Qualitätsstufen im Überblick

Unterschieden wird generell zwischen Wein mit Herkunft (Qualitätswein/DAC, Landwein) und Wein ohne Herkunft (Wein aus Österreich). Für die Einreihung in die verschiedenen Kategorien sind die Herkunft der Trauben und der Zuckergehalt des Mostes entscheidend, ausgedrückt in Klosterneuburger Mostwaage (KMW). Für Qualitätswein/herkunftstypischer Qualitätswein (DAC) müssen die Trauben aus einem österreichischen Weinbaugebiet stammen, für Landwein gilt die Herkunft aus einer Weinbauregion (größer als ein Weinbaugebiet). Wichtige Angaben auf dem Etikett sind Herkunft, Sorte, Jahrgang, Qualitätsstufe, Alkoholgehalt, Hinweis auf Zuckergehalt, staatliche Prüfnummer und der Produzent oder Abfüller. In Österreich gilt für Land-, Qualitäts- und Prädikatswein (und für Wein ohne Herkunft mit Rebsorten- und Jahrgangsangabe) eine generelle Hektarhöchstertragsmenge von 9.000 Kilogramm Trauben beziehungsweise 6.750 Liter Wein pro Hektar. Wird mehr produziert, muss die gesamte Menge als Wein ohne Herkunft deklassiert werden. Wein ohne Herkunft darf nur ohne nähere Herkunftsbezeichnung, ohne Sortenangabe und ohne Jahrgangsbezeichnung verkauft werden. (Wenn Wein ohne Herkunft eine Angabe von Sorte und Jahrgang trägt, muss er den Anforderungen von Landwein entsprechen.)

Wein ohne geografische Angabe oder geschützte Ursprungsbezeichnung

•   Mostgewicht: mind. 10,7 °KMW (51 °Ö), alk. mind. 8,5 vol. %

•   es ist keine nähere Herkunftsbezeichnung erlaubt, lediglich „Österreich“, "österreichischer Wein" u. ä. oder "Wein aus mehreren Ländern der europäischen Union".

•   Jahrgangs- und Sortenbezeichnungen sind erlaubt, wenn der Hektar-Höchstertrag für Land- und Qualitätswein eingehalten wird. Derzeit sind mit Ausnahme von Sorten mit Herkunftshinweisen, wie z.B. Blaufränkisch oder Blauer Burgunder alle Qualitätswein-Rebsorten erlaubt; der Landwirtschaftsminister kann jedoch per Verordnung auch noch weitere Sorten für die Angabe am Etikett dieser Weine zulassen.

•   Er hat ggf. die der Bezeichnung typischen Eigenarten hinsichtlich Rebsorte(n) und Jahrgang aufzuweisen.

•   Der als Weinsäure berechnete Gesamtsäuregehalt hat mindestens 4 g/l zu betragen.

•   Der Wein hat in Aussehen, Geruch und Geschmack frei von Fehlern zu sein.

•   erlaubt sind weiters die Bezeichnungen „Bergwein“ (Hanglagen mit mehr als 26% Neigung) und „Heuriger“ (in Flaschen - der Jahrgang ist anzugeben).

Landwein

•   der Saft der Weintrauben hat ein Mostgewicht von mindestens 14° KMW (68 °Ö) aufgewiesen , und der vorhandene Alkoholgehalt beträgt mindestens 8,5 % vol.

•   ausschließlich aus Trauben bereitet, die in einer einzigen Weinbauregion geerntet wurden

•   ausschließlich aus Qualitätsweinrebsorten bereitet

•   er weist die der Bezeichnung typische Eigenart auf

•   der als Weinsäure berechnete Gesamtsäuregehalt beträgt mindestens 4 g/l

•   Hektarhöchstertrag: 6.750 l/ha bzw. 9.000 kg Trauben/ha (wie bei Qualitätswein)

•   in Aussehen, Geruch und Geschmack frei von Fehlern

•   eine engere Herkunftsangabe wie Weinbaugebiet, Großlage etc. ist auf dem Etikett nicht erlaubt.

Qualitätswein

•   Mostgewicht: mind. 15 °KMW (73 °Ö) Hektarhöchstertrag: 6.750 l/ha bzw. 9.000 kg Trauben/ha

•   wurde ausschließlich aus Trauben bereitet, die in einem einzigen Weinbaugebiet geerntet wurden, und die Herstellung erfolgte in der Weinbauregion des betreffenden Weinbaugebietes oder in daran angrenzenden Weinbauregionen

•   ausschließlich aus Qualitätsweinrebsorten bereitet

•   weist die der Bezeichnung entsprechende und typische Eigenart auf und hat bei der sensorischen Prüfung anlässlich der Verleihung der staatlichen Prüfnummer die Mindesterfordernisse erreicht

•   der vorhandene Alkoholgehalt beträgt mindestens 9,0 % vol., bei Prädikatswein mindestens 5,0 % vol.

•   der als Weinsäure berechnete Gesamtsäuregehalt beträgt mindestens 4 g/l

•   ist in Aussehen, Geruch und Geschmack frei von Fehlern

Kabinett

Zusätzlich oder abweichend vom Qualitätswein:
•  Alkoholgehalt: max. 12,9 % Vol.

•  Mostgewicht: mind. 17 °KMW (83,5 °Ö)

•  das Lesegut darf nicht aufgebessert (aufgezuckert) werden.

•  der Gehalt an unvergorenem Zucker (Restzucker) darf höchstens 9 g/l betragen, das entspricht der Geschmacksrichtung "trocken".

•  es hat keine Süßung stattgefunden.

Prädikatsweinstufen

Spätlese


•  Vollreife Trauben

•  Mostgewicht: mind. 19 °KMW (94,2 °Ö)

•   Die Weine dürfen nicht vor dem 1. Jänner des auf die Ernte folgenden Jahres zur Erlangung der staatlichen Prüfnummer eingereicht werden.

Auslese

•   ausgelesene Trauben (Aussonderung aller nicht vollreifen, fehlerhaften und kranken Beeren)

•   Mostgewicht: mind. 21° KMW (105 °Ö)

•   Die Weine dürfen nicht vor dem 1. Jänner des auf die Ernte folgenden Jahres zur Erlangung der staatlichen Prüfnummer eingereicht werden.

Beerenauslese

•   Wein aus überreifen und edelfaulen Trauben
•   Mostgewicht: mind. 25 °KMW (127,3 °Ö)
•   Die Weine dürfen nicht vor dem 1. April des auf die Ernte folgenden Jahres zur Erlangung der staatlichen Prüfnummer eingereicht werden.

Eiswein

•   Wein aus Trauben, die bei der Lese und beim Pressen gefroren waren.

•   Mostgewicht: mind. 25 °KMW (127,3 °Ö)

•   Die Weine dürfen nicht vor dem 1. April des auf die Ernte folgenden Jahres zur Erlangung der staatlichen Prüfnummer eingereicht werden.

Strohwein/Schilfwein

•   Wein aus vollreifen und zuckerreichen Beeren, die vor dem Keltern mindestens drei Monate auf Stroh oder Schilf gelagert bzw. an Schnüren aufgehängt waren

•   Mostgewicht: mind. 25 °KMW (127,3 °Ö)

•   Die Weine dürfen nicht vor dem 1. April des auf die Ernte folgenden Jahres zur Erlangung der staatlichen Prüfnummer eingereicht werden.

Trockenbeerenauslese

•  Wein aus größtenteils edelfaulen, weitgehend eingeschrumpften Beeren

•  Mostgewicht: mind. 30 °KMW (156 °Ö)

•   Die Weine dürfen nicht vor dem 1. April des auf die Ernte folgenden Jahres zur Erlangung der staatlichen Prüfnummer eingereicht werden.

Für Trockenbeerenauslesen aus der Freistadt Rust darf auch der Begriff „Ausbruch“ verwendet werden, bzw. darf die Verkehrsbezeichnung „Ausbruch“ exklusiv nur im Zusammenhang mit der geografischen Angabe „Rust“ verwendet werden:
•  Wein aus größtenteils edelfaulen und überreifen, auf natürliche Weise eingetrockneten Beeren
•   zur besseren Auslaugung des natürlichen Zuckergehaltes kann frisch gekelterter Traubensaft oder Wein, der Spätlese, Auslese oder Beerenauslese entspricht und derselben Lage entstammt, dem Lesegut zugesetzt werden; der daraus gewonnene Saft muss ein Mostgewicht von mindestens 30 °KMW aufweisen.