Frostschäden im österreichischen Weinbau

4. Mai 2016 - Der Österreichische Weinbauverband gibt bekannt, dass es nach dem Spätfrostereignis in der Nacht von Montag auf Dienstag letzte Woche und zwei weiteren Kälteeinbrüchen weitere Frostereignisse mit massiven Auswirkungen auf alle Weinbaugebiete Österreichs gab.

Das Bild zeigt Frostschäden in Österreichs Weingärten, © DI Verena Klöckl, LK Bgld
Frostschäden in Österreichs Weingärten, © DI Verena Klöckl, LK Bgld

Neben Strahlungsfrösten aufgrund klarer Nächte mit der Bildung von Kaltluftseen gab es vielfach auch Frostschäden durch Kaltluftströmungen, wodurch in vielen Gebieten auch höher gelegene und qualitativ gute Lagen massiv geschädigt wurden. In vielen Gebieten wurde auch versucht, Maßnahmen wie Räuchern und Luftverwirbelung durch Hubschraubereinsatz zu ergreifen, wobei derartige Notmaßnahmen wohl nur im Temperaturgrenzbereich geholfen haben.

Auf Basis der Meldungen der Weinbauberater und der Bundeskellereiinspektion hat der Österreichische Weinbauverband versucht, die vom Frost betroffenen Flächenanteile in den Gebieten abzuschätzen:

Niederösterreich
Westliches Weinviertel: 20 %
Östliches Weinviertel: 40 %
Südliches Weinviertel: 20%
Wachau: 20 %, wobei massivste Schäden in der westlichen Wachau (90 %) durch Kaltluftströmungen zu verzeichnen sind
Kamptal: 40 %
Kremstal, Wagram: 30 %
Traisental: 15%
Carnuntum: 60 %
Thermenregion: 40 %
Niederösterreich gesamt: 30-40 %

Burgenland
Seewinkel: 70 %
Leithagebirge, Eisenstadt: 50 %
Mittelburgenland: 70 %
Südburgenland: 70 %
Burgenland gesamt: rund 70 %

Steiermark
In der ersten Frostnacht gab es einen Ausfall von rund 1.000 Hektar, wobei die West- und Südsteiermark am stärksten betroffen waren. Am Mittwoch gab es massiven Schneefall in allen Weinbaugebieten und zwei weitere Frostnächte, weswegen in der Steiermark mittlerweile von einem ein Ertragsausfall von 90 % ausgegangen wird.

Wien
Aufgrund der Stadtnähe sind die Wiener Weinbaulagen weniger stark betroffen: 10 %

Bei den Angaben handelt es sich um Schätzungen, die sich weiterhin ändern können.

Laut der Österreichischen Hagelversicherung sind rund 11.000 ha Weinbaufläche frostversichert, das entspricht knapp einem Viertel der österreichischen Weinbaufläche.