Oft gestelle Fragen zu DAC

Was ist der Sinn von DAC?

DAC ist ein klares Bekenntnis der Winzer zur Gebietstypizität, denn das Gebiet prägt den Stil der Weine oft viel mehr als Sorte und Zuckergehalt der Trauben. DAC-Gebiete dürfen ihren Gebietsnamen ausschließlich für den/die für das Gebiet repräsentativsten Wein(e) verwenden. Alle anderen Qualitätsweine werden unter dem Namen des Bundeslandes etikettiert. Wenn ein Weinbaugebiet es vorzieht, unter seinem Namen alle möglichen Weintypen zu vermarkten, bleibt es ein normales Weinbaugebiet.

Wie viele DAC-Gebiete gibt es in Österreich?

© ÖWM

Von den 16 spezifischen Weinbaugebieten Österreichs haben derzeit 10 (Stand Oktober 2017) vom Landwirtschaftsminister per Verordnung DAC-Status zugestanden bekommen: Weinviertel (Grüner Veltliner); Mittelburgenland (Blaufränkisch); Traisental, Kremstal und Kamptal (Grüner Veltliner, Riesling); Leithaberg (weiß: Grüner Veltliner, Weißburgunder, Chardonnay und/oder Neuburger; rot: Blaufränkisch), Eisenberg (Blaufränkisch), Neusiedlersee (Zweigelt), Wiener Gemischter Satz (Gemischter Satz) und Schilcherland (Blauer Wildbacher).

Wie entsteht eine DAC?

Entscheidend ist der Konsens im Gebiet selbst. Deshalb wurden Gebietsvertretungen (Regionale Komitees) eingerichtet, in dem Winzer und Weinhändler aus dem Gebiet die strategische Ausrichtung beschließen. Ist ein Gebiet mehrheitlich für die Einführung einer DAC, wird in Zusammenarbeit mit den Experten des Landwirtschaftsministeriums, der Landwirtschaftskammer, der Wirtschaftskammer und der ÖWM ein Verordnungsentwurf ausgearbeitet und dem Nationalen Komitee zur Abstimmung vorgelegt. Wird der Antrag angenommen, wird er dem Minister vorgelegt, der den Text per Verordnung in Gesetzesrang erhebt.

Warum kann ein Gebiet mehrere Sorten als DAC haben?

Wir kennen von berühmten Vorbildern in Frankreich oder Italien verschiedene Möglichkeiten der Gebietsprofilierung:

A) Eine Sorte – ein Gebiet: z.B. Brunello di Montalcino (Sangiovese), Barolo/Barbaresco (Nebbiolo), Chablis (Chardonnay), in Österreich z.B. Weinviertel (Grüner Veltliner), Mittelburgenland (Blaufränkisch).

B) Es gibt aber auch Gebiete, die mehrere Sorten unter ihrem Gebietsnamen vermarkten: z.B. Alsace (Riesling, Gewürztraminer, Muscat, Pinot Blanc, Pinot Gris und Pinot Noir) oder Südtirol (rund 20 Sorten); in Österreich Traisental, Kremstal und Kamptal (Grüner Veltliner und Riesling).

C) Gebiete mit Cuvée als typischem Wein: z.b. Pauillac (Cabernet Sauvignon, Merlot, Cabernet Franc, Malbec, Petit Verdot). Diese Möglichkeit besteht für Neusiedlersee DAC Reserve, der ein reiner Zweigelt oder eine Zweigelt dominierte Cuvée sein kann. Auch der weiße Leithaberg kann sowohl reinsortig (Chardonnay, Weißburgunder, Grüner Veltliner oder Neuburger), oder auch eine Cuvée daraus sein.

D) Gebiete, die sowohl Weiß-, als auch Rotwein unter dem Gebietsnamen vermarkten: z.B. Hermitage oder Châteauneuf-du-Pape; in Österreich: Leithaberg.

Dürfen DAC-Weine auch Riedenbezeichnungen tragen?

Ja, es gibt ja auch Lagen-Barolo oder Brunello. In Burgund sind die besten Lagen eigene AOC’s (z. B. Montrachet AOC, La Tâche AOC oder Chambertin AOC). Das hat den Nachteil einer Inflation von AOC’s und ist für den Konsumenten schwer nachzuvollziehen, für den Experten jedoch der Reiz der Sache.

Was bedeutet "Reserve"?

Die meisten Weinbaugebiete unterscheiden zwischen klassisch trockenen, mittelgewichtigen Weinen und gehaltvollen, trockenen Weinen aus späterer Lese, die durch den Zusatz „Reserve“ (z.B. Kremstal DAC Reserve) gekennzeichnet werden. Sie brauchen eine Längere Ausbauzeit und dürfen daher erst später als normale DAC Weine auf den Markt gebracht werden.

Warum gibt es erst 10 DAC-Gebiete?

© ÖWM

Für manche Gebiete war die Definition eines regionaltypischen Weinstils sozusagen „aufgelegt“ (z.B. Mittelburgenland oder Eisenberg für Blaufränkisch). Andere haben sich zur DAC Strategie durchgerungen, obwohl auch andere Sorten in Frage gekommen wären (z.B. Weinviertel für Grünen Veltliner). Jedenfalls ist die Entwicklung einer DAC ein demokratischer Prozess, der in jedem Weinbaugebiet seine Zeit braucht. Unter den nicht-DAC Gebieten haben die Gebiete Wagram (Grüner Veltliner) und Thermenregion (Zierfandler/Rotgipfler, St. Laurent/Pinot Noir) ihren Fokus bereits klar definiert. Die Beschlussfassung und formale Einführung der DAC braucht jedoch auch seine Zeit und viel Überzeugungsarbeit an der Basis. In einigen Gebieten (z.B. Vulkanland Steiermark oder Carnuntum) hat sich noch kein dominierender Weinstil entwickelt. Es ist jedoch klar erkennbar, dass alle Gebiete an einer Profilierung arbeiten, weil die Vorteile klarer Aussagen für jedes Gebiet im Marketing unbestritten sind.

Ist das alles nicht viel zu kompliziert?

Nein, denn die DAC stellt eine radikale Vereinfachung dar. Bisher konnte jedes Gebiet 36 Qualitätsrebsorten unter seinem Namen vermarkten. Größer kann die Verwirrung nicht sein. Die Beschränkung auf einen einzigen oder wenige Weinstile unter dem Gebietsnamen stellt eine eklatante Vereinfachung dar. Nur braucht alles Neue Zeit, bis die Menschen die Gebietsnamen mit den dazugehörigen Weinstilen assoziieren. Das ist ein Lernprozess, der nicht von heute auf morgen funktioniert.