Integrierter Weinbau

Hierbei handelt es sich um eine Vorgangsweise, bei der alle wirtschaftlich, ökologisch und toxikologisch tragbaren Methoden dazu genutzt werden, das Schadensausmaß unter der wirtschaftlichen Schadensschwelle zu halten.

Ein Bild zeigt einen Weingarten
Weingarten, © ÖWM / Egon Mark

Integrierter Weinbau ist eine Produktionsmethode für die wirtschaftliche Erzeugung von qualitativ hochwertigen Trauben, Wein und anderen Traubenprodukten. Der Schutz der menschlichen Gesundheit sowie die Schonung der Produktionsgrundlagen und der Umwelt stehen im Vordergrund. Durch die Gesamtbetrachtung des Agro-Ökosystems Weingarten werden alle Pflegemaßnahmen mit einbezogen. Drei Viertel der österreichischen Weinbaufläche werden nach den Grundlagen der integrierten Produktion bewirtschaftet.

Entstanden ist die „Integrierte Produktion“ aus dem „Integrierten Pflanzenschutz“. Der zunehmende Einsatz von Pflanzenschutzmitteln brachte in den 1980er-Jahren vermehrt Probleme mit sich. Mit wissenschaftlich exakten Methoden wurden die Nebenwirkungen von Pflanzenschutzmitteln auf das Ökosystem untersucht und in der Folge nach ihrer Nützlingsschädigung bewertet. Nützlingsschädigende, umweltbelastende Mittel und Präparate, die den Anwender, also jenen, der das Präparat im Weingarten ausbringt, eventuell belasten könnten, werden in der Anwendung beschränkt (über die Zulassung hinausgehend) bzw. verboten. 

Der Boden ist während des Jahres, wie bei den anderen Produktionsmethoden, zu begrünen oder mit organischem Material zu bedecken.

Zugelassene Herbizide zur Bodenpflege dürfen nur in Streifenform unter der Stockreihe eingesetzt werden. Durch die gezielte Auswahl von modernen Herbiziden wird der Boden maßgeblich weniger belastet als von früher verwendeten, heute verbotenen Herbiziden.

Für die Bekämpfung von Krankheiten und Schädlingen dürfen nur die für „Integrierte Produktion“ zugelassenen Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden. Alle Pflanzenpflegemittel (Pflanzenstärkungsmittel), die bei den biologischen Produktionsmethoden gelistet sind, können auch verwendet werden.

Für die Weinerzeugung gilt das Weingesetz. Das Produkt dieser Anbaumethode kann als Wein aus Trauben aus „Integriertem Anbau“ bezeichnet bzw. beschrieben werden.

Durch sinnvolle Kombination von Pflanzenpflegemaßnahmen und Pflanzenschutzmaßnahmen erst nach Überschreitung einer gewissen Schadschwelle wird auch eine geringere CO2-Emission durch weniger Traktordurchfahrten erreicht.

Integrierter Weinbau, © Österreichischer Weinbauverband
Integrierter Weinbau, © Österreichischer Weinbauverband