Organisch-biologischer Weinbau

Die wichtigsten Charakteristika der biologischen Landwirtschaft sind das Verbot der Anwendung leicht löslicher Mineraldünger und Herbizide, die Förderung der Gesundheit und Fruchtbarkeit des Bodens durch schonende Bodenbearbeitung und die Bewirtschaftung des Weingartens unter Berücksichtigung von natürlichen Stoffkreislaufen.

Ein Bild zeigt einen Weingarten
Weingarten, © ÖWM / Komitee Kamptal

Der organisch-biologische Weinbau wird auch als Biologischer Weinbau oder Bioweinbau bezeichnet. Im Gegensatz zur Integrierten Produktion werden keine chemisch-synthetischen Stickstoffdünger, leicht löslichen Phosphordünger und chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmittel verwendet sowie keine chemischen Herbizide zur Bodenpflege eingesetzt.

Beim Pflanzenschutz werden bevorzugt Pflanzenpflegemittel (Pflanzenstärkungsmittel), aber auch für die biologische Produktion eigens zugelassene Pflanzenschutzmittel verwendet. Pflanzenstärkungsmittel sind Stoffe, die ausschließlich dazu bestimmt sind, die Widerstandsfähigkeit von Pflanzen gegen Schadorganismen zu erhöhen und Pflanzen vor nicht parasitären Beeinträchtigungen zu schützen. (Das heißt, es dürfen keine direkten Schutzwirkungen gegen Krankheiten und Schädlinge hervorgerufen werden. Wenn derartige Eigenschaften vorhanden sind, handelt es sich um ein zulassungspflichtiges Pflanzenschutzmittel. Pflanzenstärkungsmittel sind in ihrer überwiegenden Zahl keine chemisch-synthetischen Produkte, sondern natürlichen Ursprungs. Ein Nachweis der Wirksamkeit wird gesetzlich nicht verlangt.) Von diesen haben die kupfer- und schwefelhältigen Präparate die größte Bedeutung zur Bekämpfung von Peronospora und Oidium.

Für die Weinerzeugung gelten das „Weingesetz“ und die im „Codex“ gelisteten Produkte zur Verarbeitung von biologisch produzierten Trauben. Reinhefezusatz ist erlaubt. Ab der Ernte 2012 gelten für Weine aus ökologischem Anbau reduzierte SO2 Gehalte.

Das Produkt aus dieser Anbaumethode bezeichnet man als Wein aus Trauben aus biologischem und ökologischem Anbau, da sich die Anbauregelung nur auf die Traubenproduktion bezieht. Ab der Ernte 2012 wird die die Angabe „BIO-Wein“ bzw. „Öko-Wein“ zugelassen. Die Verwendung des EU Bio-Logos mit der Codenummer der Zertifizierungsstelle ist verpflichtend.

Die zugelassenen österreichischen Kontrollstellen garantieren, dass die Richtlinien der EU-Verordnung und der Bio-Verbände eingehalten werden.

Durch das Verbot von Herbiziden und bestimmter Pflanzenschutzmittel ist bei der Verwendung von Pflanzenpflegemitteln und mechanischer Bodenlockerung in der Stockreihe ein erhöhter Zeit- und Kostenaufwand für die Bodenpflege und die Pflanzenschutzmaßnahmen erforderlich. Damit wird aber ein wesentlicher Beitrag zur Erhöhung der Biodiversität im Ökosystem Weingarten erreicht.

Entwicklung der Bio-Weinbauflächen, © Grüner Bericht 2014
Entwicklung der Bio-Weinbauflächen, © Grüner Bericht 2014