Geologie der Weinbaugebiete

Niederösterreich

Niederösterreich wird aus den geologischen Großeinheiten Moldanubikum, Moravikum, Molassezone und Wiener Becken, Waschbergzone, Flysch, Nördliche Kalkalpen und den Zentralen Ostalpen aufgebaut. Über alle Großeinheiten hinweg greifen die weinbaulich bedeutenden quartären Ablagerungen, namentlich der feinkörnige Löss und die grobkörnigen Terrassenschotter.

Löss ist für etwas über die Hälfte der Weingärten das Ausgangsmaterial für einen tiefgründigen, in wechselndem Verhältnis kalkig-dolomitischen Boden. Auf Ablagerungen aus dem Neogen in Molassezone und Wiener Becken liegt etwa ein Drittel der Weingärten. Abgesehen von lokal ausgebildeten Mergel- und Sandsteinen, Konglomeraten und dem Leithakalk dominieren hier lockere Gesteine. Sie variieren von tonigem Schluff über Sand bis zu Kies und Schotter in allen Mischungsverhältnissen und können auch im Karbonatgehalt sehr unterschiedlich sein.

Etwas über sechs Prozent der Weingärten liegen auf Böden über kristallinen Festgesteinen der Böhmischen Masse. Es dominieren saure Gneise, Granit und Granulit. Speziell in der Einheit der häufig schiefrigen Paragneise gibt es einen vielfachen Wechsel mit Amphibolitlagen und etwas seltener mit Marmorlagen. Eine Besonderheit sind die Reste erster Abtragung des einstigen Hochgebirges, die in der sogenannten Zöbing-Formation des jungen Erdaltertums erhalten sind.

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Burgenland

Das Burgenland wird aus dem Steirischen und Pannonischen Becken sowie aus dem Ostalpin und dem Penninikum aufgebaut. Das Ostalpin besteht aus mehreren Gesteinsdecken und in tektonischen Fenstern ist das das tiefere Stockwerk des Penninikums zugänglich. Die Ablagerungen des Quartärs sind im Norden des Landes besonders verbreitet.

Mit einem Anteil über 60 Prozent dominieren die grobkörnigen, unterschiedlich karbonatischen sandigen Kiese alter Donau-Flussläufe, insbesondere die Seewinkelschotter, die etwa ein Drittel aller Weingärten des Landes tragen. Die Seewinkelschotter sind nur lokal von feinen Sedimenten bedeckt, bei den älteren Terrassen ist eine lehmige, häufig kalkarme Deckschicht großflächig zu beobachten.

Ein gutes Drittel der Weingärten steht auf den Ablagerungen des Neogens der Becken. Die Ablagerungen variieren stark, sowohl Korngrößenverteilung als auch Karbonatgehalt und Verfestigung betreffend: Die Bandbreite reicht von teils schluffigen, teils fast reinen und kalkfreien Tonen im Mittelburgenland bis zum festen Leithakalk.

Der Anteil von Weinflächen auf Festgesteinen ist gering, bringt aber ein buntes Spektrum mit, das Dolomit und Kalkstein, Kalk-, Ton- und Glimmerschiefer, Gneisen, Amphiboliten und Serpentiniten umfasst.

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Steiermark

Die Steiermark wird im Bereich der Zentralen Ostalpen aus den geologischen Einheiten Penninikum und Ostalpin aufgebaut. Zum Ostalpin gehören unter anderen die Nördlichen Kalkalpen und die kristallinen Gesteine im Bereich des Jogllandes, im Sausal und in der Koralpe. Niederungen bilden die Becken im Mur- und Mürztal und das Steirische Becken. Die Weinbaugebiete liegen im Osten und Süden des Landes, wo die Zentralen Ostalpen unter das Steirische Becken tauchen, das gegen Osten seinerseits in das große Pannonische Becken übergeht.

Etwa drei Viertel aller Weingärten der Steiermark stehen auf Ablagerungen des Steirischen Beckens, gut 20 Prozent der Reben wachsen auf Festgesteinen des Ostalpins. Ein kleiner Anteil steht auf meist grobkörnigen Flussablagerungen, die sich im Becken konzentrieren.

Eine Besonderheit sind die vulkanischen Basalte, Schlacken und Tuffe des Südostens, sie beherbergen etwa drei Prozent der steirischen Weingärten. Die übrigen Beckenablagerungen wechseln sowohl an Korngröße als auch an Karbonatgehalt und Verfestigungsgrad. Sie reichen von Schluffen und Mergel zu Sanden, Schottern, Blockschutt und -schottern, Sandsteinen und Konglomeraten bis zu lokal auftretenden Kalksteinen.

Das vielfältige Gesteinsinventar der Weingärten im Bereich der Zentralen Ostalpen bilden Gneise, Glimmerschiefer, Phyllite, Amphibolite, seltener Marmore und Kalksteine.

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Wien

Die Weingärten am Bisamberg, in Döbling, Dornbach und Ottakring liegen auf Festgesteinen des penninischen Flysch und eingeschuppten Buntmergeln sowie auf marinen Randsedimenten des neogenen Wiener Beckens.

Den Flysch bilden teils kalkige, teils quarzreiche Sandsteine mit Mergel- und Tonlagen. Die Beckenrandablagerungen setzen sich lokal aus festen Kalksteinen (Leithakalk), teils aus lockeren, aber meist groben, sandig-kiesigen, seltener mergeligen Gesteinen zusammen, die vor etwa 16 bis 12 Millionen Jahren abgelagert wurden. Den Untergrund der Weingärten in Mauer und Kalksburg bilden ebenfalls Randsedimente des Wiener Beckens, die durch den Einfluss von Flüssen und Schuttströmen aus dem Wienerwald sandig- schottrig bzw. verfestigt als Konglomerate oder Brekzien ausgebildet sind.

Die Weingärten in Stammersdorf, am Hungerberg und in Oberlaa liegen auf Terrassen alter Donau-Niveaus aus quarzreichen Kiesen mit einer lehmigen Deckschicht und einem Unterbau aus meist kiesig-sandigen oder feinkörnigen, Tegel genannten, Sedimenten des Wiener Beckens.

Bergland

Die Festgesteine, die den westlichen und zentralen Teil Österreichs aufbauen, sind sehr vielfältig und gehören zu den folgenden geologischen Großeinheiten: Moldanubikum, Molassezone, Ostalpin mit den Nördlichen Kalkalpen und den Zentralen Ostalpen, Penninikum mit Flysch- und Fenstergesteinen, Helvetikum und Subpenninikum. Wie auch im Osten Österreich finden sich innerhalb der Alpen junge Sedimentbecken und geologisch noch jüngere, quartäre, Ablagerungen aus Kiesen, Sanden, Schluffen und Tonen. Sie greifen über alle Einheiten hinweg und münden in die heutigen Tal- und Seenlandschaften. In den Kaltphasen des Quartärs waren weite Teile des Berglandes mehrfach und großräumig vergletschert, nur das nördliche Oberösterreich und der Osten Kärntens waren zum letzten Gletscherhochstand eisfrei. Dort liegen großflächige Schotterterrassen und, in Oberösterreich, auch Löss- bzw. Lösslehmablagerungen. In den gebirgigen Regionen hingegen sind die jungen Ablagerungen kleinräumiger und sehr wechselhaft aufgebaut.