Die Stunde der Entscheidung

Der neue Jahresbericht dokumentiert die umfangreichen Aktivitäten der ÖWM im Jahr 2012 und trotz knapper Weinvorräte eine weiterhin positive Entwicklung der Erlöse sowohl im Inland, als auch im Export. Wir sind also auf dem richtigen Weg, und doch gibt es Anlass zur Sorge. So sehen wir gespannt der Entscheidung unserer Volksvertreter entgegen, ob es auch in Zukunft eine ÖWM in dieser Form geben soll. Eine ÖWM, die mit den nötigen finanziellen Mitteln ausgestattet ist, um den täglich steigenden Anforderungen beim nationalen und internationalen Dachmarketing des österreichischen Weins gerecht werden zu können.

Ein Bild zeigt das Cover des Jahresberichts 2012

Wir sind uns völlig dessen bewusst, dass in der gegenwärtigen Situation der öffentlichen Finanzen keine großen Steigerungen zu erwarten sind. Die unerwartet drastischen Kürzungen des Bundeszuschusses haben die ÖWM dennoch in ihren Grundfesten erschüttert. Die ÖWM ist daher besonders dankbar, dass die Länder ihre Beiträge wertstabil halten. Auch der österreichischen Weinwirtschaft ist die Bedeutung  eines schlagkräftigen Dachmarketings voll bewusst. Daher haben sich in bisher ungekannter Einigkeit die Branchenvertreter von Landwirtschaft und Handel in ihren Gremieneinstimmig für eine Neuordnung der Branchenbeiträge durch eine Novellierung des AMA-Gesetzes ausgesprochen. Zukünftig soll jeder Liter österreichischen Weins mit 2 Cent zum gemeinsamen Dachmarketing beitragen. Selbstvermarkter sollen demnach künftig 2 Cent/Liter abführen, Fassverkäufer und aufkaufende Händler je einen Cent. Dieses System ist fair, transparent und verursacht bedeutend weniger Einhebungskosten als das bisherige. Das beste Indiz für die Sinnhaftigkeit der neuen Regelung ist die Tatsache, dass die österreichische Sektwirtschaft, die bisher nicht beitragspflichtig war, nun freiwillig und einstimmig beim neuen System mitzahlen will.

Die ÖWM hat durch die Einreichung und Abrufung zweier EU-Förderungen (Absatzförderung im Binnenmarkt und auf Drittländern) die bisherigen Mittel unter erheblichen administrativen Anstrengungen deutlich aufstocken können. Wenn nun die nationalen Mittel drastisch reduziert werden, brechen auch die Förderungen aus der EU mangels ausreichender Co-Finanzierung ein. Es ist daher von entscheidender Bedeutung, dass das österreichische Parlament der Novellierung des AMA Gesetzes zustimmt, wofür allerdings eine Zweidrittelmehrheit nötig ist. Aber nur mit dem neuen Beitragssystem ist gewährleistet, dass die ÖWM auch in Zukunft die österreichische Weinwirtschaft schlagkräftig unterstützen kann.