Wiener Gemischter Satz DAC

Der Wein

Das Bild zeit das Wiener Weinbaugebiet.
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Mit dem Wiener Gemischten Satz, der Pflanzung unterschiedlichster Rebsorten nebeneinander in einem Weingarten, hat sich eine einzigartige Stilistik im typischen Wiener Wein entwickelt, die sich besonders in seiner herkunftstypischen Aromatik widerspiegelt. Die Verordnung zum Wiener Gemischten Satz DAC schreibt vor, dass zumindest drei weiße Qualitätsweinrebsorten gemeinsam in einem Wiener Weingarten angepflanzt sein müssen, welcher im Kataster des Wiener Rebflächenverzeichnisses als Wiener Gemischter Satz eingetragen ist. Der größte Sortenanteil einer Rebsorte darf nicht höher als 50% sein, der drittgrößte Anteil muss zumindest 10% umfassen. Weine ohne Riedenangabe müssen trocken und ohne markanten Holzgeschmack sein. Zusätzlich kann der Wiener Gemischte Satz DAC auch mit einer Lagenbezeichnung auf den Markt kommen. Lagenweine müssen nicht der Geschmacksangabe „trocken“ entsprechen und dürfen nicht vor 1. März des auf die Ernte folgenden Jahres verkauft werden.

Das Gebiet

Weinbau in der Großstadt? Oft handelt es sich dabei um Schauweingärten als Tourismusattraktion. Anders in Wien! Hier sind 637 Hektar Rebfläche ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor, dienen der Erhaltung des Grüngürtels und sind die Basis für hohe Weinqualität.
Noch im späten Mittelalter standen Reben auch innerhalb der Stadtmauern von Wien, bis in den heutigen ersten Bezirk. Heute liegt der Schwerpunkt des Weinbaus in den Vororten am Stadtrand, die bei aller Gemeinsamkeit doch gewisse terroirbedingte Unterschiede aufweisen, die sich auch in unterschiedlichen Sortenanteilen im Mischsatz abzeichnen. So sind im Gemischten Satz aus den Lagen am Bisamberg nördlich der Donau - bewirtschaftet von Winzern aus Strebersdorf, Stammersdorf und Jedlersdorf – tendenziell die Burgundersorten stärker vertreten. Von Ottakring über Hernals hinauf nach Pötzleinsdorf, und vor allem im 19. Gemeindebezirk mit den Ortsteilen Heiligenstadt, Nussdorf, Grinzing, Sievering und Neustift am Walde sind die Böden meist sehr kalkreich, was nicht nur für den Grünen Veltliner perfekt passt, sondern auch den traditionell höheren Rieslinganteil erklärt. Im Süden Wiens mit Mauer, Rodaun und Oberlaa sind Schwarzerdeböden zu finden, was neben den hier stärker vertretenen Rotweinen auch den Gemischten Satz etwas kräftiger ausfallen lässt.

Kulinarik Tipp

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Beim Wiener Gemischten Satz denkt man unwillkürlich an eine zünftige Heurigenjause. Das ist nicht unbedingt falsch, denn nach wie vor begeistert seine frische, klassische Version im rustikalen Kontext von kalten Platten bis zu Schinkenfleckerl, Fleischlaberl und einem knusprigen Schweinsbraten. Die eleganten Spitzenweine aus guten Betrieben besitzen aber genug Eleganz für die feine Sterneküche und auch asiatische oder mediterrane Klassiker.

Wiener Gemischter Satz DAC (seit Jahrgang 2013)

Rebsorte:

Gemischter Satz: Die Trauben müssen aus einem Wiener Weingarten stammen, der mit zumindest drei weißen Qualitätsrebsorten bepflanzt ist, die gemeinsam gelesen und verarbeitet werden; der größte Sortenanteil einer Rebsorte darf nicht höher als 50% sein, der drittgrößte Anteil muss zumindest 10% aufweisen

Stufen:

ohne Ried: ohne kleinere geografische Angabe als Wien

mit Ried: mit einer kleineren geografischen Angabe als Wien; Verkauf ab 1. März des auf die Ernte folgenden Jahres

Alkohol:

ohne Ried: max. 12,5 % vol.

mit Ried: mind. 12,5 % vol.

Restzucker:

ohne Ried: hat der Geschmacksangabe "trocken" zu entsprechen

mit Ried: muss nicht der Geschmacksangabe "trocken" entsprechen

Geschmacksprofil:

ohne Ried: kein stark wahrnehmbarer Holzeinsatz

mit Ried: k.A.

Etikettierung:

Herkunftsbezeichnung (incl. "DAC") ist auf dem Vorderetikett anzuführen.

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