Mittelburgenland DAC

Der Wein

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Der Blaufränkisch ist eine alte autochthone Rebsorte. Synonyme für den Blaufränkisch sind „Lemberger“, „Limberger“ und „Kekfrankos“. Die Weine haben in der Jugend eine dunkle, purpur-violette Farbe und ein charakteristisch-würziges, sehr fruchtiges Bukett nach Waldbeeren. Sie zeigen Struktur und Charakter und werden durch sorgfältige Lagerung vielschichtiger und geschmeidiger. Den Mittelburgenland DAC gibt es in drei Kategorien: Unter Bezeichnung „Mittelburgenland DAC“ findet man einen Blaufränkisch mit fruchtbetont, würzigem Geschmack, der im traditionellen großen Holzfass und/ oder im Stahltank ausgebaut wurde. Mit einer Riedenbezeichnung wird ein kräftigerer Blaufränkisch-Stil gekennzeichnet, der auch in gebrauchten Barriques ausgebaut werden darf. Mit „Reserve“ werden die gehaltvollsten Blaufränkisch mit einem Mindestalkohol von 13 % gekennzeichnet. Diese Weine dürfen auch in neuen kleinen Holzfässern ausgebaut werden.

Das Gebiet

Das Mittelburgenland liegt im Herzen des Burgenlandes nahe der ungarischen Grenze. Als bedeutendstes Anbaugebiet für die Sorte Blaufränkisch in Österreich wird das Mittelburgenland auch Blaufränkischland genannt. Mit der Blaufränkisch-Rebe ist es gelungen, einen weltweit unverwechselbaren, gebietstypischen Rotwein zu schaffen, der seit 2005 auch DAC-Status genießt. Die Weingärten erstrecken sich auf einer Fläche von 2.104 ha von den Südausläufern des Ödenburger Gebirges bis zum Günser Bergland. Die Hochburgen des Blaufränkisch sind die Gemeinden Deutschkreutz, Horitschon, Neckenmarkt und Lutzmannsburg. Die Abgrenzung im Westen bilden die Landseer Berge, nach Osten hin öffnet sich das Mittelburgenland zur Ungarischen Tiefebene.

Das Mittelburgenland ist geologisch betrachtet identisch mit dem sogenannten Oberpullendorfer Becken, aus dessen Tegel-, Ton-, Sand- und Geröllböden stellenweise alte Korallenbänke herausragen. Die Böden erweisen sich hier auch wegen ihres guten Wasserspeichervermögens in Verbindung mit dem wärmeregulierenden Einfluss des nahen Neusiedlersees als ideales Terroir für den Blaufränkisch. Durch den Schutz von drei Hügelketten im Norden, Süden und Westen sowie die Öffnung zur pannonischen Tiefebene kommt hier das pannonische Klima voll zum Einsatz. Mindestens 300 Sonnentage und eine Niederschlagsmenge von nur ca. 600 mm im Jahr gewährleisten für den Blaufränkisch auch klimatisch ideale Voraussetzungen.

Kulinarik Tipp

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Mit seinem rassigen Beerenbukett ist der Mittelburgenland DAC ein herrlicher Wein zu allen kräftigen Fleischgerichten wie Steaks, Lammkoteletts, gerösteter Kalbsleber und besonders zu eleganten, rosa gebratenen Wildgerichten. Besondere Effekte erzielt man mit pikanten Klassikern der Wiener Küche wie zum Beispiel Zwiebelrostbraten, einem herzhaften Szegediner Krautfleisch oder einem traditionellen Martinigansl.

Mittelburgenland DAC (seit Jahrgang 2005)

Rebsorte:

Blaufränkisch

Stufen:

Mittelburgenland DAC: Einreichung zur Prüfnummer ab 1. Mai des auf die Ernte folgenden Jahres, Verkauf ab 1. August des auf die Ernte folgenden Jahres

Mittelburgenland DAC mit Riedenbezeichnung: Einreichung zur Prüfnummer ab 1. Juli des auf die Ernte folgenden Jahres, Verkauf ab 1. Oktober des auf die Ernte folgenden Jahres

Mittelburgenland DAC Reserve: Einreichung zur Prüfnummer ab 1. Jänner des auf die Ernte zweitfolgenden Jahres, Verkauf ab 1. März des auf die Ernte zweitfolgenden Jahres

Alkohol:

Mittelburgenland DAC: mind. 12,5 % vol. (max. 13,0 % vol.)

Mittelburgenland DAC mit Riedenbezeichnung: mind. 13,0 % vol. (max 13,5 % vol.)

Mittelburgenland DAC Reserve: mind. 13,0 % vol.

Restzucker:

max. 2,5 g/l

Geschmacksprofil:

Mittelburgenland DAC: fruchtig, würzig, kräftig, im traditionellen großen Eichenfass, gebrauchten Barriques oder Stahltank (kein bis kaum merkbarer Holzton)

Mittelburgenland DAC mit Riedenbezeichnung: sortentypisch, fruchtig, würzig, kräftig, im traditionellen großen Eichenfass oder in gebrauchten Barriques (kein bis leichter Holzton)

Mittelburgenland DAC Reserve: fruchtig, würzig, kräftig, im traditionellen großen Eichenfass oder Barriques (merkbarer bis dominierender Holzton)

Etikettierung:

Herkunftsbezeichnung (inkl. "DAC") ist auf dem Vorderetikett (sofern kein Rückenetikett vorhanden) anzuführen.

Stand 2017