Junger Wein 2000 & Junge Kunst im MAK

8. November 2000 - Die neuen Weine des Jahrgangs 2000 sind nicht von schlechten Eltern. Dies stellte auch das Wiener Publikum anläßlich der Präsentation der jungen Österreicher am Dienstag, 7. November, im MAK fest.

Jungwein-Präsentation im MAK, Copyright ÖWM Fotografin Anna Stöcher
Jungwein-Präsentation im MAK, © ÖWM / Anna Stöcher

Über 100 heimische Winzer waren persönlich angereist um die von der ÖWM gebotene Gelegenheit zu nutzen und ihre jüngsten Weine im Umfeld junger österreichischer Gegenwartskunst einem hoch interessierten Publikum erstmals vorzustellen.

Mit der Unterstützung von Schärdinger, Römerquelle & Co, gelang es, weit über 1.000 Gäste den Abend über in bester Kostlaune zu halten. Dass dabei nicht nur Wein bestellt wurde, sondern auch das eine oder andere Bild der 6 jungen Künstler aus den Ordinariaten Attersee, Herzig und Frohner den Besitzer wechselte, freute auch die Veranstalter.

Liebe auf den ersten Schluck

Der Charme der Jugend erobert oft sogar die Herzen der reiferen Weinkenner. Die durch die frühe Lese bereits überraschend wohlerzogenen Gewächse beeindrucken durch fruchtige Frische und leichte Zugänglichkeit. Auch Neulinge in der Welt des Weines fühlen sich auf den ersten Schluck hingezogen zu den schelmischen Vorboten des einzig wahren Jahrtausendjahrgangs der Neuzeit. Und der verspricht ja, eine echte Freude zu werden.

Philosophisch

Der gemeinsame Auftritt von Kunst und Wein als sinnliche und Sinn stiftende Begegnung hat Tradition. Die Kulturgeschichte weist den Wein nicht nur als Getränk der Götter, als alttestamentarisches und auch christliches Ursymbol, oder als Trunk der Wahrheit und Reinheit aus; die beflügelnde, Wirkung des "Genußmittels" Wein bezeugen viele große Künstler. Unter der Voraussetzung höchster Selbstdisziplin fördert er die Inspiration. Wird der Mensch zum "Medium" der Schöpfung, so gilt der Wein als Chiffre für dessen "Erlösung". Der Künstler strebt den Zustand der Inspiration an, ohne sich ganz dem Rausch zu ergeben, der ja den schöpferischen Akt nicht mehr ermöglicht. Im Wechselspiel des dionysischen und des apollinischen Aspekts der "Schöpfung" gestaltete sich die Welterfahrung es Abendlandes....
Kein Wunder, daß Wein eines der beliebtesten Motive der Kunst ist und bleibt.