Trends beim Sektkonsum

Entwicklung des heimischen Sektkonsums

Das Bild zeigt Sektverkoster. Copyright: Roland Unger
© ÖWM/Roland Unger

Laut einer Studie von A.T. Kearney gewinnt die Regionalität von Produkten zunehmend an Bedeutung. Die Umfrage bestätigt, dass die regionale Herkunft als Kaufentscheidungskriterium für Kunden sogar noch wichtiger ist als die Qualifizierung als Bio-Lebensmittel. Diese Entwicklung unterstreichen auch aktuelle Zahlen: So ist nicht nur die Gesamtmenge an Sekt seit 2008 – dem Jahr vor dem Start der Initiative „Tag des österreichischen Sekts“ – im Vergleich zum Jahr 2013 um rund 30 Prozent gestiegen (Quelle: AC Nielsen), sondern auch der Anteil von österreichischem Sekt konnte auf deutlich über 30 Prozent gesteigert werden. Mit anderen Worten – zumindest jede dritte in Österreich konsumierte Flasche Sekt stammt aus österreichischer Produktion. Das bedeutet, dass die Erntemengen für österreichischen Sekt rund zehn Prozent des heimischen Weins ausmachen. Um sicherzugehen, dass man ein heimisches Spitzenprodukt einschenkt, raten die Sekthersteller zur kritischen Prüfung der Bezeichnung auf der Flasche: „Sekt hergestellt in Österreich“ ist nicht gleichbedeutend mit der Bezeichnung „Österreichischer Sekt“. Nur dann, wenn 100 Prozent des verwendeten Weins aus Österreich kommen und die Versektung in Österreich stattfindet, darf das Produkt die Bezeichnung „Österreichischer Sekt“ tragen.

Die Sekttrinker

Die typischen Sekttrinker lassen sich neuesten Marktforschungen zufolge eher als extrovertiert, aufgeschlossen und umgänglich charakterisieren. Je nach Geschmacksrichtung des perlenden Getränks verschieben sich die Konsumentengruppen ein wenig: bei extra brut und brut eher in Richtung männlich und älter. Trocken und mild hingegen wird etwas stärker von weiblichen und jüngeren Konsumenten nachgefragt. Zu beobachten ist derzeit auch ein Trend zu reinsortigen Sektspezialitäten, wie Grüner Veltliner, Muskateller oder Riesling. Auch Rosé erfreut sich seit mehreren Jahren sowohl in Österreich als auch international steigender Beliebtheit.

„Sparkling Wine-Sommelier“ und „Sparkling Wine-Connaisseur“

Parallel zu den Qualitätsrichtlinien werden auch Ausbildung und Schulung zum Thema „Österreichischer Sekt“ sowie generell zu Schaumwein ausgebaut. Dafür besteht eine enge Zusammenarbeit mit den Sommeliervereinen, der Weinakademie und den berufsbildenden Schulen sowie dem Ministerium. Schulungsunterlagen und Lehrmaterial werden neu erstellt, zudem bietet das WIFI in der Berufsausbildung ab dem nächsten Jahr eine eigene Zusatzausbildung an. Dabei lernen die Teilnehmer in sechs Tagen den gesamten Umfang dieses detailreichen Genres. Geschichte und Methoden der Schaumweinerzeugung sind ebenso Teil des Programms wie ein Blick auf die unterschiedlichen Schaumweine dieser Welt. Dazu kommt eine intensive Produktschulung, wichtiges Wissen über die Lagerung, den optimalen Service inklusive Gläserkunde und Sekt als Speisenbegleiter. Die Absolventen dürfen sich nach erfolgreicher Prüfung „Sparkling Wine-Connaisseur“ nennen, während bereits geprüfte Sommeliers das Diplom „Sparkling Wine-Sommelier“ erhalten.