Kamptal DAC

Der Wein

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Das Weinbaugebiet Kamptal besteht unter diesem Namen seit 1993 (früher Kamptal-Donauland). Seit 2009 (Jahrgang 2008) ist das Kamptal gesetzliches DAC-Gebiet mit den Sorten Grüner Veltliner und Riesling. Der klassische Kamptal DAC zeigt sich bei beiden Sorten als frischer, trockener Weißwein mit Persönlichkeit, angenehm leichtfüßig und dennoch mit einer kompakten Struktur. Die großen, kräftigen Reserven sind mit ihrem gehaltvollen Charakter und Tiefgang ein unverwechselbarer Ausdruck ihrer Herkunft aus berühmten Rieden. Nicht umsonst zählen viele der Lagen des Kamptals zu den renommiertesten Provenienzen des österreichischen Weinbaues: etwa Heiligenstein, Gaisberg, Steinmassl, Seeberg, Käferberg, Dechant, Lamm, Kogelberg, oder Wechselberg. Gemeinsam ist all diesen Weinpersönlichkeiten jedoch die mineralische Rassigkeit, eine markante Säure und das hervorragende Reifepotenzial.

Das Gebiet

Der Kamp ist ein rund 150 km langes Flüsschen, das von Norden Richtung Süden fließt und etwas östlich von Krems in die Donau mündet. Er windet sich kurvig durch das Urgestein, das vor rund 250 Millionen Jahren entstanden ist und an dessen Hängen – oftmals in Terrassen - seit gut zweitausend Jahren Weinreben gepflanzt sind. Heute werden hier 3.907 Hektar Weinberge kultiviert. Das pittoreske Tal mit vielen kleinen Weinorten wie Schönberg, Zöbing, Lengenfeld, Gobelsburg, Kammern oder Straß profitiert selbst an den heißesten Hochsommertagen von kühlenden würzigen Luftströmungen, die aus dem raueren Waldviertel einfließen. Zentrum des Gebietes ist die bedeutende Weinstadt Langenlois mit dem futuristischen Weinmuseum „Loisium“.

Diesen Frischehauch spürt man auch in den Weinen des Kamptales, ganz gleich, ob sie auf Gneis, Sandstein, Löss oder Kies wachsen. Diese vier Gesteinsarten bilden die Basis für ein buntes geologisches Puzzle, das sich über das ganze Gebiet verteilt und von vergangenen Meeren und Vulkanen, von urzeitlichen Verlagerungen von Flussbetten und von Anwehungen von Flugstaub während der Eiszeiten zeugt. Ein besonderes Spezifikum ist der 270 Millionen Jahre alte Perm-Wüstensandstein mit vulkanischen Elementen am Heiligenstein. So kommt es, dass die Weine aus dem Kamptal – geprägt durch Unterschiede der Exposition, der Höhenlage und des Bodens – sehr individuelle Charaktere hervorbringen.

Kulinarik Tipp

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Die kompakte Struktur der Kamptal DAC Weine harmoniert mit einer großen Bandbreite von Kochstilen und Gerichten. Am besten schmeckt ein Kamptal DAC zu gebratenen oder gegrillten Fischen und Meeresfrüchten, aber auch zu Bodenständigem wie Brathendl oder Gebackenem. Die Reserven halten auch pikanten Rezepten diverser Ethnoküchen stand, fühlen sich aber auch bei der kreativen Gourmetküche in ihrem Element.

Kamptal DAC (seit Jahrgang 2008)

Rebsorte:

Grüner Veltliner, Riesling

Stufen:

Kamptal DAC, Kamptal DAC mit Ortsangabe: Einreichung zur Prüfnummer ab 1. Jänner des auf die Ernte folgenden Jahres

Kamptal DAC mit Ortsangabe und Riedenbezeichnung: Einreichung zur Prüfnummer ab 1. März des auf die Ernte folgenden Jahres

Kamptal DAC Reserve: Einreichung zur Prüfnummer ab 1. Juli des auf die Ernte folgenden Jahres

Alkohol:

Kamptal DAC: mind. 11,5 % vol.

Kamptal DAC mit Ortsangabe: mind. 12,0 % vol.

Kamptal DAC mit Ortsangabe und Riedenbezeichnung: mind. 12,5 % vol.

Kamptal DAC Reserve: mind. 13,0 % vol.

Restzucker:

trocken

Geschmacksprofil:

Kamptal DAC, Kamptal DAC mit Ortsangabe, Kamptal DAC mit Ortsangabe und Riedenbezeichnung: keine Botrytisdominanz, ausgewogen und in der Dichte der Typizität des angegebenen Jahrgangs entsprechend.

Kamptal DAC Reserve: kräftige Stilistik, ausgeprägter Gebietscharakter, dicht und lang im Abgang; ein zarter Botrytis- und Holzton ist zulässig.

Etikettierung:

Herkunftsbezeichnung (ggf. inkl. "Reserve") ist auf dem Vorderetikett anzuführen.

Stand 2016