefrorenes und Getrocknetes

Um Eiswein zu erzeugen, ist meist viel Geduld nötig. Reife, nicht gefaulte Trauben warten am Rebstock auf die ersten Frostnächte.

Ein Bild zeigt einen Weingarten im Winter
© ÖWM / Lukan

Erst ab etwa minus sieben Grad, und das über Stunden, gefrieren die Wasserkristalle in den Beeren. Die Trauben müssen in gefrorenem Zustand geerntet und gepresst werden. Dadurch bleibt das Wasser als Eisklumpen in der Presse und nur der konzentrierte Most rinnt ab. Eisweine erkennt man an eleganter Fruchtpikanz und rassiger Säure, auch die Sortenmerkmale sind noch präsent. Das jüngste Kind der Prädikatsweinfamilie sind Stroh- oder Schilfweine. Die Art der Erzeugung ist seit der Römerzeit bekannt: Reife, nicht gefaulte Trauben werden drei Monate auf Stroh oder Schilf „luftgetrocknet“, dann gepresst und vergoren. Geschmacklich zwischen Botrytisweinen und Eisweinen, weisen Strohweine elegante Frucht auf, in der Regel aber weniger Säure.