Ernte 1999 - Alles was das Herz begehrt

23. November 1999 - Die Ernte 1999 - soviel steht fest - wird den österreichischen Weinfreunden große Freude bereiten. An der Schwelle zu einem neuen Jahrtausend wirken Begriffe wie "Jahrhundertwein" etwas abgenützt, aber von einem großen Jahr wird man allemal sprechen müssen.

Vegetationsverlauf

Weinblätter im Herbst
Weinblätter im Herbst, © ÖWM / Lukan

Der Winter brachte keine nennenswerten Frostschäden. Die Weingärten blieben auch von Spätfrösten verschont. Die Blüte dauerte von Mitte bis Ende Juni. Sie brachte einen sehr guten Traubenansatz ohne große Verrieselungsschäden.

Der warme, regenreiche Sommer sorgte für eine gute Laubentwicklung. Hagelschäden entstanden allerdings sowohl in Niederösterreich als auch in der Steiermark auf einer Fläche von ca. 1000 ha. Auf einen wechselhaften August folgte ein ungewöhnlich milder, sonnenreicher September, der die Reife vorantrieb und so die Voraussetzungen für einen sehr guten Jahrgang schuf.

Sonnige Lesezeit

Die Frühsorten waren fast im ganzen Weinland bereits Ende September eingebracht. Mit der Hauptlese wurde traditionsgemäß zugewartet. Optimale Wetterverhältnisse im Oktober mit milden sonnigen Tagen und kühlen Nächten förderten die Aromabildung in den Trauben. Die erfreulich lange Vegetationsperiode schaffte extraktreiches Traubengut. Kräftige, gut strukturierte Weiß- und Rotweine werden erwartet. Klare, sortentypische Frucht und gebietstypischer Charakter sind ebenfalls die logische Folge eines rundum gelungenen Weinjahres. Dies gilt auch für Österreichs berühmte Süßweinregionen wie den Seewinkel und Rust: denn der Edelpilz Botrytis Cinerea sorgte zum richtigen Zeitpunkt für optimal konzentriertes Lesegut.

Guter Ertrag

Das voraussichtliche Ergebnis der Ernte 99 wird von den im September eingelangten Schätzungen offiziell mit 2,87 Mio hl beziffert und liegt damit knapp über dem langjährigen Durchschnitt.