Wein mit geschützter Ursprungsbezeichnung

Ein Bild zeigt das Logo des PDO

(g.U.: engl. PDO=Protected Designation of Origin, frz. AOP=Appellation d'Origine Protégée, ital. DOP=Denominazione di Origine Protetta). Geschützte Ursprungsbezeichnungen und geschützte geografische Angaben werden von den Mitgliedstaaten festgelegt und nach Brüssel gemeldet. Sie sind daher auch durch das EU-Recht garantiert.

Ein Bild zeigt die Banderole
Offizielles Siegel (Banderole) Österreichischer Qualitätswein am Verschluss (Qualitätswein)

Qualitätswein

Wein darf unter der Bezeichnung „Qualitätswein“ in Verkehr gebracht werden, wenn:

  1. er ausschließlich aus Trauben bereitet wurde, die in einem einzigen Weinbaugebiet geerntet wurden und die Herstellung in der Weinbauregion des betreffenden Weinbaugebietes oder in daran angrenzenden Weinbauregionen erfolgt ist,

  2. er ausschließlich aus Qualitätsweinrebsorten bereitet wurde,

  3. der Saft der Trauben ein Mostgewicht von mindestens 15° KMW aufgewiesen hat,

  4. er die der Bezeichnung entsprechende und typische Eigenart aufweist und bei der sensorischen Prüfung anlässlich der Verleihung der staatlichen Prüfnummer die Mindesterfordernisse erreicht hat,

  5. der vorhandene Alkoholgehalt mindestens 9,0 % vol., bei Prädikatswein mindestens 5,0 % vol., beträgt,

  6. der als Weinsäure berechnete Gesamtsäuregehalt mindestens 4 g/l beträgt,

  7. die Hektarhöchstertragsmenge (6.750 l/ha bzw. 9.000 kg Trauben/ha) nicht überschritten wurde und

  8. er in Aussehen, Geruch und Geschmack frei von Fehlern ist.

Weiters darf Qualitätswein innerhalb und außerhalb des Bundesgebietes nur dann an den Verbraucher abgegeben werden, wenn er staatlich geprüft ist. Auf dem Etikett ist die staatliche Prüfnummer anzugeben.

Kabinett
Qualitätswein darf unter der Bezeichnung „Kabinett“ oder „Kabinettwein“ in Verkehr gebracht werden, wenn

  1. der Saft der Trauben ein Mostgewicht von mindestens 17° KMW aufgewiesen hat,
  2. keine Anreicherung stattgefunden hat,
  3. der Gehalt an unvergorenem Zucker höchstens 9 g/l beträgt,
  4. der Gesamtalkoholgehalt höchstens 12,9 % vol. beträgt und
  5. keine Süßung stattgefunden hat.

Regionaltypische Qualitätsweine (DAC)
Qualitätswein darf unter der Bezeichnung „Districtus Austriae Controllatus“ oder „DAC“ in Verkehr gebracht werden, wenn er zusätzlich den vom Landwirtschaftsminister auf Antrag des nationalen Komitees per Verordnung festgesetzten Bedingungen für regionaltypische Qualitätsweine mit Herkunftsprofilen entspricht. Die Bezeichnung „Districtus Austriae Controllatus“ oder „DAC“ ist in Verbindung mit dem jeweiligen durch Verordnung festgelegten Gebiet anzugeben. Diese geografische Angabe darf nur in Verbindung mit der Bezeichnung „Districtus Austriae Controllatus“ oder „DAC“ und unter den entsprechenden Voraussetzungen verwendet werden. Die Bezeichnung mit dem Namen einer kleineren geografischen Einheit als das Weinbaugebiet ist zulässig. Die Spezifikationen zu den einzelnen DAC-Gebieten finden Sie hier.

Prädikatswein
"Zu den Qualitätsweinen gehören in Österreich auch die Prädikatsweine. Sie sind Qualitätsweine besonderer Reife und Leseart und können sowohl mit generischen (z.B. „Burgenland“), als auch spezifischen Herkünften (z.B. „Wachau“) bezeichnet werden, solange das spezifische Gebiet noch keinen DAC-Status für andere Weinstile hat. Es wäre sogar denkbar, dass ein Gebiet, das sich für die Produktion von Prädikatswein besonders eignet, dafür DAC-Status erlangt. Das System der Prädikatsweine – also die vielfache Unterscheidung von Weinen mit höherem natürlichem Zuckergehalt nach speziellen Reife- und Lesearten – ist eine Spezialität des österreichischen und des deutschen Weinrechts.

Für die Deklaration von Prädikatswein muss, neben der Erfüllung der nachfolgenden Kriterien, eine Bestätigung durch die Weinkontrolle über die Qualität der gelesenen Trauben (die sogenannte Mostwägerbestätigung) vorliegen. Der Traubenmost darf nicht aufgebessert werden. Die Restsüße darf nur durch die vorzeitige Unterbrechung der Gärung herbeigeführt werden (nicht aber durch Zusatz von Traubenmost zum Wein)."

Prädikatsweinstufen:
Spätlese

  • Vollreife Trauben
  • Mostgewicht: mind. 19 °KMW (94,2 °Ö)
  • Die Weine dürfen nicht vor dem 1. Jänner des auf die Ernte folgenden Jahres zur Erlangung der staatlichen Prüfnummer eingereicht werden.

Auslese

  • ausgelesene Trauben (Aussonderung aller nicht vollreifen, fehlerhaften und kranken Beeren)
  • Mostgewicht: mind. 21 °KMW (105 °Ö)
  • Die Weine dürfen nicht vor dem 1. Jänner des auf die Ernte folgenden Jahres zur Erlangung der staatlichen Prüfnummer eingereicht werden.

Beerenauslese

  • Wein aus überreifen und edelfaulen Trauben
  • Mostgewicht: mind. 25 °KMW (127,3 °Ö)
  • Die Weine dürfen nicht vor dem 1. April des auf die Ernte folgenden Jahres zur Erlangung der staatlichen Prüfnummer eingereicht werden.

Eiswein

  • Wein aus Trauben, die bei der Lese und beim Pressen gefroren waren.
  • Mostgewicht: mind. 25 °KMW (127,3 °Ö)
  • Die Weine dürfen nicht vor dem 1. April des auf die Ernte folgenden Jahres zur Erlangung der staatlichen Prüfnummer eingereicht werden.

Strohwein/Schilfwein

  • Wein aus vollreifen und zuckerreichen Beeren, die vor dem Keltern mindestens drei Monate auf Stroh oder Schilf gelagert bzw. an Schnüren aufgehängt waren
  • Mostgewicht: mind. 25 °KMW (127,3 °Ö)
  • Die Weine dürfen nicht vor dem 1. April des auf die Ernte folgenden Jahres zur Erlangung der staatlichen Prüfnummer eingereicht werden.

Trockenbeerenauslese

  • Wein aus größtenteils edelfaulen, weitgehend eingeschrumpften Beeren
  • Mostgewicht: mind. 30 °KMW (156 °Ö)
  • Die Weine dürfen nicht vor dem 1. April des auf die Ernte folgenden Jahres zur Erlangung der staatlichen Prüfnummer eingereicht werden.
  • Für Trockenbeerenauslesen aus der Freistadt Rust darf auch der Begriff „Ausbruch“ verwendet werden, bzw. darf die Verkehrsbezeichnung „Ausbruch“ exklusiv nur im Zusammenhang mit der geografischen Angabe „Rust“ verwendet werden.
  • Wein aus größtenteils edelfaulen und überreifen, auf natürliche Weise eingetrockneten Beeren
  • zur besseren Auslaugung des natürlichen Zuckergehaltes kann frisch gekelterter Traubensaft oder Wein, der Spätlese, Auslese oder Beerenauslese entspricht und derselben Lage entstammt, dem Lesegut zugesetzt werden; der daraus gewonnene Saft muss ein Mostgewicht von mindestens 30 °KMW aufweisen.

Österreichischer Sekt g.U.

Alle Informationen zu Österreichischem Sekt mit geschützter Ursprungsbezeichnung finden Sie hier.